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Entlastung und Anreize sofort – Haushalt gilt seit Januar, nicht erst ab August

GEW zum Umgang der Bildungssenatorin mit Haushaltsbeschlüssen

24.01.2018 - Christian Gloede

Es ist schon ein armseliges Schauspiel, wenn jetzt die Senatorin für Kinder und Bildung davon spricht, Entlastung und Anreize für Schulen in besonderen Lagen schaffen zu wollen. Anreize und Entlastung müssen jetzt kommen, die Beschlussfassung dazu im Rahmen der Haushaltsaufstellung 2018/19 war schließlich schon im November,“ empört sich GEW-Vorstandssprecher Christian Gloede über Aussagen Claudia Bogedans, Anreize erst schaffen zu wollen.

Bremen - Lehr- und andere Fachkräfte fehlen seit Monaten an Bremer Schulen, regional unterschiedlich stark. Die Vertretung findet, wenn überhaupt, durch mehrere hundert Studierende oder andere, nicht voll ausgebildete Kräfte statt. Bereits im Herbst letzten Jahres verständigte sich die Senatorin unter anderem auch mit der GEW darüber, Schulen in besonders belasteten Stadtteilen sogenannte Entlastungsstunden zuzuweisen. Wegen den verheerenden Ergebnissen für Bremen in der IQB-Grundschulstudie, sollten weitere Entlastung u.a. durch eine zusätzliche Mathestunde erfolgen.

„’Pakt zur Verbesserung der Bildungsqualität' nannte die Senatorin dieses sowieso schon unzureichende ‚Entlastungs-Paket’, aber wie lange sollen die Kollegien vor Ort denn mit dem Auspacken dieses Päckchens noch warten?“ fragt Gloede. Die Situation in Bremen-Nord und an anderen Schulen spitze sich quasi täglich zu. „Unterricht mit Bildungsqualität entwickelt sich langsam zu einem börsengeeigneten Spekulationsobjekt“, formuliert Gloede sarkastisch. Neben den notwendigen Finanzmitteln fehle es offensichtlich an einem gewissen Umsetzungswillen beschlossener Maßnahmen sowie überhaupt an der Bereitschaft kreative und tragfähige (Übergangs-)Lösungen zu entwickeln, die dennoch eine gewisse Qualität und Qualifizierung im Blick hätten. „Wenn Kinder, Jugendliche und jungen Erwachsene, die jetzt ihre Schulzeit erleben, die Chance auf eine erfolgreiche und gelungene Zeit haben sollen, brauchen sie und die Fachkräfte in den Bildungseinrichtungen noch in diesem Schuljahr maßgebliche Unterstützung“, ergänzt GEW-Vorstandssprecherin Ina von Boetticher.

Die Senatorin sei mit ihrem Stab und ihrer Behörde nachvollziehbarerweise vor dem Hintergrund der vielfältigen Anforderungen in Schulen und Kitas stark belastet; der Senat solle, wenn er denn das Problem lösen (lasssen) wolle, auch hier über Entlastung nachdenken. Ob eine qualifizierte Aufstockung der Behörde zielführend sei, müsse dort entschieden werden, so die GEW-Sprecher*innen.

Für Nachfragen steht zur Verfügung: 
Christian Gloede | 0174-9790755

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