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Bildungsdeputation: 50 zusätzliche Ausbildungsplätze für Lehrkräfte! GEW sieht „richtige Schritte“, aber der Weg ist noch weit

08.02.2017 - Christian Gloede

Bereits im letzten Jahr hatte der Personalrat Schulen, gestärkt durch Beschlüsse der GEW angekündigt, die Zustimmung zur weiteren Einstellung von Studierenden zum 1.2.2017 zu verweigern, wenn die Ausbildungsplätze für Lehrkräfte nicht erhöht würden. Zähe und schwierige Gespräche haben in der Zwischenzeit stattgefunden, ein Erfolg zeichnet sich nun ab: „Die Bildungsdeputation am 8. Februar soll die Aufstockung um weitere 50 Referendarsplätze für das Jahr 2017 nunmehr beschließen“, erklärt Landesvorstandssprecher Christian Gloede die aktuelle Deputationsvorlage.

Bremen –.“Damit haben wir einen großen Erfolg errungen, der ohne unser konsequentes und geschlossenes (Ver-)Handeln nicht zustande gekommen wäre“, kommentiert Gloede die Vorlage. „Es bleibt aber dabei, für die nächsten Jahre muss der Bildungshaushalt deutlich erhöht werden! Es reicht nicht der „Blick nach Hamburg“, sondern der Bremer Bildungshaushalt müsse entsprechend angepasst werden! Im Vergleich zu Hamburg bedeutete dies eine Anhebung der Bildungsausgaben um über 90 Millionen Euro“, bekräftigt die GEW ihre Forderung nach einer grundlegenden Haushaltsaufstockung im Bildungsbereich.

Die GEW begrüße den aktuellen Schritt der Senatorin für Kinder und Bildung, die Anzahl der Ausbildungsplätze für Lehrkräfte um weitere 50 im Jahr 2017 auf dann wieder 550 zu erhöhen. „Hiermit folgt sie einer bereits im letzten Jahr erhobenen Forderung der GEW. Damit ist die im Jahr 2012 beschlossene Kürzung der Referendariatsplätze endlich wieder aufgehoben“, so Gloede weiter. Finanziert werde dies durch eine „Umsteuerung“ der Vertretungsmittel. Für 2018/19 solle die Fortsetzung dieser Maßnahme im Haushaltsaufstellungsverfahren abgesichert werden, so die Vorlage.

Dies ermögliche weiteren Bewerber*innen, ihre Ausbildung in Bremen fortzusetzen und abzuschließen und sei somit ein wichtiges Zeichen für die zukünftige Qualität in der Unterrichtsversorgung und zum Verbleib dieser Lehrkräfte in Bremen. Notwendig sei aber auch die entsprechende Aufstockung der Ressourcen am Landesinstitut für Schulpraxis (LIS), das für die Ausbildungsqualität verantwortlich ist.

Die aktuellen Zahlen machten zudem deutlich, wie der Bedarf an Lehrkräften steige. „Wir brauchen insgesamt eine deutliche Attraktivitätssteigerung dieses Berufes: Senkung der Unterrichtsverpflichtung, Angleichung der Gehälter an andere Bundesländer, Studienbedingungen verbessern, das Angebot erweitern“, umreißt Gloede die nächsten Aufgaben. „Kinder und Kolleg*innen können nicht erst bis zur umgesetzten Neuordnung der Länderfinanzen warten – sie sind jetzt da und wollen jetzt lernen bzw. unterrichten!

 

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