GEW Bremen
Du bist hier:

Frischluft

(P)ERLKÖNIG nach Johann Wolfgang von Nöte

(aus dem Werk Doppelhaushalt 13-14)

16.09.2013 - von Wilfried Meyer

Wer reitet so spät durch Schlachte und Wind?
Es ist die Linnert, ich glaube, die spinnt
Sie hätschelt die Geldsäcke wohl im Arm
So senkt sie die Schulden, das macht uns arm

Mein Geldsack, was bist du so ängstlich, sprich
„Siehst Linnert , du den Unmut des Volkes nicht?
Den Volkszorn mit Inflation und Schweiß?“
Mein Geldsack, es ist mein Gelaberschweif

„Du praller Geldsack, komm geh mit mir
Billiglohn und Gehaltsabzug woll’n wir nicht mehr
manch mageres Konto so schon entstand
Mutter Staat hat schon lange kein gülden Gewand“

„Frau Linnert, Frau Linnert, und hörest du nicht,
Dass Unmut sich bald auf die Straße erbricht?“
Bleib ruhig, sei ruhig , mein grün-rotes Kind
Im Blätterwald Forest säuselt der Wind

„Willst stinkreicher Geldsack du mit uns nun?
Geprellte des Staates erwarten dich schon
Wir geleiten die geknechteten Bremer herein,
die stampfen und klopfen und stimmen sich ein“

„Frau Linnert, Herr Böhrnsen und seht ihr nicht dort
Ganz schlecht Bezahlte lauern am düsteren Ort“
Mein Geldsack, mein Reicher, ich seh’ es genau
Für solche erscheint die Welt doch nur grau.

„Ich hass dich, mich reizt deine Geizgestalt
Und bist du nicht willig, so kommt wohl Gewalt“
Frau Linnert, Herr Böhrnsen, sie fassen mich an
Uns Geldsäcken hat man ein Leid getan!

Dem Senat, dem grauset’s, er reitet geschwind
Er hält in den Armen die Reichen, das stimmt,
Sie erreichen den Domshof mit Müh und Not
Erwartungen siechen, die Hoffnung geht tot.

Zurück