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GEW fordert Aktionsprogramm zur Gewinnung von Lehrkräften

Zur heutigen Sitzung der Deputation für Kinder und Bildung erklärt Christian Gloede, Landesvorstandssprecher der GEW Bremen: „Aktuell fehlen im Land Bremen Dutzende an Lehrkräften und die Zahl der Studierenden, die als Job, nicht im Rahmen ihrer Ausbildung unterrichten, steigt. Gleichzeitig warten Menschen mit abgeschlossenem ersten Staatsexamen immer noch auf einen Referendariatsplatz und Kolleg*innen mit im Ausland erworbenen Lehramtsabschlüssen auf ihre Anerkennung. Dieser Zustand ist absurd.“

31.08.2016 - Christian Gloede

Bremen – Die für das Jahr 2017 geplante Erhöhung der Ausbildungsplätze um 50 Referendar*innen (von 450 auf 500) sei angesichts der Mangelsituation, die auch in anderen Bundesländern spürbar ist, völlig unzureichend, so Gloede. Mindestens 100 Plätze seien notwendig, so die GEW. Weiter fordert die Bildungsgewerkschaft ein beschleunigtes und entbürokratisiertes Nachrückverfahren für Anwärter*innen auf einen Referendariatsplatz sowie einen erleichterten Einstieg für Kolleg*innen mit ausländischen Abschlüssen.

„Es kann nicht sein, dass auf der einen Seite bürokratische Monster den Zugang zu Schulen für ausgebildete Kolleg*innen verhindern und andererseits Studierende Klassenleitungen übernehmen. Wir brauchen im Moment auch pragmatische Lösungen, aber diese müssen zukunftsweisend und vernünftig sein“. Dazu gehörten auch der Ausbau von Studienplätzen und die Wiedereinführung in der Vergangenheit geschlossener Studiengänge wie z.B. Behindertenpädagogik, Sport, Deutsch als Zweitsprache oder Arbeitslehre sowie die Verbesserung der Studienbedingungen.

Eine deutliche Attraktivitätssteigerung des Lehrerberufes sei dringend von Nöten. Hierbei ginge es vordringlich um eine Reduzierung der Arbeitsbelastung, so die GEW. Gute Bildung für Kinder und Jugendliche setze eine gute Ausbildung und gute Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten voraus, betont Gloede. „Und wenn Bremen hier nicht bald wirksam handelt, wird es noch schwieriger werden, Lehrkräfte für dieses Bundesland zu gewinnen. Wir brauchen ein Aktionsprogramm zur Gewinnung von Lehrkräften, flankiert von einem Personalentwicklungs- und Mentoringkonzept.“

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