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Frühkindliche Bildung?Evangelikale für „Homo-Heilung“?

Keine Steuergelder für evangelikale Kindergärten

16.06.2019 - Vom Forum Säkulares Bremen

Die Deutsche Evangelische Allianz, der Zusammenschluss der bibeltreuen Evangelikalen mit 1,4 Millionen Mitgliedern hat in einem Brief vom 9. Mai 2019 Bundestagsabgeordnete aufgefordert, sich gegen ein geplantes Gesetz zum Verbot der "Homoheilung" auszusprechen. Der Antrag auf Verbot von Konversionstherapien (Homoheilung) im Bundesrat wurde unter anderem von den Ländern, Hessen, Berlin und Bremen eingebracht.

In diesem Zusammenhang muss jedoch auch darauf hingewiesen werden, dass in Bremen fünfzehn Kindergärten mit ca. 760 Plätzen von evangelikalen Kirchengemeinden, die Mitglieder Evangelischen Allianz sind, getragen und inhaltlich, missionarisch bestimmt werden. Diese fünfzehn Kindergärten werden aus allgemeinen Steuermitteln aller Steuerzahlen finanziert. Damit wird die Verbreitung evangelikaler und dem Mittelalter verhafteter Religionsvorstellungen unterstützt.

Der Betrieb von Kindergärten bedarf des Eignungsnachweises als Träger der Jugendhilfe und einer Finanzierungsvereinbarung mit den senatorischen Behörden. Wenn die Bremer Landesregierung und die Bürgerschaftsparteien Wert darauf legen, jegliche Diskriminierung, Homophobie und die Schürung von Vorurteilen zurück zu drängen und zu verhindern, sollte Kindererziehung nach evangelikalen Leitbildern die Finanzmittel und die Betriebserlaubnis entzogen werden.

Die evangelikalen Leitbilder der Bibeltreuen finden sich zum Beispiel auch in diesen Worten: "Die Deutsche Evangelische Allianz beschließt Leitgedanken zu Ehe und Homosexualität:"… Die in der Bibel beschriebene homosexuelle Praxis ist mit dem Willen Gottes und damit dem biblischen Ethos unvereinbar (3. Mose 18, 22; 20,13; Römer 1, 24 – 27; 1. Korinther 6, 9; 1. Timotheus 1, 10)."

Und in der Bibel, 3. Mose 20, 13 findet sich folgender Satz: "Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben."

Derartiges Gedankengut hat in Kindergärten nichts verloren.

Hier [ wenngleich bereits aus dem Jahr 2015] beispielhaft eine Stellenausschreibung der Abraham Gemeinde (BEK und Evangelische Allianz) für ihren Kindergarten:

"In Zusammenarbeit mit dem Landesverband Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder suchen wir für die Kindertageseinrichtung Abraham zum 01.06.2015 eine/n staatlich anerkannte/n Erzieher/In oder eine/einen staatlich anerkannte/n Sozialpädagogin/en als Einrichtungsleitung unbefristet mit 38,50 Wochenstunden. Das Arbeitsverhältnis erfolgt in Zentralanstellung bei der Bremischen Evangelischen Kirche und enthält anteilige Gruppendienststunden.

Zu Ihren Aufgaben gehören: 1. Pädagogische und religionspädagogische Kompetenz; 2. Einsatzbereitschaft, Belastbarkeit, Organisationstalent und Kreativität; 3. Klares Bekenntnis zu inhaltlichen Grundlagen und Anliegen der Ev. Allianz."

Evangelikale Kindergärten und Schulen in Bremen:

  • Kirchen der Evangelischen Allianz mit Kindergarten innerhalb der Bremischen Evangelischen Kirche:

Abraham-Gemeinde Anna-Stiegler-Straße 124 - Kita 68 Plätze; Ev. Gemeinde St. Johannes Am Sodenmatt 34 - Kita 40 Plätze; Ev. lutherische Epiphaniasgemeinde Bardowickstraße 83 - Kita 69 Plätze; Ev. St. Markus-Gemeinde Arsterdamm 12 - Kita 70 Plätze; Ev. St. Matthäus-Gemeinde Hermannsburg 32e - Kita 40 Plätze. Das sind insgesamt 287 Plätze

  • Christliche Elterninitiative:

Die christliche Elterninitiative unterhält in Findorff ein Wohnheim für alleinstehende junge Mütter und unterhält inzwischen fünf Kindergarteneinrichtungen mit insgesamt 176 Plätzen:

Hemmstraße - 54 Plätze; Buddestraße - 20 Plätze; Otto Braun Straße - 38 Plätze; Dünenstraße - 8 Plätze; Habenhausen - 56 Plätze. Die Christliche Elterninitiative ist Mitglied im Diakonischen Werk der BEK und der Bremischen Evangelischen Allianz.

  • Christliche Kitas e.V. (Cekis) der Kindergartenverbund der Pfingstler bietet 295 Plätze

Zu den evangelikalen Kindergärten gehört auch der Verbund – Cekis – mit insgesamt fünf Kindertageseinrichtungen. Sie sind an die Pfingstkirchen angebunden. Alle Kindergärten werden von der Stadt grundsubventioniert. Auf der cekis-Webseite wird bereits mit der Beitragsfreiheit für die Eltern ab Herbst 2019 geworben:

Lindenhof, Pastorenweg 187 - 71 Plätze; Sonnenschein, Große Johannesstraße - 48 Plätze; Buntes Haus, Schwarzer Weg 90 - 28 Plätze; Kirchenmäuse, Mohrenshof 1 - 90 Plätze; Schatztruhe, Waller Heerstr. 58/60 - 48 Plätze

Erschienen im Humanistischen Pressedienst (hpd), 20. Mai 2019

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