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Schulentwicklung in Bremerhaven

Die BLZ befragte Ruth Tschentscher vom Personalrat

16.03.2012

Die Schulentwicklungsplanung in Bremerhaven hat längere Planungszeiten vorgesehen als die in Bremen. Die Oberschule hat erst in diesem Schuljahr zugleich mit der Inklusion im 5. Jahrgang angefangen. Wie wurde das gewonnene Jahr genutzt?
Das gewonnene Jahr wurde vor allem für eine intensive Planung und Vorbereitung sowie für die Begleitung und Auswertung der „Pilotschule“ genutzt. Eine Schule, die Georg-Büchner-Schule II hat nämlich schon im Schuljahr 2010/2011 als Oberschule mit Integration begonnen.
Im Schulamt hat sich regelmäßig eine Gruppe von Schulleitungen, der Fachberaterin für Sonderpädagogik, dem Personalrat und dem zuständigen Oberschulrat getroffen, die gemachten Erfahrungen und offene und vor allem ständig neu auftretende Fragen besprochen. So sind unter anderem ein Leitfaden für Teamentwicklung und ein Leitfaden für Schulleitungen entstanden. Die sonderpädagogische Beraterin ist übrigens bei allen wichtigen Treffen dabei.
Auch die Vorbereitung der ersten Kolleginnen und Kollegen erfolgte in diesem Jahr. Am Lehrerfortbildungsinstitut (LFI) wurden für die Hauptfächer didaktische Teams gegründet, die die jährliche Fortbildung für die neuen 5. Jahrgangsteams vorbereiten und durchführen. Wir haben nämlich immer ein sogenanntes „Vorlaufjahr“. Im November vor dem Beginn des 5. Jahrgangs stehen die neuen Teams, möglichst inklusive der Sonderpädagogen bzw. Sonderpädagoginnen fest. Diese nehmen dann ab Februar an dieser verpflichtenden Fortbildung teil. Dafür bekommen sie eine Entlastungsstunde. Gleichzeitig haben sie Zeit, als Team zusammenzuwachsen und sich auf das kommende Schuljahr vorzubereiten.
In diesem Jahr gab es zusätzlich eine Informationsreihe für die Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen, in der sich alle zukünftigen Oberschulen mit ihren Konzepten bzw. den ersten Vorstellungen davon vorstellten. So konnten diese einen Einblick in alle Schulen bekommen, da bei der Versetzung vom Förderzentrum an die Oberschulen möglichst die Wünsche der Kolleginnen und Kollegen berücksichtigt werden.

Ausstattung

Wie ist die Ausstattung in Bremerhaven? Und in welcher Form werden die SchülerInnen aufgenommen?

Die Klassenfrequenz für Klassen mit Schülern aus dem Bereich LSV (Lernen, Sprache und Verhalten) ist 22 (i.d.R. 19 „Regelschüler“ + 2 „I-Kinder“ + 1 Reserveplatz). Im ersten Jahr waren es häufig 3 SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf, da es überdurchschnittlich viele Statuierungen gab. D.h. der Reserveplatz war dann schon zu Beginn besetzt. Pro SchülerIn mit sonderpäd. Förderbedarf gibt es 4 LWS „Sonderpädagogik“, da bei uns nicht zwischen Lernen und Verhalten getrennt wird.
Bei der Inklusion mit SchülerInnen aus dem Bereich Wahrnehmung und Entwicklung ist die maximale Klassenfrequenz auch 22, wobei dort gilt: 14 „Regelschüler“, 5 SchülerInnen aus dem W+E-Bereich, 2 SchülerInnen LSV und ein Reserveplatz).
Förderbedarf.
Die Eltern von SchülerInnen mit sonderpäd. Förderbedarf konnten bis zu drei Schulen wählen. Diesen Wünschen wurde bestmöglich entsprochen. Bei Problemen bei der Zuweisung wurde persönlich telefonisch Rücksprache mit den Eltern gehalten. Wichtig war für uns eine gleichmäßige Verteilung, damit die Lernbedingungen an allen Schulen vergleichbar gestaltet werden können.
Im Bereich W+E . gibt es In der Primarstufe zwei Standorte, an denen diese SchülerInnen integrativ beschult werden, in der Sekundarstufe I drei Standorte, die dann auch behindertengerecht ausgestattet sind. Die Zuteilung erfolgte einvernehmlich in Absprache mit den Eltern.

Entlastungen

-Welche Entlastungen erhalten die KollegInnen für die Planung?
Kolleginnen und Kollegen in den Kernfächern erhalten im Vorlaufjahr für die Teilnahme an den oben beschriebenen Fortbildungen der didaktischen Teams und zur Vorbereitung 1 LWS Entlastung. Im 5. Jahrgang selbst gibt es dann für die Kolleginnen und Kollegen 2 LWS. Die „Starterjahrgänge“ erhalten dann wie in Bremen eine kleine Entlastung bis zum 10. Jahrgang.

Fortbildungen

Sind begleitende entlastete Fortbildungen vorgesehen?

Wie schon erwähnt gab und gibt es die didaktischen Werkstätten im Vorlaufjahr. Damit ist sicher gestellt, dass soweit möglich alle Kolleginnen und Kollegen zumindest ein wenig vorbereitet mit der Arbeit an den Oberschulen und in der Inklusion starten. Daneben gibt es natürlich noch diverse weitere freiwillige Fortbildungen zum Thema Inklusion, Umgang mit Heterogenität, Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten u.s.w.
Auch war der Schwerpunkt der letzten pädagogischen Woche natürlich die Auseinandersetzung mit Heterogenität und Inklusion.
Weiterhin gibt es dieses Schuljahr eine Fortbildung Inklusion für alle neu eingestellten Lehrkräfte, die zum Teil aus anderen Bundesländern kommen und noch wenig mit diesen Fragestellungen konfrontiert wurden.
Als letzten Punkt ist vielleicht noch das Integrationsforum zu nennen. Einmal monatlich treffen sich die Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen aus den jetzigen fünften Jahrgängen zu einem kollegialen Austausch, aber auch um Themen wie Diagnostik zu besprechen oder an der Tätigkeitsbeschreibung zu arbeiten.

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