GEW Bremen
Du bist hier:

TV-LStreik in Bremerhaven

Knapp 70 tarifbeschäftigte Lehrkräfte aus Bremerhavener Schulen folgten Warnstreikaufruf der GEW

 

 

18.11.2021 - Peer Jaschinski | Stadtverbandsvorstandssprecher GEW Bremerhaven

Bremerhaven – Noch vor Schulbeginn fanden sich heute knapp 70 tarifbeschäftigte Lehrkräfte vor der Schule am Ernst-Reuter-Platz ein und äußerten dort lautstark ihren Unmut zur Blockadehaltung  der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL). Unterstützt wurden sie dabei durch Kolleg:innen der Gewerkschaft der Polizei.

Ohne Verhandlungsbereitschaft ließ die Arbeitgeberseite zwei angesetzte Verhandlungsrunden mit der Begründung der leeren Kassen der Länder und der nicht Finanzierbarkeit verstreichen. In Sprechchören forderten die Lehrkräfte fünf Prozent mehr Gehalt und die stufengleiche Höhergruppierung bei voller Mitnahme ihrer bisherigen Stufenlaufzeiten. Besonders der nicht stufengleiche Aufstieg stellt eine dauerhafte Benachteiligung gegenüber Beamtinnen und Beamten da.

„Stark betroffen sind weiterhin die quer eingestiegenen Lehrkräfte, die ohne einen tariflichen Anspruch auf Höherqualifizierung vom ersten Tag an die gleiche Arbeit leisten müssen. Und dies bei wesentlich schlechterer Bezahlung“,

sagt GEW-Stadtverbandsvorstandssprecher Peer Jaschinski. „In Bremerhaven arbeitet mittlerweile fast jede vierte Lehrkraft über den Quereinstieg. Sie sind inzwischen eine tragende Säule in den Bremerhavener Schulen.“

„Es ist endlich an der Zeit, wertschätzende Signale in die Richtung der tarifbeschäftigten Lehrkräfte zu senden. Die Blockadehaltung der Arbeitgeber ist bei zu erwartenden steigenden Steuereinnahmen und einer immer dünner werdenden Personaldecke nicht mehr nachvollziehbar und für die Bremerhavener Schulen als fahrlässig zu bezeichnen“,

macht Peer Jaschinski abschließend deutlich.

Hintergrund-Infos:

Es wird jetzt ernst!
Die Tarifgemeinschaft der Länder verließ auch in der 2.Verhandlungsrunde am 2. und 3. November ohne ein Angebot den Verhandlungstisch. Ihr Verhandlungsführer aus Niedersachsen, Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU), wies alle gewerkschaftlichen Forderungen als nicht finanzierbar zurück. Das kann nach unseren erbrachten Leistungen in den letzten 2 Jahren und einer Inflationsrate von über 4 Prozent nicht deren Ernst sein. Die GEW ruft deshalb ihre Mitglieder im Geltungsbereich des Länder-Tarifvertrags bundesweit zu Warnstreiks auf. Am 27. und 28. November 2021 werden die Verhandlungen fortgesetzt. 
Auch wir in Bremerhaven sind aufgerufen. Am 18. November werden wir in einen ersten ganztägigen Warnstreik treten, am 24. November wird ein zweiter Warnstreiktag folgen. Im Anhang findet ihr den offiziellen Warnstreikaufruf für Bremerhaven und wichtige Details.
Liebe Kolleg:innen, auch wenn es in der jetzigen Coronalage schwer fällt in die Aktion zu treten, müssen die Arbeitgeber so viel Druck spüren, dass sie endlich ein gutes, wertschätzendes Angebot vorlegen! Folgt unserem Warnstreikaufruf und findet euch am 18. November um 7.30 Uhr vor der Schule am Ernst-Reuther-Platz ein!

Warnstreikaufruf

Die Gewerkschaften verhandeln seit dem 8. Oktober 2021 mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) über eine Gehaltserhöhung für die Tarifbeschäftigten im Geltungsbereich des TV-L. Bisher haben die Arbeitgeber kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt.  
 
Die GEW fordert in der Tarifrunde 2021 
▪  Erhöhung der Tabellenentgelte um 5 Prozent, mindestens aber 150 Euro bei einer Laufzeit von 12 Monaten! 
▪  Die Entgelte der Auszubildenden und Praktikant*innen sollen um 100 Euro monatlich erhöht werden. 
 
Zur Durchsetzung dieser Forderungen ruft die GEW ihre tarifbeschäftigten Mitglieder im Geltungsbereich des TV-L und des TV Prakt-L am 18.11.2021 zu einem ganztägigen Warnstreik auf. 
  


7.30 Uhr Treffen vor der Schule am Ernst-Reuter-Platz 
9.00 Uhr Streiklokal im Sitzungssaal des Gewerkschaftshauses 

+++ Stets aktuell informiert +++ Das Länder-Tariftelegramm der GEW +++  Jetzt bestellen unter https://www.gew.de/tariftelegramm-laender/ +++ Telegramkanal: https://t.me/gewtarifcamp