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Fridays for future GEW Bremen unterstützt Schüler*innen-Bewegung

Offener Solidaritätsbrief der GEW Bremen an die Schüler*innen der Fridays-for-Future-Bewegung

08.02.2019 - Christian Gloede

An die Schüler*innen in Bremer und Bremerhavener Schulen über die Gesamtschüler*innenvertretung Bremen und Bremerhaven

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Aktivist*innen der „Fridays for Future“-Bewegung!

Fridays for future (fff) ist mittlerweile ein Medienhit, kein Freitag vergeht ohne Berichterstattung über „streikende“ Schüler*innen, die es leid sind, sich Sonntagsreden über Klimaschutz und/oder Folgen des Klimawandels anzuhören. Ihr nehmt Verantwortung für die Zukunft wahr, entreißt sie damit zumindest symbolisch den politisch Schwergewichtigen…

Ihr gebt damit auch die Möglichkeit, Empörung loszuwerden. Empörung über eine ignorante Politik, die in ihrer kapitalorientierten Praxis eben nicht an Ursachen von Klimawandel heran will, sondern diesen Klimawandel auch noch profitschonend oder gar profitwachsend entwickeln will.
Dabei, liebe Schüler*innen, geht es gar nicht nur um Fragen des Klimawandels.

Es geht in Wahrheit um Durchsetzung von Menschenrechten! Recht auf Gesundheit, auf Wohnung, auf Bildung, auf Wasser,…

Als Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) sehen auch wir uns in der Verantwortung diese Themen stärker im Bildungskanon von Schule zu platzieren.
Auf die Fragen eurer/unserer Kinder/Enkel, „Was habt ihr 2019 vom Klimawandel und der nationalen und globalen ungerechten Verteilung von Einkommen und Vermögen gewusst, von der Missachtung der Menschenrechte?“ sollt ihr Antworten haben können.

Und in die Entwicklung von Lösungen müsst ihr einbezogen sein! Die Herausforderungen des globalen Klimawandels und der ungerechten Verteilung des Reichtums stehen nicht wirklich auf der Agenda herrschender Politik. Die bereits bestehenden Bedrohungen für viele Menschen, bedingt durch den Klimawandel sowie den dramatischen ökonomischen Fehlentwicklungen durch den ungehemmt agierenden Finanzkapitalismus sind Grund genug für Empörung, Aufbegehren und Widerstand.
Es wird nicht genügen, Strohhalme, Plastiktüten und Kaffeebecher zu verbieten, Müll zu trennen und überschüssige Kleidung zu sammeln.
Wir brauchen eine grundlegende Transformation der Politik: Diese erfordert grundsätzliche Veränderungen unserer politischen Haltung und Verantwortung und eine andere Politik! Es muss Schluss sein mit der Zerstörung unserer Umwelt und der ungerechten Verteilung der Folgen des Klimawandels! Die Ausbeutung der endlichen Ressourcen auf unserem Planeten muss schleunigst beendet werden!

Wir brauchen eine gerechtere Verteilung des Reichtums, auch in Bremen und Bremerhaven. Und ihr habt Recht: Es bleibt nur noch wenig Zeit.

Die GEW Bremen möchte nicht nur euch Mut zur Empörung machen, sondern alle auffordern, auch die Kolleg*innen in den Schulen, diesen Mut zu unterstützen, sich euch anzuschließen und sich für die Erhaltung unseres Planeten und ein gerechtes Leben für alle Menschen zu engagieren!

Die eigenen Interessen in die eigenen Hände nehmen, und das mit vielen – wer, wenn nicht wir Gewerkschaften wissen, was das bedeutet. Euch (und uns) viel Erfolg!

Wer kämpft, kann verlieren – wer nicht kämpft, hat schon verloren! (Bert Brecht)

Mit solidarischen Grüßen, Christian Gloede für den Landesvorstand der GEW Bremen

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