GEW Bremen
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Keine Schlichtung ohne generelle Aufwertung

Zur heutigen Bremer Solidaritätsdemonstration für die Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst erklärt Christian Gloede, Landesvorstandssprecher der GEW Bremen: „Die Kolleg*innen haben nicht wochenlang dafür gestreikt, dass sie womöglich gespalten werden in Streikgewinnler*innen und -verlierer*innen, indem einige ein ‚Mehr an Anerkennung’ kriegen, andere nicht!

12.06.2015 - Christian Gloede

Der Kern der Forderungen war immer gerichtet an die generelle Aufwertung der ‚Frühkindlichen Bildung’ sowie der umfassenden Bedeutung der Erziehungs- und Bildungsarbeit! Dies muss sich in der Schlichtungsempfehlung widerspiegeln!“

Bremen – Gloede verweist in seiner Rede auf der Kundgebung auf den gesamtgesellschaftlichen Kontext dieser Auseinandersetzung und betont die Notwendigkeit eines bundeseinheitlichen Kita-Gesetzes, welches auf der einen Seite Standards vorgeben, andererseits aber auch den Kommunen die Mittel bereitstellen müsse. Diese Standards (Gruppengröße, Personalschlüssel, Qualifikationsanforderungen, etc.) müssten auf einem der Bedeutung der frühkindlichen Bildung entsprechendem Niveau vereinbart werden.

„Wir brauchen gute Bildung von Anfang an und eine qualifizierte sozialpädagogische und sozialarbeiterische Eigenständigkeit in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen. Nur das kann zu Chancengerechtigkeit und zur Überwindung der Armuts- und Bildungsschere beitragen. Dies ist eine gesamtgesellschaftlich Aufgabe, die auch im Rahmen dieser Tarifauseinandersetzung um die Anerkennung der Berufe des Sozial- und Erziehungsdienstes wahrgenommen wird.“

Ihre Durchsetzung kann somit nicht ausschließlich auf dem Rücken der Eltern ausgetragen werden, sondern die Last eines ggf. weiterhin notwendigen Arbeitskampfes müsse gesellschaftlich verteilt werden, so Gloede. „Einer almosenorientierten Schlichtung müssen wir dann die Radikalisierung des Streiks entgegensetzen. Wenn Erzieherinnen die Autoproduktion stoppen und das Fahren von Zügen verhindern, dann sollte die Bedeutung dieser Tarifauseinandersetzung in der Gesellschaft angekommen sein! Dies zu verhindern, ist die große Chance der Herren Schmalstieg und Milbradt.“                                                 

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