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PISA 2009: Ergebnisse kein Grund zur Zufriedenheit

Trotz leichter Verbesserungen hat die Bundesrepublik nicht den Anschluss an die bildungspolitisch führenden Länder geschafft. So nüchtern muss man die Resultate der neuesten PISA-Studie einschätzen.

08.12.2010 - Bernd Winkelmann

Im Einzelnen:

  • Die ermittelten Leseleistungen sind im internationalen Vergleich Mittelmaß;

  • die Gruppe der Jugendlichen mit schwacher Lesefähigkeit ist mit 18,5% immer noch erschreckend hoch;

  • die Koppelung von sozio-ökonomischem Hintergrund und Bildungserfolg bleibt stark.

Demgegenüber stellt die Studie Kriterien erfolgreicher Schulsysteme heraus. Diese Systeme sind gekennzeichnet durch gleiche Bildungschancen unabhängig vom Status der Eltern, von später Aufteilung in verschiedene Bildungszweige und von einer positiven Würdigung der Leistung von Lehrkräften in der Gesellschaft.

Die GEW Bremen zieht daraus folgende Schlussfolgerungen:

  • Wenn Lesen weiterhin ein derart markantes Problemfeld der Bildung in Deutschland darstellt, dann muss die Förderung von Kindern zur Steigerung der Lesekompetenz intensiviert werden. Dazu bedarf es qualifizierter Fachkräfte, einer gezielten Förderung in kleinen Gruppen und zusätzlichen Lehrerstunden, z.B. für die Betreuung der Schulbücherei;
  • wenn der sozio.ökonomische Hintergrund eine so gravierende Rolle spielt, dann müssen Schulen in sozialen Brennpunkten erheblich besser ausgestattet werden, damit sie ihren Bildungsauftrag erfüllen können;
  • wenn Lehrkräfte die beschriebene große Bedeutung für den Lernerfolg haben, dann muss die Attraktivität dieses Berufes gesteigert werden, um die drohende Unterversorgung mit qualifiziertem Personal zu verhindern. Eine Diskussion über weiteren Stellenabbau wegen der „Schuldenbremse“ verbietet sich damit..

Die politischen Entscheidungsträger sind erneut gefordert. Das bisherige Vorgehen, viel Geld in Tests zu stecken, ist falsch. Geld für Förderung ist vielmehr das gebot der Stunde. Benötigt werden mehr Lehrkräfte, mehr Schulsozialarbeiter und mehr Zeit für die Kinder und Jugendlichen

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