GEW Bremen

Beschäftigte an Berufsschulen

Die GEW und die Berufsbildende Schule

Ein starker GEW – Personalrat für Beschäftigte an Berufsschulen

Lange Zeit genossen die berufsbildenden Schulen in Bremen auch über die Landesgrenzen hinaus einen ausgezeichneten Ruf. Das mag einer der Gründe dafür sein, dass die auch in den berufsbildenden Schulen schwieriger werdenden Bedingungen nur wenig Beachtung fanden. Inzwischen sind wir jedoch an einem Punkt angekommen, an dem Wegschauen keine Option mehr ist.

Seit dem sogenannten Pisa-Schock vor 18 Jahren gab es in den Schulen erhebliche Veränderungen – und zwar eben auch in den berufsbildenden. Hier wurde mit der budgetierten eigenverantwortlichen Schule ein ganz eigener Weg eingeschlagen, der vor allem in den ersten Jahren auch mit Einsparungen einherging.

Differenzierungsstunden wurden - zumindest in einigen Bereichen - gekürzt. Entlastungsstunden für wichtige Aufgaben in den Schulen gibt es kaum noch. Funktionsstellen wurden deutlich reduziert. Auch die Aufgaben der Verwaltungen haben stetig zugenommen.

Gleichzeitig wurde die Schülerschaft immer heterogener. Sprachförderung und Berufsorientierung von jungen Geflüchteten gehören inzwischen zu den Aufgaben aller Berufsbildenden Schulen und werden mit großem Engagement angegangen. Auch die Inklusion macht vor den beruflichen Schulen nicht halt. Allerdings haben wir keine Zentren für unterstützende Pädagogik und - außer in den Werkstufen - auch keine Sonderpädagog*innen.

Die Arbeitsbelastung hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen, immer neue – nicht immer sinnvolle – Aufgaben sind dazugekommen. Weggefallen ist „natürlich“ nichts. Hier gibt es besonderen Handlungsbedarf. 

Was hat das Qualitätsmanagement gebracht?
Es wurde 2014 evaluiert mit dem Ergebnis, dass zwar etwas mehr als die Hälfte der Befragten QEE im Grundsatz gut fanden, aber auch sie konnten – wie die übrigen Befragten – keinerlei Auswirkungen auf ihren Unterricht feststellen. In vergleichbaren Untersuchungen anderer Bundesländer und Länder, ließ sich kein Zusammenhang mit der Unterrichtsqualität nachweisen. Da fragt man sich doch, wäre es nicht an der Zeit, sich davon endlich zu verabschieden und die Kraft und Arbeitszeit anders und sinnvoller einzusetzen?

Was hat die Personalkostenbudgetierung gebracht?
Sie ist eine weitere Besonderheit der berufsbildenden Schulen in der Stadt Bremen. In den Schulen kann über die zugewiesenen Personalmittel in einem gewissen Maß selbst entschieden werden. Im Grundsatz halten wir das bei berufsbildenden Schulen durchaus für sinnvoll. Es können so schneller und verlässlich Entscheidungen für die Einstellung von Personal und für Vertretungen getroffen werden.

Personalrat und GEW kritisieren allerdings, dass die berufsbildenden Schulen keine gesonderten Vertretungsmittel erhalten. Alles muss mit dem vorhandenen Budget bewältigt werden.
Was wir an der Budgetierung jedoch am meisten bemängeln ist die Intransparenz des Prozesses für die Kolleg*innen an den Schulen und ihre fehlende Beteiligung und Mitbestimmung bei den Entscheidungen.

Die GEW fordert, dass die Gesamtkonferenzen in die Entscheidungsfindung eingebunden werden müssen. Und wir fordern, dass die Bildungsbehörde ausreichende Mittel für Vertretung bereitstellt, damit keine Anreize geschaffen werden, zugewiesene Stellen nicht fest zu besetzen um personelle Spielräume für Vertretungsfälle zu erhalten.
Die Veränderungsprozesse sollen jedoch noch forciert werden.

Berufsbildende Schulen Bremen 2035 – auch kurz Vision BBS 2035
Unter diesem Begriff verbirgt sich ein Positionspapier, das die Schulleiter*innen zusammen mit dem Berufsschulreferat und dem LIS im Frühjahr 2019 vorgelegt haben. Darin steht unter anderem: „Die Rolle der Lehrenden verändert sich in diesem Kontext von der Wissensvermittlung hin zur Moderation von Lernprozessen, die individuell abgestimmte Förderungen und Differenzierungsaufgaben für die Lernenden anbietet.“
Die Grundlagen unserer Arbeit sind hier ganz konkret betroffen – also diskutiert in euren Konferenzen darüber, ob das wirklich ein Weg ist, dem ihr folgen wollt. Gebt, wenn ihr es für nötig haltet, Stellungnahmen dazu ab und scheut euch nicht, die GEW und den Personalrat zu kontaktieren. Wir kommen gern zu euch an die Schulen oder beraten euch in unseren Räumen. 

Wir unterstützen euch in Konferenzen, aber auch in individuellen dienstlichen Fragen. Darüber hinaus stehen wir mit der Behörde im Austausch und bringen uns in Planungsprozesse ein, um – wenn möglich - schon im Vorfeld Fehlentwicklungen aufzuhalten und zu verhindern, dass noch mehr Aufgaben auf die ohnehin schon überlasteten Kolleg*innen zukommen.
Dafür ist ein starker unabhängiger Personalrat mit guten Fachkenntnissen über die Rechte der KollegInnen und mit Durchsetzungskraft erforderlich.

ANGELIKA HANAUER

Lehrerin
Wilhelm Wagenfeld Schule
Beamtin

DENISE ROBINSON

Lehrerin
SEK II Zentrum Utbremen
Arbeitnehmerin

SYLVIA BISCHOFF

PF/Erzieherin
Berufsbildende Schule für Einzelhandel und Logistik
Arbeitnehmerin

FRAUKE TOPPE

Lehrerin
Sek II Zentrum Walle
Beamtin

ANDREAS VIELUF

Lehrer
SEK II Zentrum Utbremen
Beamter

INGO LENZ

Lehrmeister
SEK II Zentrum Vegesack

Was wir tun!

  • Offensiv als starker Personalrat für eure berechtigten Interessen eintreten und für deren Durchsetzung kämpfen
  • In Personalversammlungen eure Anliegen aufnehmen, unterstützen und gegenüber dem Arbeitgeber für deren Realisierung eintreten
  • Unterstützung in Konferenzen zur Umsetzung von Forderungen „vor Ort“ geben
  • Begleitung in Dienst- Konflikt- und BEM-Gesprächen anbieten
  • Individuelle Beratungen durchführen
  • Eure Gefährdungsanzeigen auf den Weg bringen

Darum: Am 18. März GEWählen!

weitere GEW-Kandidat*innen

ohne Bild:

  • Ingo Lenz, Lehrmeister |  SZ SEK II, Vegesack