GEW Bremen
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Kein „Weiter so“ zum 01.02.2017!

Der Personalrat Schulen wird dem Einsatz von Studierenden an Schulen zum 01. Februar 2017 nicht mehr zustimmen, wenn bis dahin keine wirksamen Maßnahmen gegen den Lehrkräftemangel beschlossen werden. Vorrangig ist dabei die Aufstockung der Referendarsplätze um mindestens weitere 50. Dieses Vorgehen hat die Personalversammlung der Lehrkräfte am 30. November 2016 einhellig unterstützt. Ein „Weiter so“ darf es nicht geben, dieser Umgang mit dem Lehrkräftemangel durch kurzsichtiges „Löcherstopfen“ ist nicht mehr hinnehmbar.

23.12.2016 - GEW und Personalrat Schulen drängen auf wirksame Maßnahmen gegen den Lehrkräftemangel.

Trotz regelmäßiger unbezahlter Mehrarbeit wurde im Oktober 2016 in der Stadtgemeinde Bremen jede elfte Unterrichtsstunde nicht durch eine voll ausgebildete Lehrkraft unterrichtet, oder sie fiel ganz aus. Über zweihundert Master-Absolvent*innen erteilen Vertretungsunterricht, statt als Referendar*innen ihre Ausbildung abzuschließen. Dazu kommen mehr als 230 Bachelorabsolvent*innen! Etliche werden sogar als Klassenlehrer*innen eingesetzt. Die Studierenden sind – bei allem guten Willen – selten ausreichend qualifiziert. Keiner von uns würde sich von einem Medizinstudenten operieren lassen… Es droht die schleichende Dequalifizierung des Lehrer*innenberufs.

Es besteht zurzeit ein bundesweiter Lehrer*innenmangel, aber die aktuelle Not in Bremen ist zum großen Teil hausgemacht: Der Senat hat es versäumt, rechtzeitig im Hinblick auf die Pensionierungswelle für Ersatz zu sorgen; 2012 wurden gar hundert Stellen für Auszubildende weggekürzt! Ein besonderer Mangel besteht in den Fächern Sonderpädagogik, Deutsch als Zweitsprache, Sport und Arbeitslehre. Diese Studiengänge wurden in der Universität Bremen vor einigen Jahren abgeschafft...

Forderungen kurz gefasst:

Die Senatorin muss endlich

  • die Zahl der Referendariatsplätze um mindestens 50 weitere aufstocken. Das Nachrückverfahren bei Absagen von Referendar*innen muss optimiert werden.
  • dafür Sorge tragen, dass der Studiengang Inklusive Pädagogik für die Sekundarstufe umgehend eingerichtet wird, die Studiengänge Deutsch als Zweitsprache, Sport und Wirtschaft-Arbeit-Technik wieder aufgenommen werden und die Attraktivität insbesondere der naturwissenschaftlichen Lehramtsstudiengänge erhöht wird.
  • für eine berufsbegleitende Qualifizierung der Quereinsteigenden sorgen mit dem Ziel ihrer (tarif- und besoldungsrechtlichen) Gleichstellung
  • den Einsatz von Bachelor-Absolvent*innen als Unterrichtsvertretung wieder abbauen und ihren Einsatz auf eine festgesetzte Höchststundenzahl beschränken sowie den Schulen Anrechnungsstunden für ihre Einarbeitung, Begleitung und Unterstützung zur Verfügung stellen.
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