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GrundschuleBeschäftigte der Grundschulen fordern Halbgruppen - GEW kündigt für Freitag dezentrale Proteste an

Nach einem Onlinetreffen von Beschäftigten der stadtbremischen Grundschulen fordert die GEW, dass auch die Grundschulen in Bremen weiterhin in Halbgruppen arbeiten, in Verbindung mit Notbetreuungsangeboten, natürlich auch in Halbgruppen. Der Senat hatte beschlossen die Grundschulen in Bremen ab dem 1. März wieder komplett zu öffnen.

 

 

 

24.02.2021 - Elke Suhr

Die Inzidenzzahlen in Bremen sind weiterhin deutlich über 50, der Anteil der ansteckenderen Mutation wächst.

„Es ist doch Augenwischerei jetzt weiterhin zu behaupten, dass das Infektionsgeschehen in den Bildungseinrichtungen unerheblich sei,“

sagte GEW-Landesvorstandssprecherin Elke Suhr.

In den letzten Wochen wurde bereits erfolgreich in den Schulen in Halbgruppen unterrichtet. Dies müsse beibehalten werden, mindestens bis zu den Osterferien. Dadurch erhalten alle Beteiligten Planungssicherheit. „Zudem können die Kinder und Jugendlichen dadurch ihre sozialen Kontakte erhalten und die Gesundheit aller Beteiligten wird weiterhin geschützt“, sagt Landesvorstandssprecherin der GEW, Barbara Schüll.

„Frau Bogedan bezieht sich mit ihrer Entscheidung zur Öffnung der Grundschulen auf die S3 Leitlinie. Wenn sie diese konsequent anwenden würde, müssten die Grundschulen weiterhin in Halbgruppen bleiben, verbunden mit einer Maskenpflicht“, ergänzt GEW Landesvorstandssprecherin Elke Suhr.

„Es kann nicht sein, dass sie sich nur die Aspekte der Studie heranzieht, die in ihr eigenes Konzept passen.

„Die von Herrn Bovenschulte angekündigte Diskussion mit allen Beteiligten für eine „konsensuale Lösung“ zur Schulöffnung hat in dieser Form nicht stattgefunden. In einem Treffen mit ausgewählten Akteur*innen hat die Senatorin, unter Ausschluss der Expertise aus dem Gesundheitsamt, ihre Öffnungspläne vorgestellt und auf Zustimmung gehofft. Auf konstruktive Kritik ist sie an keiner Stelle eingegangen.“

Um ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen, planen die GEW-Kolleg*innen für Freitagnachmittag digitale und dezentrale Protestaktionen.

Für Nachfragen steht zur Verfügung:
Barbara Schüll  | Landesvorstandssprecherin
Elke Suhr | Landesvorstandssprecherin 

Protestaktion am Freitag, 26. Februar 2021

Am Montag sollen in der Stadtgemeinde Bremen die Grundschulen wieder in voller Klassenstärke öffnen. Dies lehnen wir als GEW vehement ab, auch in einem Onlinetreffen sprachen sich zuletzt die anwesenden Beschäftigten gegen volle Klassen aus.

Viele Rückmeldungen zeigen, dass neben Schulleitungen und dem Grundschulverband auch viele Eltern die volle Öffnung kritisch sehen und nicht hinter den Aussagen des ZEB Vorsitzenden stehen.

Wir rufen dazu auf, den Unmut noch einmal öffentlich zu machen.

Fotoshooting mit Protestbotschaften:

Freitag, 26.2.2021 | 14.00 Uhr bis 15.30 Uhr
Markusbrunnen im Bürgerpark Bremen

Alternativ könnt ihr natürlich eure eigenen Fotos machen, auf denen Ihr euren Protest kundtut.

Anschließend schickt ihr diese Fotos dann bitte an info [at] gew-hb. [dot] de, damit wir diese auf unserer Webseite veröffentlichen und ein Poster gestalten können. Gerne könnt ihr die Botschaften und Bilder darüber hinaus auch über die sozialen Medien verteilen und z.B an die folgenden Hashtags twittern: #skb_bremen; #BildungAberSicher; #Bildungkrisenfest; #twlz; …

Sei dabei, mach mit! Mangelnden Gesundheitsschutz können wir uns ebenso wenig gefallen lassen wie fehlende Mitbestimmung in Fragen, die den Gesundheitsschutz betreffen.

Elke Suhr und Barbara Schüll

Grundschulen in Bremen ab März mit vollen Klassen
Gesundheitsschutz und Fürsorgepflicht bleiben auf der Strecke

Bremens Grundschulen haben sich in der zweiten Lockdown-Phase engagiert dafür eingesetzt, dass nach den Winterferien der Einstieg in einen Präsenzunterricht in Halbgruppen, mit Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzlernen, stattfinden konnte.  Lehrkräfte, Schulleitungen und der Grundschulverband haben zu diesem Zeitpunkt dringend empfohlen, das Wechselmodell zum Schutz von Kindern, Pädagoginnen und Pädagogen bis zu den Osterferien, jedoch mit  Präsenzpflicht, fortzuführen.

Es war und ist notwendig, die Zunahme der Covid-Mutanten bei den Infektionen und deren Auswirkungen bei jungen Kindern zu beobachten und davon weitere Schritte abhängig zu machen. Aktuell drohen die Infektionszahlen zu steigen.

Allerdings muss endlich auf die immense Unruhe und Belastung in den Schulen - ausgelöst durch viel zu häufige Organisationswechsel - reagiert werden. Schon im Januar hatte der Grundschulverband gefordert, Verlässlichkeit und Stabilität durch Konzepte zu sichern, die längerfristig tragen, weil die bisherige Kurzfristigkeit von Änderungen das System und alle Beteiligten deutlich überfordern.

Mit dem Modell: Wechselunterricht mit Präsenzpflicht bis Ostern, wäre einer kritischen Abwägung von gesundheitsschützenden und pädagogisch ausgerichteten Maßnahmen verantwortungsvoll Rechnung getragen. Auch wäre damit mehr Kontinuität im Lernprozess der Kinder gesichert.

Der Senatsbeschluss vom 16. Februar 2021 hat diese Chance zunichte gemacht. Gesundheitsschutz und Fürsorgeverpflichtung sind die Verlierer.

Wohlgemerkt, es geht nicht darum, den verpflichtenden Präsenzunterricht in Abrede zu stellen, sondern bis zu den Osterferien angesichts der ungewissen Entwicklung und der erwartbaren Öffnung von Geschäften und Gastronomie Grundschulkinder und Grundschulbedienstete nicht in eine riskante Lage zu manövrieren. Es ist fahrlässig, die allgemeine Öffnung im geschäftlichen und wirtschaftlichen Leben mit der Wiedereinführung des vor der Pandemie gewohnten Präsenzangebots von Kitas und Grundschulen zu kombinieren. Müssten in diesem Fall zumindest nicht vorher erweiterte Gesundheitsmaßnahmen sichergestellt werden?

Dass kontinuierliche Präsenz in Kita und Schule zur Sicherung von Kindeswohl und Bildungsgerechtigkeit dringend erforderlich wäre, ist unbestritten, widerspricht aber unter den gegebenen Bedingungen dem Schutz von Kindern, Lehrkräften und pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Gesundheitsschutz muss Grundlage für Präsenzunterricht sein und oberste Priorität haben.

Strikt getrennte Lerngruppen, überschaubare Kohorten, regelmäßiges Testen, Impfung, Hygienemaßnahmen und wirksames Lüften gehören zu einem solchen Gesundheitspaket. Das liegt jedoch nicht vor!

Der Grundschulverband sieht in der jetzt beschlossenen Vorgehensweise eine große Gefahr für die Gesundheit in den Schulen und letztendlich für die Familien. Der weiteren Öffnung im gesellschaftlichen Raum könnte damit ein schlechter Dienst erwiesen werden.

Warum geht der Bremer Senat dieses Risiko ein?

Rückfragen bitte an:
Frauke Brandt | frauke.brandt [at] schulverwaltung [dot] bremen.de
Albrecht Bohnenkamp | bohnenkamp [at] uni-bremen [dot] de