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Es muss nicht immer „all inclusive“ sein…..

Mit dem zum neuen Schuljahr verbindlich gewordenen Erlass hat das Land Bremen nun ein lang erwartetes Zeichen gesetzt: Klassenfahrten der Stufen 1- 6 dürfen nur im begründeten Ausnahmefall in andere Häuser als die Bremer Schullandheime durchgeführt werden.

16.03.2011 - Bremer Schullandheime als außerschulische Lernorte | von Anja Garbe | Holger Schröder

Die Bremer Lehrerschaft soll mit diesem Erlass an die Verantwortung erinnert werden, diese Errungenschaft aus der Reformpädagogikbewegung seit den späten 20ger Jahren nicht zu vernachlässigen und mit Klassenfahrten für die notwendigen Einnahmen zu sorgen, die den Erhalt dieser traditionell beliebten Heime sichern.
Unsere Bremer Schullandheime sind als außerschulische Lernorte pädagogisch bedeutungsvoll und erhaltenswert!
Von ehemals 26 Bremer Schullandheimes existieren inzwischen nur noch 13,- vorwiegend im Bremer Umland (Badenstedt, Bokel, Haus am weißen Berge in Cluvenhagen, Dötlingen, Gerdshütte, Naturerlebnishaus am Buchenholz in Hepstedt, Ristedt, die Dreptefarm und das Haus am Paschberg, beide in Wulsbüttel, Verdener Brunnen), aber auch 3 im Weserbergland: Heeßen-Bad Eilsen, Rinteln und das Walderlebnishaus Weserbergland in Friedrichsburg.
Geführt werden die Schullandheime von gemeinnützigen Vereinen, deren Vorstände von ehrenamtlichen Lehrer/-innen sowie engagierten Eltern oder Pensionären gebildet werden. Die „Arbeitsgemeinschaft Bremer Schullandheime“ stellt als Dachverband die notwendige Verbindung der Solidargemeinschaft auch zu anderen Landesverbänden und dem Bundesverband dar und entscheidet nach Antragslage über die Verwendung der von der Senatorin für Bildung zur Verfügung gestellten Mittel.

In den Kollegien hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend das Reiseverhalten bei Klassenfahrten verändert: war es früher üblich, 8-tägige Ausreisen (von Montag bis Montag) in Bremer Schullandheime durchzuführen, ist der heutige Trend eindeutig zu Kurzfahrten von 2-4 Übernachtungen zu verzeichnen. Gleichzeitig möchten viele Kollegen die eigene Belastung während einer Klassenreise reduzieren, und buchen bei Anbietern, die Ihnen die Kinder „abnehmen“,- kostenintensive erlebnispädagogische Pakete mit Hochseilgärten, Kletterkursen oder Kompassläufen verzeichnen gute Zuwachsraten.
Die Bremer Schullandheime haben sich auf den Weg gemacht, diesen veränderten - und durchaus berechtigten - Ansprüchen zu begegnen: viele Häuser bieten für kleines Geld zusätzliche Angebote an, die thematisch zur geografischen Lage des Schullandheimes passen: Besuche beim Imker, auf dem Bauernhof, Walderlebnisse mit dem Förster, aber auch die persönliche Beratung der Kollegen, wie sie ihren Aufenthalt gestalten können, gehören zum Angebot.
Dennoch bleibt die Schullandheimbewegung Ihrem Anspruch verbunden, dass dieser außerschulische Lernort zum intensiven Miteinander zwischen Lehrer/-innen und Schüler/-innen beitragen soll: Wohnen, Lernen, Arbeiten und Freizeit werden hier miteinander verbunden und intensiv erlebt. Viele Unterrichtsinhalte werden als Projekt handlungsorientiert erfahren und somit „begreifbarer“. Die Bildungsinhalte sind in unmittelbarer Umgebung der Schullandheime zu finden und können fächerübergreifend erschlossen werden: Landschaft, Kultur, Wirtschaft und Menschen einer Region werden hier vor Ort erlebt und erschlossen, die Natur als schützenswert erfahren und das ökologische Bewusstsein entwickelt. Durch den Verzicht auf die gewohnte Freizeitgestaltung wird eine Sensibilisierung für Neues und Ungewohntes in der naturgegebenen Umwelt angeregt. Das Gemeinschaftsgefühl der Gruppe wird durch gemeinsame Erlebnisse gestärkt, Konflikte konstruktiv ausgetragen, Regeln eingeübt und als sinnvoll für eine funktionierende Gemeinschaft erlebt. Selbst „verhaltensoriginelle“ Schüler, die im Unterricht häufig als Belastung empfunden werden, können sich hier von einer ganz anderen Seite zeigen.
Unsere Erfahrung mit den Bremer Schullandheimen zeigt:
Die Qualität einer Klassenfahrt steigt nicht proportional zu den Kosten, die sie verursacht! Bremer Schullandheime ermöglichen erlebnisintensive Bildung und soziale Erziehung der eigenen Klasse mit geringen Kosten. Der Lehrer wird hier aus seiner pädagogischen Verantwortung nicht entlassen, aber stärker entlastet.
Auf der Homepage www.bremer-schullandheime.de werden alle Häuser mit den Kontaktadressen zur Buchung kurz dargestellt, geplant sind hier auch in vorstrukturierte Klassenfahrtsplanungen zum download.

Kontakt

Auf der Homepage www.bremer-schullandheime.de werden alle Häuser mit den Kontaktadressen zur Buchung kurz dargestellt, geplant sind hier auch in vorstrukturierte Klassenfahrtsplanungen zum download.

Anja Garbe
1. Vorsitzende des „Schullandheimvereins Neue Vahr e.V.“ für das
Walderlebnishaus Weserbergland im Schullandheim Friedrichsburg
Lehrerin an der Grundschule Paul-Singer-Straße

Holger Schröder
1. Vorsitzender der Arge Bremer Schullandheime
Lehrer (in Elternzeit) am Gymnasium Obervieland

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