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CoronaDie Illusion vom coronafreien Weihnachten

Das öffentliche Ringen um die Weihnachtsferien wirkt mehr als befremdlich. Monate lang behaupten die Bildungspolitiker*innen, dass in Schulen keine Infektionen stattfinden und dann sollen die Schulen früher schließen, um Infektionen beim heiligsten Fest der deutschen Leitkultur zu verhindern.

27.11.2020 - Elke Suhr | Corinna Genzmer

Bremen – „Das ist doch Heuchelei, wenn die Politik nach neun Monaten Coronapandemie nicht mehr bieten kann, als die Weihnachtsferien vorzuziehen.“ sagt Elke Suhr, Landesvorstandssprecherin der GEW. „Das ist doch nur Symbolpolitik, egal ob als Aufhebung der Schulpflicht oder als Ferien mit Notbetreuung getarnt.“

„Und was bedeutet der freiwillige Bremer Weg?“ fragt Corinna Genzmer, Stadtverbandssprecherin der GEW Bremen: „Kolleg*innen, die in Niedersachsen wohnen und in Bremen arbeiten, haben Probleme bei der Betreuung ihrer eigenen Kinder. Der Irrsinn in den Schulen geht doch weiter, morgens sitzen die Schüler*innen mit 22-25 anderen in häufig schlecht zu belüftenden Klassenzimmern auf 65qm eng zusammen und nachmittags können sie sich nur mit einer einzelnen weiteren Person treffen. Und wenn sie dann zu zweit einkaufen gehen, stehen beiden 10qm Verkaufsfläche zur Verfügung. Wer soll das verstehen?“

Wir brauchen endlich Lösungen, um durch diesen Pandemiewinter zu kommen, nicht nur für ein paar Feiertage. Zuverlässige Lösungen für die Gesundheit und für die Bildung, mindestens bis zu den Osterferien. Es kann doch nicht sein, dass in Deutschland jeden Tag so viele Menschen sterben, wie bei einem Flugzeugabsturz. Würde die Forderung nach Halbgruppen endlich umgesetzt, könnten Abstandsregeln in den Schulen eingehalten werden. In Verbindung mit der Maskenpflicht wäre dies eine nachhaltigere infektionspräventive Fürsorge für alle in Schule. Und auch in der Kita können kleinere Gruppen das Infektionsrisiko verringern.

Vielleicht brauchen die Bildungspolitiker*innen aber diese zusätzlichen Ferientage einfach selbst, um Lösungen in diesem Sinne endlich zu entwickeln, die Bildungseinrichtungen mit raumlufttechnischen Anlagen auszustatten und gute Konzepte für Infektionsprävention in Schule umzusetzen. Neben Halbgruppenunterricht mit verlässlicher Betreuung für die jüngeren Schüler*innen können hier auch Pat*innenmodelle und das Anmieten externer Räumlichkeiten helfen.                                                                          

Für Nachfragen stehen zur Verfügung:
Corinna Genzmer
Elke Suhr