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Aufwertung nicht wirklich gelungen, aber punktuell bessere Eingruppierung mit Lohnzuwächsen

GEW Bremen zur Schlichtungsempfehlung Sozial- und Erziehungsdienst

Die Schlichtungsempfehlung im Bereich des kommunalen Sozial- und Erziehungsdienstes bleibt hinter den Erwartungen der streikenden Kolleg*innen zurück.

24.06.2015 - Christian Gloede

Bremen – „Hier werden Kolleg*innen mit etwas mehr Geld abgespeist – gewollt haben wir etwas anderes, nämlich die grundsätzliche Anerkennung der Bedeutung frühkindlicher Bildung, gerade im Zusammenhang von Chancengerechtigkeit in Lernprozessen junger Menschen.

Viele tariflich beschriebenen Höhergruppierungsmerkmale (Inklusion, Sprachförderung, Individualisierung, Lerndokumentation,…) stellen Regeltätigkeit dar; dies sollte sich in einer neuen Entgeltordnung niederschlagen. Dass dies nicht gelungen ist, zeigt die einerseits mangelhafte Lernbereitschaft und Einsichtsfähigkeit der kommunalen Arbeitgeberverbände und andererseits ihre Fokussierung auf die Kostenfrage ungeachtet der volkswirtschaftlichen Betrachtung erfolgreicher früher Bildungsprozesse“, kommentiert Christian Gloede, Landesvorstandssprecher der GEW die Schlichtungsempfehlung vom gestrigen Dienstag.

Es gibt zwar – in unterschiedlichen Höhen – z.T. passable Lohnzuwächse durch die Bildung zusätzlicher Eingruppierungsgruppen (S8a und S8b) sowie einer neuen Festlegung der Gruppen 2,3,4 und 11, aber von einer wirklichen Aufwertung der Berufsgruppen und –bilder kann nicht gesprochen werden.

Es bliebe abzuwarten, was in den nächsten Verhandlungstagen noch draufgelegt werden könne, aber an der Struktur des Ergebnisses sei wohl nicht mehr viel zu drehen. Es ginge nun darum, den teilweisen Frust in positive Energie umzumünzen, so Gloede weiter. „Wir haben einen langen Atem. Wir werden nun die Energie in die Umsetzung eines bundeseinheitlichen Kita-Qualitätsgesetzes setzen. Hier könnten Arbeits- und somit auch Lernbedingungen geregelt werden, die die andere Seite der tarifpolitischen Regelungen darstellen und ebenso bedeutsam sind.“

Von Mittwoch bis Freitag sitzen Arbeitgeber und Gewerkschaften noch einmal zusammen und beraten und verhandeln über die Schlichtungsempfehlung. In der folgenden Woche werden dann die Mitglieder im Rahmen einer Urabstimmung entscheiden, ob das Ergebnis angenommen oder der Streik fortgesetzt wird.

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