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„Drei Tage im März – Vom Schlachthof nach Auschwitz“

Dokumentarisches Musiktheater über die Deportation von etwa 300 Sinti und Roma vom Bremer Schlachthof im März 1943. Von Dardo Balke (Komposition, musikalische Leitung) und Ralf Lorenzen (Text, Regie). Darsteller: Rolf Becker, Romano Hanstein, Sissi Zängerle Musik: Dardo Balke Ensemble, Dramaturgie: Dany Handschuh, Regie: Ralf Lorenzen, Gäste: Chor der Oberschule Findorff/Leitung Daniel Akkermann Vorstellungen: 25.3.2020 | 11 Uhr und 20 Uhr

„Drei Tage im März – Vom Schlachthof nach Auschwitz“              

Dokumentarisches Musiktheater über die Deportation von etwa dreihundert Sinti und Roma vom Bremer Schlachthof im März 1943. Von Dardo Balke (Musik) und Ralf Lorenzen (Text).

Sinti und Nicht-Sinti spielen und erzählen davon, was im März 1943 am gleichen Ort, dem Bremer Schlachthof, geschehen ist: die Kasernierung und anschließende Deportation nach Auschwitz-Birkenau von fast 300 Sinti und Roma aus dem Nordwesten.  Unter den insgesamt etwa 800 Zuschauer*innen waren im letzten Jahr über 400 Schüler*innen, die zum Teil das erste Mal von der Geschichte der Sinti und Roma, aber auch ihrem heutigen Leben, erfahren haben.

Erzählt wird die Geschichte mit überlieferten Zeitzeugenberichten, Tondokumenten und der eigens hierfür komponierten Musik des Dardo Balke Ensembles. Ort der Aufführung und Ort der historischen Handlung sind identisch. Selten wird Geschichte so greifbar. (Siehe Programmheft).

Über die in der Jetztzeit angesiedelte Rahmenhandlung wird die historische Perspektive mit den Fragestellungen der Enkelgeneration an Gegenwart und Zukunft des Zusammenlebens zwischen Sinti und Roma sowie den Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft verbunden.

Mitwirkende: 
Darsteller: Rolf Becker, Romano Hanstein, Sissi Zängerle  
Musik: Dardo Balke Ensemble, Dramaturgie: Dany Handschuh, Regie: Ralf Lorenzen, Gäste: 
Chor der Oberschule Findorff/Leitung Daniel Akkermann 

Service für Schulklassen: 
Für Schulklassen, die zu einer der beiden Vorstellungen kommen, bieten wir im Vorfeld oder Nachgang einen Besuch im Unterricht an, um über die historischen Hintergründe der Produktion und die aktuelle Lebenssituation der deutschen Sinti und Roma zu informieren.  
Vorstellungen: 
 25. März, 11 Uhr und 20 Uhr
Kulturzentrum Schlachthof, Kesselhalle, Findorffstr. 51, 28215 Bremen 
Eintritt für Schulklassen: 5 Euro pro Person 
Abendvorstellung: Einzelpreis:19 Euro/12 Euro erm. 
Vorbestellungen: +49 - (0) 421- 377750 | Fax: +49 - (0)421 – 3777511 | info [at] schlachthof-bremen [dot] de 
Informationen: lorenzenralf  [at] aol [dot] com | + 49 (0) 1717814100 

Beginn
25.03.2020
Ende
25.03.2019
Veranstaltungsort
Kulturzentrum Schlachthof | Kesselhalle
Findorffstraße 51
28215 Bremen
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Auszug: 
Romeo Gitano:  
Die Leute denken immer, wir kommen aus dem Ausland. Weißt du, was für mich das erste 
Ausland war, in das ich gereist bin? 
Jule:  
Holland? 
Romeo Gitano: 
Die Schule. Meine Lehrerin war nett, freundlich, hat sich echt Mühe mit mir gegeben. Sie hat 
bloß überhaupt nicht kapiert, was mit mir los war. 
Jule: 
Was war denn mit dir los? 
Romeo Gitano: 
Wenn meine Eltern gegangen sind, wurde ich panisch. Da war die Geborgenheit weg, das 
Umhüllte. Aber ihr habt ja ein Wort dafür, hab ich mal aufgeschnappt: bildungsfern. Familie, 
Schule, Familie – zwei Fernreisen am Tag. Nicht schlecht, oder? 
Jule:  
Hast du eben IHR gesagt? Immer schön alles in einen Sack schmeißen. Ich sehe genau, was 
hinter deiner Schädeldecke vorgeht: Tochter aus gutem Hause, Abitur am Kippenberg oder 
mindestens Oberschule Findorff, hat genug Kohle von zu Hause, um sich eine Weile im 
Musikgeschäft austoben zu können.  
Romeo Gitano: 
Und was stimmt daran nicht? 
Jule:  
Und du bist der authentische, geschundene Typ mit jeder Menge Drama, Unterdrückung und 
Scheißebauen in der Biografie. Keine Chancen, nur Stolpersteine.   
Romeo Gitano: 
Genau, und beruflich mache ich irgendwas mit Autos, stimmts? 
Jule:  
Kannst meins ja mal reparieren. Und wie kommen wir da raus? 
Romeo Gitano: 
Woraus? 
Jule:  
Aus diesen ganzen Vorurteilen und Schuldgefühlen. Diesem Misstrauen.   
Romeo Gitano: 
Du suchst ein Happy End? 
Jule: 
Möchtest du die Stimmen der Vergangenheit nicht loswerden? 
Romeo Gitano:  
Wie soll das gehen?  Ich möchte die Verbindung behalten. Wir brauchen Orte, wo wir uns 
unseren Vorfahren verbunden fühlen. So wie diesen. 
Jule:  
Und wie machen WIR weiter?