GEW Bremen
Du bist hier:

Standortplanungim Bremer Westen

Ach wie gut dass niemand weiß, .... wie das alles konkret so abläuft. Und wahrscheinlich ziemlich planlos. „Eine neue Oberschule brauchen wir im Bremer Westen“, so tönt es seit ein paar Jahren aus dem Beirat West und von einigen Eltern.

16.11.2013 - Wo stinkt der Fisch am meisten und ab wann? | von Wilfried Meyer

 Auf welchen Schülerzahlen das beruht und ob diese überhaupt stimmen oder sich verändern, wer weiß das schon. Wir nicht. Jedenfalls wurde unter Jürgens-Pieper, die, nur zur Erinnerung, wegen fehlender Finanzierung ihrer Projekte von „Reformen“ zurücktrat, ein Standort gesucht. Das begann 2011. Da kursieren diverse schöne Fotos von Orten, die mal in der Diskussion waren. Der Beirat gibt sicher gern Auskunft. Diese alle wurden von der Behörde abgelehnt, z.T. mit den fadenscheinigsten Begründungen. Wir mutmaßen aber, dass es um das auszugebende Geld geht. Das betraf z.B. das ehemalige Gelände von Opel Burr mit bester Anbindung, so Brachflächen in Oslebshausen, so hafennahes Gelände, oder eine schöne Fläche in der Wummensiederstraße/Klitzenburg mit mindestens 10000qm eigentlich gut geeignet. Ja, man hätte Geld in die Hand nehmen müssen zum Kauf. Angeblich lagen ja jederzeit abrufbar 16 Millionen auf dem Tisch. Das wird heute von der Nachfolgerin im Amt ganz anders gesehen. Angeblich muss jeder Schritt wieder als Einzelposten in neue Haushalte gestellt werden.

Übernahme und Einmarsch

So agierte man mal wieder kopflos und planlos und okkupierte ein Drittel der Grundschule am Halmerweg, um dort eine schnell gegründete Oberschule Ohlenhof als Gast einzuquartieren. Das fand ohne Diskussion statt, weil alternativlos. Staatsrat Othmer und diverse Schulaufsichten verkündeten den Beschluss „von oben“.

 

Zahlen bitte

Man rechnete mit Zahlen von ca. 80 Schülerinnen und Schülern, die jährlich als obdachlose 5.Klässler im Westen durch die Gegend laufen. Diese Zahlen wurden und werden von uns angezweifelt. Der kolportierte Wunsch vieler Eltern, dass ihre Kinder um die Ecke eingeschult werden, zeigte sich in den Anwahlzahlen nicht. Vielmehr gibt es durchaus Wünsche, dass die Kinder auch mal über den Tellerrand des eigenen Wohnraums hinausblicken möchten. Der erste Jahrgang startete dann auch mit lächerlichen 29 Kindern in zwei Klassen, der neue 5.Jahrgang mit 23 Kindern. Vieles wurde versprochen, kaum etwas realisiert. So wurde vor Jahren die Pestalozzi-Schule abgewickelt (BLZ berichtete), weil die Anwahlzahlen der Erstwahl gesunken waren. Dort wurde die Neue Oberschule Gröpelingen installiert, die auch nicht wesentlich bessere Anwahlzahlen hat. Dieser wurde eine Oberstufe versprochen, deshalb orientierten viele Grundschulen ihre abgehenden Kinder dorthin. Aber die Oberstufe wird es wohl nicht geben, dafür einen dicken Hals im Kollegium. Der Oberschule Ohlenhof in spe wurden der Ganztag, eine Mensa, eine Oberstufe versprochen, auch das wird nicht eintreten. Auch Inklusion findet nicht statt. Die jetzt bremenweit angelaufenen 96 Lerngruppen für Oberstufen werden in der Zukunft auf ca. 80 absinken. Da spricht nichts für kleine Oberstufen, die auch die GEW nicht will.

Passiert was aktuell?

Aktuell hält der Beirat im Westen mantramäßig an der neuen Schule und an einer neuen Oberstufe fest. Aber wie sinnvoll ist das ? So dümpelt man im Moment vor sich hin, für die Oberschule Ohlenhof läuft ein Architektenwettbewerb, der Um-Bau der alten Pestalozzischule geht schleppend voran (Im dritten Jahr keine Turnhalle), die Mensa der GS Fischerhuderstraße und ein Bildungszentrum dort sollen entstehen. Der Standort Ohlenhof wird in Hochglanzbroschüren von „Akteuren im Stadtteil“ schon als „Campus“ verkauft, das Kollegium der GS am Halmerweg, die Bildungsprofis mit zum Teil 30 jähriger Erfahrung, will diesen Campus jedoch gar nicht und wird auch nicht in die Diskussion einbezogen. Es hat allerdings gute pädagogische Gründe gegen den Bau einer Mammutschule in einem solch schwierigen Problembezirk und gegen einen sogenannten Campus auf ihrem und angrenzendem Gelände schon frühzeitig 2011 schriftlich vorgelegt. Bleiben noch weitere Zweifel : Kosten für Lärmdämmung am Bahngelände tauchen im Plan noch nicht auf, Bodenuntersuchungen könnten diversen Kriegsschrott und Altlasten zutage fördern, die Anbindung an das Verkehrsnetz ist nicht gegeben.

 

Alternativen?

Welche Alternativen hätte es gegeben? Sich Zeit lassen und die Maßnahmen mit allen Beteiligten ernsthaft besprechen. Ein weiterer Standort eher Richtung Oslebshausen wäre besser gewesen, denn dort würde er evtl. Sinn machen. Gröpelingen hat die GSW und die Neue Oberschule. Der Waller Ring ist begehrt. Keiner glaubt doch ernsthaft, dass Schüler, die zum Abi streben, von überall her nach Gröpelingen zum Ohlenhof streben. Da müsste dann schon ein Superangebot entstehen und danach sieht es bei knapper Kasse nicht mehr aus. Allein die Mensa der Grundschule Augsburgerstraße hat fast 7 Millionen gekostet, hier soll eine vierzügige Oberschule mit neuer Verwaltung, neuer Turnhalle, neu gestaltetem Außengelände für 15 Millionen entstehen. Allein uns fehlt der Glaube. Ein weiterer Schritt wäre ein Ausbau der Neuen Oberschule Gröpelingen, wenn es dort keine Oberstufe geben sollte. Warum kann man da nicht baulich erweitern und viel Geld ausgeben, um das zu einer Superschule zu entwickeln? (Eine Turnhalle wird dort auch gebraucht.)

Vorläufiges Fazit:

Es bleiben viele Fragen, die im Sinne der Beschäftigten und der Kinder, Jugendlichen und Eltern, geklärt werden müssen. Man darf gespannt sein wie die neue Senatorin agiert und sich der Stadtteil zukünftig gestaltet. Problematischer kann er eigentlich nicht werden und Schönrederei hat auch nicht geholfen. Und die bisher Verantwortlichen sind fast alle verschwunden: Senatorin Jü-Pi, Staatsrat Othmer, Beiratvorsitzender Mester, Bauverantwortlicher Herr Schumacher, oberste Schulaufsicht Herr Bothmann, Schulaufsicht Herr Heinrichs....

 

Und gar nicht zum Schluss:

Voraussetzung, um den Stadtteil bildungspolitisch zu entwickeln ist immer noch der Ausbau und die Ausstattung der Kitas und der Grundschulen, denn diese legen den Grundstein für eine eventuelle Mischung im Stadtteil, die die Prozente von gut gebildeten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen vielleicht anwachsen lässt. Davon spricht man nicht, es geht vorrangig um Virtuelles in Oberschulen, auch wenn von Inklusion die Rede ist. Die Grundschulen Auf den Heuen, Oslebshauser Heerstraße, Pastorenweg, Fischerhuderstraße und Halmerweg mit den umliegenden Kitas so auszustatten, dass finanziell, räumlich und vor allem personell , alles getan wird, um die Kinder zu bilden, das machte Sinn. Und alle Bemühungen müssen auf die Stärkung von Unterricht und Betreuung gerichtet sein. Darüber sollten die Stadtteilpolitiker in der Bürgerschaft und die Beiratspolitiker mal nachdenken.

Zurück