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BildungssenatorinGEW begrüßt, dass Sascha Aulepp neue Bildungssenatorin werden soll

Entscheidend ist die bessere Finanzierung der Bildung im Land Bremen

21.04.2021 - Elke Suhr

Die GEW begrüßt den schnellen Personalvorschlag zur Besetzung des Ressorts Kinder und Bildung durch Sascha Aulepp und gratuliert ihr an dieser Stelle.

„Wir hoffen, dass die Regierungsverantwortung für die Ressorts Kinder und Bildung damit erst ihren Anfang finden. Denn neben den rhetorischen Äußerungen zum hohen Stellenwert von Bildung muss Bildung auch finanziell weiter hinterlegt werden“

sagt GEW Landesvorstandssprecherin Elke Suhr. „Denn wenn Bildung nicht endlich erheblich besser finanziert wird, kann auch die neue Senatorin nur verlieren. Dies gilt es zu vermeiden. Deshalb benötigt Frau Aulepp für diese Aufgabe die Unterstützung der Regierungskoalition. Im Städtevergleich hinkt Bremen den anderen beiden Stadtstaaten erheblich hinterher.“ Die Ausgaben pro Schüler*in liegen in Bremen um 30 Prozent unter denen in Hamburg und um 40 Prozent unter denen Berlins.

Ein erklärtes Vorhaben der Koalition ist die Stärkung der Demokratie in den Schulen.
„Dies sollte unter Einbeziehung aller an Schule Beteiligten stattfinden“

ergänzt die bremische GEW Stadtverbandssprecherin Corinna Genzmer. „Hierfür müssen, beginnend von der Grundschule bis zur weiterführenden Schule, demokratiestärkende Konzepte in die verbindliche Umsetzung gelangen. Der vorliegende Vorschlag zur Veränderung des Schulverwaltungsgesetzes wird diesem Anspruch nicht gerecht.“ Als GEW freuen wir uns nicht nur diesbezüglich auf den Austausch mit Frau Aulepp, mit der wir bereits in der Vergangenheit in einem konstruktiven Austausch waren.

Unsere Erwartungen an das Bildungsressort haben sich in den letzten Jahren nicht wesentlich geändert. Als Bildungsgewerkschaft fordern wir, neben guten Arbeitsbedingungen für alle in und in Bildung Beschäftigten, weiterhin Bildungsgerechtigkeit und unterstützen dabei das von der scheidenden Senatorin formulierte Anliegen aus dem Jahr 2016 „alle Kinder und Jugendlichen angemessen zu fördern, ihre Potenziale zu erkennen und gerechte Teilhabechancen herzustellen.“ Von der GEW daraufhin formulierte Forderungen behalten neben anderen ihre Gültigkeit:

Für mehr Teilhabechancen bedarf es weiterhin der Einstellung von mehr Schulsozialpädagog:innen, Schulsozialarbeiter:innen, Erzieher:innen und Sonderpädagog:innen sowie eine ausreichende Vertretungsreserve, um mehr aufgabengerecht ausgestattete gebundene Ganztagsschulen, in denen genug Zeit für Beziehungsarbeit ist, zu etablieren.

Dafür bedarf es attraktiver Arbeitsbedingungen für alle an und in Schule Beschäftigten, denn Teilhabechancen zu erhöhen heißt auch, die Kolleg:innen zu unterstützen und wertzuschätzen, die diese formulierten Ziele umsetzen sollen und wollen.

Zur Attraktivität gehören auch ausreichende Kapazitäten in der Lehrer:innenbildung und Qualifikationsangebote für Quereinsteiger:innen mit Ausbildungsbedingungen, die die Lust und das Engagement angehender Lehrkräfte auf diesen Beruf und auf den hiesigen Standort fördern und anerkennen.

Potenziale zu erkennen erfordert, ausreichende Ressourcen zur Förderdiagnostik bereitzustellen. Wenn Potentiale erkannt werden sollen, muss dies auch bei der Lerngestaltung für die Schüler:innen bedacht und entsprechende Bildungsangebote vorgehalten werden – bis hin zur Ausbildung.

Wir erwarten weiterhin eine Stärkung des Weges zu einer echten inklusiven Schule für Alle.

Hier benötigt es deutlich mehr Anreize und eine bessere Grundfinanzierung! Die von Gymnasial- und Privatschulsystemen ausgehende faktische Konkurrenz muss durch verbesserte und herausgehobene Personalzuweisungen in allen Bereichen in die Grund- und Oberschulen ausgeglichen werden!

Wir wünschen Sascha Aulepp in ihrem zukünftigen Amt viel Erfolg.

Für Nachfragen steht zur Verfügung
Elke Suhr | Landesvorstandssprecherin
Corinna Genzmer | Stadtverbandsvorstandssprecherin