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BildungsgerechtigkeitDie ersten Corona-Ferien gehen zu Ende

Benachteiligte Schüler*innen benötigen Unterstützung

 

12.04.2020 - Elke Suhr

Die Verlängerung der Kontaktsperre bis zum 19.4. bedeutet, dass alle Schüler*innen 5 Wochen zu Hause waren. Das ist fast so lang wie die Sommerferien; nur diesmal gab es keine Möglichkeit sich mit Aktivitäten außerhalb des Hauses zu beschäftigen. Für viele ist dieses Zuhause eine zu kleine Wohnung ohne Garten, in der sich jetzt viele Personen dauerhaft aufhalten müssen. „Das kann auch in gut strukturierten Familien zu Stress führen.

Für Familien, die schon im Vorfeld als belastet galten oder Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrungen bzw. Migrationshintergrund bedarf es jetzt besonderer Schutzmaßnahmen.“

„Diese Schüler*innengruppe hat oft einen wenig geeigneten Zugang zu online- und Distanzlernen, dies führt dazu, dass sich die Schere in den Lernniveaus noch weiter ausdehnt.“ sagt Corinna Genzmer, Stadtverbandssprecherin der GEW Bremen.

Bremen – Wer die Gesundheit der Bevölkerung schützen möchte, muss sich auch mit der Gefahr für die Gesundheit der Kinder auseinandersetzen, die durch diese Maßnahmen erst hervorgerufen werden. Denn der Schutz der Gesundheit hat mehrere Facetten und ist für viele Kinder und Jugendliche gerade nicht gewährleistet.
Wenn die Schulschließungen längerfristig anhalten, müssen die politisch Verantwortlichen Maßnahmen ergreifen, um die Kinder und Jugendlichen zu schützen. Eine Öffnung der Notbetreuung in den Schulen oder ressortübergreifende Konzepte könnten da ein Weg sein.
Wenn Schulschließungen langsam aufgehoben werden sollten, gilt es dann Kompensationsmaßnahmen zu ergreifen.   „Ein Wiedereröffnen der Schule ist dabei eine Gratwanderung, die so organisiert werden muss, dass sowohl der Schutz der Gesundheit berücksichtigt wird, besonders im Hinblick auf den hohen Anteil des Personals, der der Risikogruppe zugehört, als auch den Kinder und Jugendlichen gerecht werden muss“ ergänzt die Landesvorstandssprecherin der GEW, Elke Suhr.

„Eine Beschulung und Bewegungsangebote in Kleingruppen könnten da ein Weg sein. Diese Krise sollte als Chance genutzt werden, die Überarbeitung der Bildungspläne im Sinne einer Entrümpelung endlich anzugehen.

Bevor die Schulen wieder eröffnet werden muss zudem sichergestellt sein, dass die Handhygiene in der Schule auch gewährleistet werden kann. Eine flächendeckende Ausstattung mit Seife und Papier an allen Handwaschbecken ist dabei das Mindestmaß.“
 

Für Nachfragen steht zur Verfügung:
Elke Suhr

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