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GeschlechtergleichstellungUniversität Bremen plant Stellen-Aus in der Geschlechtergerechtigkeit:

GEW für nachhaltige Absicherung erfolgreicher Gleichstellungsmaßnahmen

26.03.2019 - Inge Kleemann

An der Universität Bremen droht wichtigen Maßnahmen im Bereich Chancengerechtigkeit und Geschlechtergleichstellung aktuell das Aus. Die hierfür verantwortlichen langjährigen Mitarbeiterinnen sollen nicht weiterbeschäftigt werden. Zahlreiche Versuche von verschiedenen Seiten innerhalb der Universität, die Universitätsleitung zum Umdenken zu bewegen, blieben erfolglos. Für teilnahmewillige Studierende und Beschäftigte, die davon ausgingen, dass die bewährten Angebote fortgesetzt werden, ist dies ein harter Schlag. Die GEW Bremen fordert den Rektor und den Kanzler der Universität auf, durch eine personelle und strukturelle Kontinuität dafür Sorge zu tragen, dass die bewährten und erfolgreichen Angebote und Maßnahmen dauerhaft weitergeführt werden.

Bremen – Inge Kleemann, Referentin für Hochschule und Forschung der GEW Bremen erklärt dazu:

„Es ist in keiner Weise nachvollziehbar, dass das Land im Wissenschaftsplan die Weichen dafür stellt, die hervorragende Arbeit im Bereich der Gleichstellung weiter auszubauen, während die Universität durch eine entgegengesetzte Personalpolitik erfolgreiche Strukturen schädigt und in ihren Fortbestand in Frage stellt!“. 

Vor dem Hintergrund der jetzt nach und nach endenden Verträge ist in einigen Programmen eine Planung von Angeboten und Beratung schon ab Ende April 2019 nicht mehr möglich. Die Überlegung, zur Weiterführung solcher Programme neues Personal einzustellen, ist für Christian Gloede, Landesvorstandssprecher der GEW, völlig abwegig: 

„Es ist aberwitzig und geradezu zynisch wenn hochqualifizierte Mitarbeiter*innen, die mit ihrer Kompetenz und ihrem Engagement Programme aufgebaut haben, mit denen sich die Universität nach außen schmückt, nun immer wieder gegen neue befristete Beschäftigte ausgetauscht werden sollen!“

Im Rahmenkodex „Vertragssituationen und Rahmenbedingungen von Beschäftigungen an den staatlichen Bremischen Hochschulen“, der 2016 zwischen der Senatorin für Wissenschaft, den Leitungen der staatlichen bremischen Hochschulen, Gewerkschaften und weiteren Interessenvertretungen ausgehandelt wurde, ist festgehalten, dass wissenschaftliche Angestellte, die überwiegend Daueraufgaben übernehmen, unbefristet beschäftigt werden sollen. Sowohl das Gleichstellungszukunftskonzept „geschlechtergerecht 2028“ der Universität als auch der jüngst vom Bremer Senat vorgestellte Wissenschaftsplan 2025 lassen erkennen, dass das Land die Anstrengungen im Bereich Gleichstellung der Geschlechter im Wissenschaftsbetrieb sowie die Weiterentwicklung von Chancengerechtigkeit als langfristige Aufgabe ansieht und nicht als kurzfristiges Projekt. Ralf Streibl, Sprecher der Fachgruppe Hochschule und Forschung der GEW Bremen, stellt klar: 

„Eine Daueraufgabe bleibt eine Daueraufgabe, selbst wenn temporär Geld aus unterschiedlichen Quellen dafür verwendet wird. Das Gleichstellungszukunftskonzept der Universität sowie der Wissenschaftsplan verdeutlichen explizit, was in der Praxis längst schon offensichtlich ist: die Notwendigkeit der strukturellen Absicherung und Verstetigung der bestehenden Programme und Maßnahmen als solide Basis für nächste, darauf aufbauende Schritte und zukünftige Vorhaben.“ 

Die GEW Bremen fordert die Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz auf, sich entschieden dafür einzusetzen, dass die Universität umgehend die Verträge der Mitarbeiterinnen entfristet, damit diese die bestehenden Programme nahtlos und verlässlich weiterführen und ihre Beratungs- und Unterstützungstätigkeiten für die Studierenden und Beschäftigten der Universität in bewährter Weise fortsetzen können.

Für Nachfragen steht zur Verfügung:
Inge Kleemann | 0171/9344523
Christian Gloede | 0174/9790755

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