GEW Bremen
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Stellungnahme der GEW - gegen weitere Beschädigungen der Sekundarstufe II

Die Deputation für Bildung hat im Dezember 2011 beschlossen, in den Räumen des bisherigen Oberstufenzentrums Blumenthal eine weitere Oberschule einzurichten und damit das Oberstufenzentrum aufzulösen. Die sozialpädagogische Fachschule als berufliche Abteilung wird umgesiedelt. Außerdem ist die Zerschlagung des Oberstufenzentrums SZ Walle geplant, weil die Oberschule Waller Ring aufgrund der Ganztages in dieses Gebäude ziehen soll (voraussichtliche Beschlussfassung nach Redaktionsschluss).

16.01.2012 - von Harry Eisenach

Auch in der gymnasialen Oberstufe gibt es negative Änderungen: Neben den Stundenkürzungen mit größeren und weniger Kursen wird jetzt die Abkehr vom Kurssystem und den Profilen durch besondere Auflagen bei der Einrichtung von Klassenverbänden im ersten Jahr der Oberstufe verschärft.
Die GEW protestiert gegen diese beiden geplanten Verschlechterungen. Die Bildungssenatorin setzt damit nach der Einrichtung von Mini-Oberstufen zu Lasten der bestehenden Oberstufen und den Stundenkürzungen dieses Schuljahres ihre verhängnisvollen Maßnahmen gegen die Oberstufen fort.

1. Oberstufenzentren werden zerschlagen und Berufsausbildungen beeinträchtigt

Die Bildungssenatorin plant, die Schulzentren der Sekundarstufe II in Walle und Blumenthal in dieser Form zu zerschlagen und die Abteilungen in andere Gebäude umzusiedeln. Sie setzt damit ihre auch finanziell aufwändige Politik fort, die Schulzentren der Sekundarstufe II mit berufs- und allgemeinbildenden Abteilungen in der Stadt Bremen abzuschaffen. Mögliche und bestehende Kooperationen von Allgemein- und Berufsbildung werden im Gegensatz zu Bremerhaven hier mit dem Zweck aufgegeben, das Schulmodell der Senatorin von durchgängigen Oberschulen und Gymnasien ohne Berufsbildung durchzusetzen.
Die GEW schließt sich der Aussage des Arbeitskreises der Schulleitungen der Berufsschulen an, dass die Beruflichen Schulen zum Steinbruch für die Umsetzung der Bildungspolitischen Ziele der Bildungssenatorin gemacht werden sollen. Die beabsichtigten räumlichen Veränderungen gehen zu Lasten der Qualität und sind gleichzeitig eine Geldverschwendung nach dem fächergerechten Ausbau der Schulen für die Berufsausbildung. Eine demokratische Beteiligung und die Mitbestimmung der betroffenen KollegInnen, Eltern und SchülerInnen an den Planungen hat es nicht gegeben.
Werden für weitere Ganztagsschulen in der Sekundarstufe I zusätzliche Räume benötigt, so sind die dafür notwendigen Baumaßnahmen zu finanzieren. Keinesfalls darf eine solche Maßnahme zu Lasten anderer Schulformen gehen!
Die GEW fordert die Bildungssenatorin und die Deputation für Bildung auf, die bisher vorgesehenen Planungen nicht zu beschließen, sondern im Rahmen einer demokratischen Beteiligung den Bedürfnissen aller Schulen nachzukommen.

2. Änderungen der gymnasialen Oberstufe gehen zu Lasten der Qualität und der Arbeitsbelastung

Die geplanten Änderungen bei der gymnasialen Oberstufe schränken die Wahlmöglichkeiten und das Angebot ein. Die reformierte Oberstufe mit wählbaren Fächern und Profilen wird so abgeschafft. In der aktuellen Planung dürfen die Klassenverbände des 1. Jahrgangs der Oberstufe, der Einführungsphase, keinen Bezug zu den späteren Profilkursen haben, obwohl eigentlich darauf vorbereitet werden soll. Einen Teil der Profilfächer der Qualifizierungsphase im 2. und 3. Jahr lernen die SchülerInnen erst nach ihrer Wahl kennen und können nicht mehr wechseln. Außerdem bedeuten die vorgesehenen Änderungen für viele SchülerInnen einen zusätzlichen mehrfachen Lehrer - und Fächerwechsel.
Gleichzeitig erhöht sich für viele Lehrkräfte die Arbeitsbelastung, denn sie müssen aufgrund von Stundenkürzungen in ihrem Fach wahrscheinlich zukünftig mehr Kurse unterrichten. Damit verschlechtert sich aufgrund der erhöhten SchülerInnenzahlen die Qualität der Betreuung. Die Korrekturbelastung steigt.
Die GEW fordert die Möglichkeit für die Schulen zu schaffen, die Eingangsphase der gymnasialen Oberstufe so zu gestalten, dass die Wahlfreiheit in der Profiloberstufe erhalten bleibt bzw. wiederhergestellt wird und eine Vorbereitung auf die Profile auch für Fächer erfolgen kann, die nicht zu den sogenannten „Kernfächern“ gehören.


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