GEW Bremen
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50. Jahrestag des „Radikalenerlasses“: Ein Thema für den Unterricht?!

Am 28. Januar 1972 wurde der sogenannte Radikalenerlass vom Bundeskanzler Willi Brandt und den Ministerpräsidenten der Länder beschlossen. In der Folge wurden Tausende Bewerber für den Öffentlichen Dienst, insbesondere für den Schuldienst, abgelehnt und Hunderte entlassen. Es entstand ein Klima der Einschüchterung und Angst, Anhörungsverfahren und Bespitzelung, die „Gefahr der kommunistischen Unterwanderung“ prägten die öffentliche Diskussion. Zugleich aber entwickelte sich in den nächsten Jahren Solidarität mit den Betroffenen und internationale Unterstützung.

Zugleich wurden die Berufsverbote in andere Bereiche des Öffentlichen Dienstes und Unternehmen ausgeweitet, in den Gewerkschaften wurden Mitglieder linker Organisationen mit Hilfe des „Unvereinbarkeitsbeschlusses“ ausgeschlossen. Zunehmend widersprachen Gerichte der Berufsverbotspolitik, nicht zuletzt der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) im Fall der Kollegin Dorothea Vogt.

Erst Ende der „70er Jahre“ wurde diese antidemokratische Politik von Verantwortlichen wie Willi Brandt und Hans Koschnik „als politischer Fehler“ bekannt. Vor 10 Jahren haben die Bremische Bürgerschaft und der Senat Abstand von der Politik der Berufsverbote genommen und die damit verbundene damalige politische Überprüfungspraxis verurteilt. Die Aufforderung der Bürgerschaft an den Senat, „mit den Betroffenen einen ideellen Abschluss zu suchen“ steht weiterhin aus.

Theater, Zeitzeug*innen, Freikarten und -Bücher zum Jahrestag

Anlässlich des 50. Jahrestages erinnert die GEW Bremen an die Folgen dieser Politik und tritt weiterhin für eine Demokratisierung in den Bildungseinrichtungen und allen gesellschaftlichen Feldern ein. Mit ehemals Betroffenen und Kooperationspartnern bietet sie interessierten Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrer*innen an:

  • 24. Januar 2022 18.00 Uhr: Shakespeare Company „Staatsschutz, Treuepflicht, Berufsverbot“ (Aus den Akten auf die Bühne)mit anschließender Diskussion

GEW und GGG (Gesamtschul-Oberschulverband Bremen) laden Schülerinnen und Schüler, Klassen und Kurse (im Rahmen der verfügbaren Plätze) zur Aufführung der Shakespeare Company ein: Lehrer*innen sind gebeten, ihre Klassen/ Kurse bei der GEW für die Veranstaltung anzumelden: info(at)gew-hb(dot)de.

  • Buch „Staatsschutz, Treuepflicht, Berufsverbot“

Die ersten zehn anmeldenden Lehrkräfte erhalten für ihre Unterrichtsvorbereitung das Buch „Staatsschutz, Treuepflicht, Berufsverbot“ von der GGG (Gesamtschul-Oberschulverband Bremen) geschenkt.

  • Zeitzeugengespräche an Schulen vermitteln:

Barbara Larisch: blarisch(at)gmx(dot)net, Kalle Koke: koke(at)uni-bremen(dot)de, Frank Behrens: frank.behrens.hb(at)t-online(dot)de

Termin
24.01.2022, 18:00 - 20:00 Uhr
Veranstaltungsort
bremer shakespeare company
Schulstraße 26
28199 Bremen
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Yasemin Kilic
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