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GEW: Wer zu wenig ausbildet, verursacht Fachkräftenotstand

Der Bremer Lehrkräftemangel ist überwiegend hausgemacht.

15.09.2016 - Christian Gloede

Bremen – Das Schuljahr hat kaum begonnen, da unterrichten in den Bremer Schulen schon über 500 nicht fertig ausgebildete Bachelor- und Master-Absolvent*innen als Vertretungslehrkräfte. Die Bildungssenatorin begründet dies damit, dass Lehrer*innen mit dem zweiten Staatsexamen „auf dem Markt“ nicht zu bekommen seien.

„Tatsächlich besteht ein bundesweiter Mangel, aber in Bezug auf den Bremer Notstand ist dies weniger als die halbe Wahrheit“, erklärt Christian Gloede, Landesvorstandssprecher der GEW. An Bremens Universität hätten über 600 Lehramts-Master in den letzten zwei Jahren ihr Examen bestanden. Aber längst nicht alle bekämen einen Platz im Referendariat, um hier ihre Ausbildung abzuschließen.

Die fatale Weichenstellung, so die GEW, erfolgte im Jahre 2012: Damals beschlossen Finanzsenatorin Linnert und die damalige Bildungssenatorin Jürgens-Pieper, 100 Referendariatsstellen wegzukürzen, die zwei Jahre vorher von der Bildungsdeputation als Aufstockung beschlossen worden waren, um die absehbare Pensionierungswelle ausgleichen zu können. Man opferte Ausbildungsplätze, um Sparauflagen zu erfüllen. Die Quittung bekommen die Bremer Schulen jetzt.

Die GEW sieht hier einen Lösungsansatz: „Es müssen mindestens 100 neue Referendariatsplätze schnellst möglich eingerichtet werden, um innerhalb der nächsten 2-3 Jahre den Mangel ansatzweise zu beheben und die Unterrichtsqualität abzusichern.“

Darüber hinaus bestehe ein spezieller Mangel an Sonderpädagog*innen und Lehrkräften mit dem Fach Deutsch als Zweitsprache. „Dies sind genau die Studiengänge, die die Universität Bremen in den letzten Jahren abgeschafft hat – ebenfalls aufgrund von Sparauflagen des Senats. Da dieser Mangel langfristig bestehen wird, müssen beide umgehend wieder eingerichtet werden“, so Gloede

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