GEW Bremen
Sie sind hier:

„Drei Tage im März – Vom Schlachthof nach Auschwitz“

Dokumentarisches Musiktheater über die Deportation von etwa 300 Sinti und Roma vom Bremer Schlachthof im März 1943. Von Dardo Balke (Komposition, musikalische Leitung) und Ralf Lorenzen (Text, Regie). Darsteller: Rolf Becker, Romano Hanstein, Sissi Zängerle Musik: Dardo Balke Ensemble, Dramaturgie: Dany Handschuh, Regie: Ralf Lorenzen, Gäste: Chor der Oberschule Findorff/Leitung Daniel Akkermann

Am 19. März, 20 Uhr und 20. März, 11 Uhr, 
Kesselhalle, Kulturzentrum Schlachthof, Bremen

 „Drei Tage im März – Vom Schlachthof nach Auschwitz“ 
Dokumentarisches Musiktheater über die Deportation von etwa dreihundert Sinti und Roma vom Bremer Schlachthof im März 1943. Von Dardo Balke (Musik) und Ralf Lorenzen (Text). 
Inhalt: Eigentlich soll in der Kesselhalle ein Hip-Hop-Konzert stattfinden. Doch der Rapper Romeo Gitano hat ständig die Stimmen seiner Vorfahren im Kopf, die ihm als Kind erzählt haben, was an diesem Ort vor 76 Jahren passiert ist, als die Sinti und Roma aus Nordwestdeutschland im Bremer Schlachthof für die Deportationen ins KZ Auschwitz-Birkenwald gesammelt wurden.  
Wie die Geschichte der 11köpfigen Familie des Kraftfahrers und Musikers Wilhelm Schwarz, die zum Zeitpunkt der Deportation direkt neben dem Schlachthof wohnte und von der nur eine Tochter Auschwitz überlebte. Mehrere Kinder der Familie besuchten zum Zeitpunkt der Deportation die Schule an der Gothaer Straße.  
Diese Geschichte steht stellvertretend für den Rassenwahn der Nationalsozialisten, für die Verdrängung der Schuld nach dem Krieg und für das tief in den Familiengeschichten der Sinti und Roma überlieferte Misstrauen gegen Bildungs- Wissenschafts- und Herrschaftsapparate. 
Erzählt wird sie mit überlieferten Zeitzeugenberichten, Tondokumenten und der eigens hierfür komponierten Musik des Dardo Balke Ensembles. Ort der Aufführung und Ort der historischen Handlung sind identisch. Selten wird Geschichte so greifbar.  
Über die in der Jetztzeit angesiedelte Rahmenhandlung wird die historische Perspektive mit den Fragestellungen der Enkelgeneration an Gegenwart und Zukunft des Zusammenlebens zwischen Sinti und Roma sowie den Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft verbunden (siehe Auszug auf der Rückseite).  

Mitwirkende: 
Darsteller: Rolf Becker, Romano Hanstein, Sissi Zängerle  
Musik: Dardo Balke Ensemble, Dramaturgie: Dany Handschuh, Regie: Ralf Lorenzen, Gäste: 
Chor der Oberschule Findorff/Leitung Daniel Akkermann 

Service für Schulklassen: 
Für Schulklassen, die zu einer der beiden Vorstellungen kommen, bieten wir im Vorfeld oder Nachgang einen Besuch im Unterricht an, um über die historischen Hintergründe der Produktion und die aktuelle Lebenssituation der deutschen Sinti und Roma zu informieren.  
Vorstellungen: 
19. März, 20 Uhr, 20. März, 11 Uhr,  
Kulturzentrum Schlachthof, Kesselhalle, Findorffstr. 51, 28215 Bremen 
Eintritt für Schulklassen: 4 Euro pro Person 
Einzelpreis:16 Euro/10 Euro erm. 
Vorbestellungen: +49 - (0) 421- 377750 | Fax: +49 - (0)421 – 3777511 | info [at] schlachthof-bremen [dot] de 
Informationen: lorenzenralf  [at] aol [dot] com | + 49 (0) 1717814100 

Termin
19.03.2019, 20:00 Uhr
Veranstaltungsort
Kulturzentrum Schlachthof | Kesselhalle
Findorffstraße 51
28215 Bremen
Kalendereintrag herunterladen (ICS)
 Routenplaner

Auszug: 
Romeo Gitano:  
Die Leute denken immer, wir kommen aus dem Ausland. Weißt du, was für mich das erste 
Ausland war, in das ich gereist bin? 
Jule:  
Holland? 
Romeo Gitano: 
Die Schule. Meine Lehrerin war nett, freundlich, hat sich echt Mühe mit mir gegeben. Sie hat 
bloß überhaupt nicht kapiert, was mit mir los war. 
Jule: 
Was war denn mit dir los? 
Romeo Gitano: 
Wenn meine Eltern gegangen sind, wurde ich panisch. Da war die Geborgenheit weg, das 
Umhüllte. Aber ihr habt ja ein Wort dafür, hab ich mal aufgeschnappt: bildungsfern. Familie, 
Schule, Familie – zwei Fernreisen am Tag. Nicht schlecht, oder? 
Jule:  
Hast du eben IHR gesagt? Immer schön alles in einen Sack schmeißen. Ich sehe genau, was 
hinter deiner Schädeldecke vorgeht: Tochter aus gutem Hause, Abitur am Kippenberg oder 
mindestens Oberschule Findorff, hat genug Kohle von zu Hause, um sich eine Weile im 
Musikgeschäft austoben zu können.  
Romeo Gitano: 
Und was stimmt daran nicht? 
Jule:  
Und du bist der authentische, geschundene Typ mit jeder Menge Drama, Unterdrückung und 
Scheißebauen in der Biografie. Keine Chancen, nur Stolpersteine.   
Romeo Gitano: 
Genau, und beruflich mache ich irgendwas mit Autos, stimmts? 
Jule:  
Kannst meins ja mal reparieren. Und wie kommen wir da raus? 
Romeo Gitano: 
Woraus? 
Jule:  
Aus diesen ganzen Vorurteilen und Schuldgefühlen. Diesem Misstrauen.   
Romeo Gitano: 
Du suchst ein Happy End? 
Jule: 
Möchtest du die Stimmen der Vergangenheit nicht loswerden? 
Romeo Gitano:  
Wie soll das gehen?  Ich möchte die Verbindung behalten. Wir brauchen Orte, wo wir uns 
unseren Vorfahren verbunden fühlen. So wie diesen. 
Jule:  
Und wie machen WIR weiter?