GEW Bremen
Sie sind hier:

VERA 3Freiwillig: Vergleichsarbeit VERA 3 muss in 2019 nicht geschrieben werden.

Nach Gesprächen zwischen Bildungssenatorin Dr. Claudia Bogedan und der GEW, hat die Senatorin den Kolleg*innen das Schreiben von VERA 3 in diesem Jahr freigestellt.

 

02.05.2019

Lehrkräfte der Bremer Grundschulen stehen dem Testverfahren VERA3 kritisch gegenüber. Das hat eine kürzlich durchgeführte Mitglieder-Umfrage der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) erneut gezeigt. Wenig aussagekräftige Ergebnisse und fehlende Unterstützung bei der Lösung festgestellter Probleme, sind wesentliche Gründe dieser Kritik. Ina von Boetticher, Landesvorstandssprecherin der GEW, dazu: „Seit gut 10 Jahren wird getestet, ohne dass sich die Situation der Schulen verbessert hätte. Die Tests liefern kaum überraschende Ergebnisse und es fehlt das Personal, etwa mit zusätzlicher Förderung auf Probleme zu reagieren.“

Bremen – Begründet wird der Mangel an Verbesserungen mit dem Fehlen von Fachkräften, und nicht vorhandenen (finanziellen) Ressourcen. Nach Gesprächen zwischen Bildungssenatorin Dr. Claudia Bogedan und der GEW, hat die Senatorin den Kolleg*innen das Schreiben von VERA 3 in diesem Jahr freigestellt. „Das ist ein Erfolg und zeigt aktuell ein Entgegenkommen von Seiten der Politik und ist zugleich ein Eingeständnis der misslichen Lage“, so von Boetticher. „Um die Akzeptanz von Testverfahren in den Kollegien zu erhöhen, braucht es aber Ressourcen z. B. in Form von Fachkräften, Räumlichkeiten, kleineren Lerngruppen und auch von Geld sowie Tests die auch im inklusiven Unterricht sinnvoll einsetzbar sind“, sagt von Boetticher weiter. „Die GEW fordert außerdem ein schlüssiges Konzept für Lernstandserhebungen, bevor über die Wideraufnahme der Vergleichsarbeiten entschieden wird“, ergänzt GEW-Landesvorstandssprecher Bernd Winkelmann. „Für dieses Jahr fordern wir die Schulleitungen und Kollegien an den Grundschulen auf, die erkämpfte Freiwilligkeit zu nutzen und VerA3 nicht zu schreiben.“ Eine unterschwellige Aufforderung der Bildungsbehörde, auf Grund der Kontinuität auch in 2019 zu testen, kritisiert die GEW scharf, weil das notwendige Konzept bisher nicht existiert.

Für Nachfragen stehen zur Verfügung:
Bernd Winkelmann | 0162-97 31 230
Ina von Boetticher | 0171 83 971 94

...was ist, wenn die Schulleitung VerA doch schreiben will?

VerA3 muss in diesem Jahr nicht geschrieben werden – in keinem Fach. Die neue Freiwilligkeit bringt aber nur etwas, wenn sie genutzt wird! Deshalb: Bitte testet Eure Schüler*innen in diesem Jahr nicht!

Der VerA-Test hat dieses Jahr keine festen Termine und kann das an beliebigen Terminen bis zum 24. Mai durchgeführt werden. Das steht im neuen Erlass, der als pdf hier zu finden ist: https://www.lis.bremen.de/info/vera3

Wenn Eure Schulleitung Euch zum Schreiben des VerA-Tests drängt, haben wir hier einen kleinen Werkzeugkoffer mit Musterantrag vorbereitet, mit dem Ihr eine Entscheidung dagegen organisieren könnt – auch wenn erste Tests schon geschrieben sein sollten.

Und so geht’s: Zeit für ungestörten Unterricht GEWinnen:

  1. Zu zweit oder zu dritt mit der Schulleitung sprechen und eine Entscheidung gegen die die VerA-Durchführung drängen. Wenn das nicht reicht:
  2. Unterschriften unter den Musterantrag sammeln.
  3. Musterantrag übergeben, möglichst einen GK-Termin absprechen und auf eine Entscheidung gegen die die VerA-Durchführung drängen. Wenn das nicht reicht:
  4. Den Beschluss in der GK begründen (z.B. Begründung vorlesen) und abstimmen (ev. geheime Abstimmung verlangen – dann muss geheim abgestimmt werden. (§ 9 Mustergeschäftsordnung) Unbedingt:
  5. Kolleg*innen für die GEW gewinnen (z.B.: www.gew-hb.de) Besonders die A12er*innen können sich das ab August mit der zweiten Zulage auf dem von der GEW erstrittenen Weg nach A13 locker leisten.
  6. Den GK-Beschluss und die Mitgliedschaftsanträge in der GEW vorbeibringen und zum Feiern eine Flasche GEW-Sekt abholen.

Kleiner Werkzeugkasten:

Gut zu wissen für die Gesamtkonferenz (aus der Mustergeschäftsordnung):

§ 6 (1) Vor Eintritt in die Tagesordnung stellt die Gesamtkonferenz durch Beschluss den Umfang und die Reihenfolge der Tagesordnung fest und beschließt über die Genehmigung des Protokolls der vorangegangenen Sitzung.)

§ 9 (1): Abstimmungen erfolgen durch Handzeichen. Auf Verlangen eines Mitglieds erfolgt die Abstimmung über Anträge zur Sache geheim.

Schulverwaltungsgesetz:

[hier]

Mustergeschäftsordnung für die Gesamtkonferenz in den Schulen der Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven: 

[hier]

VerA3-Erlass 2019:

[hier]

Tests sind nicht alles…

… aber auch ein Thema vor der Bürgerschaftswahl

Folgende Parteien haben auf die folgende Frage der GEW-Fachgruppe Grundschule und des Grundschulverbandes Bremen geantwortet:

„Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Aufgaben des neuen IQHB und welche Qualitätsver­besserungen versprechen Sie sich durch seine Gründung? Welche Unterstützungsleistungen/-systeme stellen Sie für Schulen in Aussicht, die Schwierigkeiten haben, den Erwartungen zu entsprechen?“

SPD

„Wir verstehen das neue IQHB als Dienstleister für die Schulen, der diese bei der Verbesserung der Unterrichtsqualität, der Schulentwicklung und ihrem Schulprogramm im Rahmen kooperativer Steuerung berät. Der Leistungsstand von Bremer SchülerInnen soll stärker kontinuierlich überprüft werden und das Wissen, wo die Kinder stehen, stärker von LehrerInnen genutzt werden. Mit dieser individuellen Bildungsverlaufsbeobachtung soll das Bildungssystem in die Lage versetzt werden, jedem Kind - mit und ohne Unterstützungsbedarfe – ein passförmiges Angebot zur individuellen Leistungsförderung zu machen. Eine zentrale Aufgabe des IQHB ist es, Informationen und Daten zusammenzutragen und diese für die Schulentwicklungskonferenzen – einem Gesprächsformat unter Beteiligung von Schulleitung, Schulaufsicht, QualitätsentwicklungsberaterInnen aus dem LIS - so aufzubereiten, dass auf dieser Basis Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung der einzelnen Schule abgeleitet und vereinbart werden können. In den Schulentwicklungskonferenzen sollen die Ursachen für große Leistungsunterschiede zwischen einzelnen Klassen, aber auch zwischen Schulen mit vergleichbaren Herausforderungen ergründet werden, so dass konkrete Abhilfemaßnahmen getroffen werden können. Wir wollen die Lehrkräfte dabei unterstützen, dass sie Zeit und Instrumente für eine bessere Diagnostik und Förderung zur Verfügung haben.“

CDU

„Wir wollen innerhalb der nächsten zehn Jahre in den überregionalen Kompetenzvergleichen mindestens den Durchschnitt der Stadtstaaten erreichen. Mit dem schulischen Abschluss muss Ausbildungs- und / oder Studierfähigkeit im Wettbewerb mit Absolventen aus anderen Bundesländern verbunden sein. Wir werden deshalb eine Qualitätsoffensive mit gebündelten Maßnahmen umsetzen. Dazu gilt es, die Gründung des unabhängigen Bremischen Instituts, das die Schulen bei der Entwicklung und Umsetzung von schulischer Qualität unterstützt, schnellstmöglich zu realisieren. Wir werden ein kontinuierliches ‚Kompetenzmonitoring’ zu etablieren, das, basierend auf den bereits existierenden Vergleichstests, individuelle und schulische Leistungseinschätzungen erlaubt. Wie im gemeinsamen Konsenstext vereinbart, liegt nach unserer Auffassung ein zentraler Ansatzpunkt zur Weiterentwicklung der schulischen Qualität im Bereich der datenbasierten Schul- und Unterrichtsentwicklung. Im Zentrum aller Bemühungen muss dabei die Schaffung schülerbezogener Datengrundlagen im Längsschnitt liegen und die Nutzbarkeit dieser transparent und schulscharf zu erhebenden Daten für die Verbesserung der Arbeit an den jeweiligen Schulen, in den schulischen Behörden und den zuständigen Gremien. Wir wollen eine Kultur der Zusammenarbeit zwischen den Schulen und dem IQHB von Anfang an und auf gleicher Augenhöhe erzeugen. Uns ist hierbei Partnerschaft wichtig und eine auch zeitlich gestärkte Schulleitung, gerade mit Blick auf die Qualitätsentwicklung.“

Bündnis 90 / Die Grünen:

„Als GRÜNE unterstützen wir den Aufbau des neuen IQHB. Wichtig ist uns, dass dies fachlich unabhängig ist und von einem wissenschaftlichen Beirat unterstützt wird. Eine Qualitätsverbesserung wird aus unserer Sicht auch dadurch erreicht, dass zur  Umsetzung der Verbesserungen LIS, Schulaufsicht und Schulleitungen gestärkt und zeitlich so entlastet werden, dass sie im Feld der Qualitätsentwicklung einen Tätigkeitsschwerpunkt bilden können. Auch die Erfassung von Lernverläufen wie in Hamburg sowie die Wiederaufnahme der externen Evaluation der Schulen halten wir für sinnvoll.Auch künftig sollen Schulen über ihre pädagogischen Methoden weitgehend selbst entscheiden. Wir wollen die eigenverantwortliche Schule zur Regel in Bremerhaven und Bremen werden lassen. Dies bedeutet auf der einen Seite mehr Freiräume für die Einzelschule, um auf die konkreten Anforderungen am Standort und im Stadtteil differenziert reagieren zu können. Dies bedeutet aber gleichermaßen auch, dass die Schulen ihr Schulkonzept öffentlich zur Diskussion stellen und regelmäßig überprüft wird, inwiefern mit dem Konzept die vorgegebenen Ziele auch erreicht werden.  Die Budgetierung der Schule –wie schon bei den beruflichen Schulen –wird Standard. Zur Autonomie gehören jedoch auch einheitliche Standards, Unterstützungs-und Fortbildungssysteme, bedarfsgerechte Evaluationen und Maßnahmen zur Qualitätssicherung. Hierfürkann das IQHB eine wertvolle Arbeit leisten, um die bisherige Arbeitsteilung zwischen senatorischer Behörde, Landesinstitut, Schulaufsicht und Schulleitungen neu zu ordnen. Unser Ziel ist es, bestehende Konzepte für eine test-bzw. datengestützte Unterrichtsentwicklung, für die individuelle Förderung der Kinder und Jugendlichen, für die Qualitätsentwicklung an den Schulen sowie für das Bildungsmonitoring zusammenzuführen, mit Ressourcen auszustatten und weiterzuentwickeln.“

Die LINKE:

„Das Durchführen von Tests und das Erheben von Daten sind kein Selbstzweck, sondern müssen dem Ziel dienen, Schulen anhand dieser Daten schulscharf Weiterbildungen und Unterstützung bei der Unterrichtsentwicklung anbieten zu können. Wir möchten daher bei der Gründung des IQHB immer von diesem Ziel aus denken: was ist nötig, damit am Ende wirklich Hilfen für die Schulen stehen? Dementsprechend haben wir im gesamten bisherigen Entstehungsprozess des IQHB darauf gedrängt, dass das LIS immer schon mitgedacht wird und zu diesem Zweck auch zeitnah mit zusätzlichem Personal ausgestattet werden muss.“

Alle Antworten der Parteien auch auf andere Fragen z.B. nach Ausstattung und Personalgewinnung und eine Synopse gibt es auf folgender Seite:

https://grundschulverband-bremen.de/wahlpruefsteine-grundschule/

Zurück