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GEW Bremerhaven zum Scheitern des Weiterbildungsstudiums für Sozialpädagog*innen an der Uni Oldenburg

01.04.2019 - Bernd Winkelmann

Bremerhaven – Zum Scheitern des Weiterbildungsstudiums für Sozialpädagog*innen an der Uni Oldenburg stellt die GEW zunächst fest, dass es auf Grund der Personalsituation an den Schulen Bremerhavens weiterhin nötig sein wird, auch bislang ungenutzte Wege der Qualifizierung zu gehen und mit diesen Maßnahmen weitere Personengruppen für die Arbeit in den Schulen zu gewinnen.

Im konkreten Fall des nunmehr abgebrochenen Studienangebots gilt es, den betroffenen Kolleg*innen durch eine spezifische und individuelle Beratung persönlich nutzbare Möglichkeiten (je nach bisheriger Bildungsbiographie) zu erschließen. Der Magistrat ist verpflichtet, diesen Kolleg*innen eine entsprechende Unterstützung zu gewähren. Dieses wird Ressourcen binden, aber auch das o. g. Studium hätte Geld gekostet.

Die im Schulausschuss vom 26.03.2019 angekündigte Veränderung von Strukturen auf Amtsebene ist zu begrüßen.

Allerdings wirft der Sachverhalt grundsätzliche Fragen auf.

Das eigentliche Desaster resultiert aus politischen Entscheidungen, mit denen vor 10-15 Jahren eine bildungspolitische Perspektivplanung verweigert wurde.

Man erinnere sich an die Verunglimpfung sozialer und pädagogischer Berufe in dieser Zeit. Sich heute vermeintlich über Fachkräftemangel zu wundern, ist blanke Heuchelei. Der Mangel war lange absehbar, die Altersverteilung der Mitarbeiter*innen bekannt.

Die zweite „systemrelevante“ Fragestellung betrifft den Öffentlichen Dienst generell. „Schlank“ sollte er werden. Politische Entscheidungsträger vergangener Jahrzehnte überboten sich bei Vorschlägen zum Stellenabbau, dem sie mit Strukturreformen so genannte „Synergieeffekte“, d. h. Arbeitsverdichtungen, entgegenstellten. Auch hier wird deutlich: Wenn man die Daseinsvorsorge „profitabel“ machen will, leidet die Versorgung der Bevölkerung darunter – ob im Krankenhaus, im öffentlichen Nahverkehr oder in der Schule.

Im misslungenen Versuch eines Weiterbildungsstudiums geht es mithin nicht nur um eine Schulverwaltung, die durch die aktuelle Situation unter Druck gerät. Vor allem sind die Systemmängel anzuprangern, die diese Situation der Unterversorgung mit Fachkräften verursachen. Diese beruhen auf politischen Entscheidungen. Und auf dieser politischen Ebene muss der Richtungswechsel erfolgen. Hier gilt es, aus den Fehlern der Vergangenheit endlich zu lernen.

Für Nachfragen steht zur Verfügung
Bernd Winkelmann | 0162-97 31 230

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