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Streik Tarifverhandlungen gescheitert: Urabstimmung an der Privatschule Mentor eingeleitet

Nach vier ergebnislosen Verhandlungsterminen erklärt die GEW die Tarifverhandlungen an der Privatschule Mentor für gescheitert und hat die Urabstimmung zum Streik eingeleitet.

 

15.11.2019 - Christian Gloede

Die GEW ist jederzeit bereit an den Verhandlungstisch zurückzukehren wenn ein ernsthaftes und verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeberseite vorliegt. Mit einem Streikauftakt könne bereits in der kommenden Woche gerechnet werden.

Strittig ist insbesondere die Höhe der prozentualen Entgeltsteigerung. Die GEW fordert darüber hinaus die Einführung einer Jahressonderzahlung und einer Gehaltsstufe 6 sowie Regelungen zu einer betrieblichen Altersvorsorge. In vergangenen Tarifrunden hatten sich Gewerkschaft und Arbeitnehmerseite darauf verständigt, in diesem Jahr konkrete Schritte zur Annäherung an das Gehaltsgefüge im Öffentlichen Dienst zu vereinbaren, die Arbeitgeberseite lässt hierzu jedoch keinen Willen erkennen.

Trotz gleichwertiger Arbeit liegen bereits die Einstiegsgehälter monatlich mehr als 500 Euro hinter denen der Lehrkräfte im öffentlichen Dienst zurück.

Insbesondere vor dem Hintergrund des Lehrkräftemangels, fürchtet die Bildungsgewerkschaft, wird die Schule zukünftig keine ausreichend qualifizierten Lehrkräfte mehr gewinnen können. Dies würde die Qualität des Unterrichts nachhaltig verschlechtern und die Attraktivität dieser Schule für Kolleg*innen und Eltern deutlich mindern.

"Wenn uns ein Angebot mit substanziell verbesserten Lohnzuwächsen vorliegt, sind wir sofort bereit wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Unsere Tür steht offen,“ bietet Christian Gloede, Landesvorstandssprecher der GEW an.  

 “Vielleicht sollte auch die Senatorin für Kinder und Bildung im Sinne der Tariftreue   eine vernünftige Bezahlung einfordern. Gegebenenfalls sollte sie überlegen,  eine derartige „Schule der zweiten Chance“ mit gewollt sozialem Profil als staatliche schule weiterzuführen.

Was bisher geschah...

Seit dem 28. Juni führt die GEW mit der Privatschule Mentor in Gröpelingen Tarifverhandlungen. Nach mehreren Verhandlungsrunden sind sich die Tarifpartner noch nicht wesentlich näher gekommen. Die nächste Verhandlungsrunde findet am Dienstagnachmittag statt.

Die GEW fordert eine deutliche Annäherung der Gehälter an den öffentlichen Dienst, die Einführung einer Jahressonderzahlung und einer Gehaltsstufe 6 sowie Regelungen zu einer betrieblichen Altersvorsorge.  Bei der Einkommensentwicklung droht die Privatschule den Anschluss an den öffentlichen Dienst vollständig zu verlieren. Trotz absolut gleichwertiger Arbeit liegen bereits die Einstiegsgehälter monatlich mehr als 500 Euro hinter denen der Lehrkräfte im öffentlichen Dienst zurück. Insbesondere vor dem Hintergrund des Lehrkräftemangels, fürchtet die GEW, dass die Schule zukünftig keine ausreichend qualifizierten Lehrkräfte mehr gewinnen kann.

"Wir haben in der letzten Verhandlungsrunde einen guten Weg für einen Kompromiss aufgezeigt und erwarten nun, dass uns die Arbeitgeberseite entgegenkommt"

erläutert Christian Gloede,  Landesvorstandssprecher der GEW, den Stand der Verhandlungen. Andernfalls könne ein Scheitern nicht mehr ausgeschlossen werden.

Im Zweifelsfalle ist die Senatorin für Kinder und Bildung gefragt, sich für eine vernünftige Bezahlung im Sinne der Tariftreue einzusetzen. Gegebenenfalls sollte auch überlegt werden, ob eine derartige „Schule der zweiten Chance“ mit gewollt sozialem Profil nicht von öffentlicher Hand geführt werden könnte.

Für Nachfragen steht zur Verfügung:
Christian Gloede |  mobil 0174-97 90 755

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