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Abitur 2021Die Senatorin muss aufhören, Entscheidungen im stillen Kämmerlein zu treffen

Statt auf die Anliegen der Schüler*innen, Lehrkräfte und Schulen ernsthaft einzugehen, schafft Frau Dr. Bogedan durch die zusätzlich angesetzten Prüfungstermine für das Abitur weitere Probleme.

14.02.2021 - Elke Suhr

Die Senatorin muss sich endlich mit der Realität an den Schulen auseinandersetzen und relevante Akteur*innen vor wichtigen Entscheidungen einbeziehen,

äußert sich GEW-Landesvorstandssprecherin Elke Suhr

„Die grundsätzliche Problematik, dass den Lehrkräften für die Korrekturen kaum Zeit bleibt und somit auch die Qualität der Korrekturen leiden wird, wird durch die Einführung eines 2. Prüfungskorridors nicht gelöst.“ ergänzt der Landesvorstandsprecher Jan-Eric Ströh.

„Es ist mehr als fraglich, ob die Rechnung der Senatorin, dass die meisten Schüler*innen sich für den ersten Termin entscheiden werden, aufgeht,“ ergänzt Suhr. „Dem entgegen stehen nicht nur Erfahrungen aus dem letzten Jahr und die Tatsache, dass prüfungsrelevanter Unterricht dieses Jahr auch noch bis vor der zweiten Prüfung stattfinden soll, sondern auch die Tatsache, dass es bei den ersten Prüfungsterminen zu Überschneidungen mit dem Zuckerfest kommt.“

Auch schulorganisatorisch führen die angekündigten Veränderungen zu erheblichen Problemen.

Durch die zusätzlichen Prüfungstermine und die zu kurzen Zeiten für die Korrekturen ist abzusehen, dass es zu weiteren Unterrichtsausfällen in den anderen Jahrgangsstufen kommen wird. Auch für Hospitationen und Lehrproben bei den Lehramtsanwärter*innen müssen deshalb Termine umgelegt werden, hier werden die Zeitfenster sehr eng.

So entstehen weitere Probleme für die Zukunft.

Für die Kolleg*innen, die im Abitur eingebunden sind, führen die verschobenen und doppelten Prüfungsterminen zu einer erheblichen Mehrarbeit, nicht nur weil in dezentralen Fächern weitere Prüfungen konzipiert werden müssen, sondern auch, weil sich die Unterrichtszeiten verlängern. Nach einem Jahr Unterricht unter Pandemiebedingungen mit regelmäßig wechselnden Vorgaben und einer hohen Dauerbelastung durch doppelte Anforderungen aus Präsenz- und Distanzunterricht geht das Personal auch ohne diese Zusatzbelastung auf dem Zahnfleisch.

Wie die Behörde auf die Idee kommen kann, dass eine halbstündige Verlängerung des Prüfungstermins und das Angebot von Nachhilfe dazu beitragen soll, die durch Corona bedingten Unterrichtsausfälle und Wissenslücken zu kompensieren, muss an dieser Stelle ein Rätsel bleiben.

„Die Prüfungen müssen den Pandemiebedingungen angepasst werden“ fordert Suhr. „Zwei Abiturkorridore schaffen lediglich weitere Probleme für alle Beteiligten.

Wir fordern die Senatorin auf, sofort in Gespräche mit den Interessenvertretungen und Mitbestimmungsgremien, einschließlich der Schüler*innen, des Landes einzutreten, um gemeinsam machbare Lösungen zu finden.

Diese könnten z.B. beinhalten, den Lehrkräften vorab Einblick in die Prüfungsunterlagen zu gewähren, um den verbleibenden Unterricht zielgerichteter gestalten zu können.“
 

Für Nachfragen steht zur Verfügung:
Elke Suhr | Jan Ströh         

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