GEW Bremen - Website https://www.gew-hb.de GEW Bremen - Website de-DE GEW Bremen - Website Sat, 26 May 2018 15:33:36 +0200 Sat, 26 May 2018 15:33:36 +0200 TYPO3 EXT:news news-14238 Wed, 06 Jun 2018 13:07:00 +0200 „Schluss mit leeren Versprechungen: Geld und Zeit für eine bessere Schule jetzt!“ https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/schluss-mit-leeren-versprechungen-geld-und-zeit-fuer-eine-bessere-schule-jetzt/ 6. Juni 2018 | 13 Uhr Marktplatz | danach Protest-Spaziergang zur Personalversammlung im Schlachthof Bildung ist in Bremen weiter unterfinanziert, die Rahmenbedingungen bleiben schwierig, die Aufgaben vielfältig und der Fachkräftemangel reißt weitere Löcher in die Zeitbudgets. Wir setzen uns weiter für ein gerechtes und demokratisches Bildungssystem ein. Das heißt aber nicht, dass wir uns „für die gute Sache“ alles aufbürden lassen dürfen. Im Gegenteil: Wir müssen selbstbewusst für die notwendigen Bedingungen eintreten. Deshalb ruft die GEW am Mittwoch, den 6. Juni, unter dem Motto: „Schluss mit leeren Versprechungen: Geld und Zeit für eine bessere Schule jetzt!“ alle Beschäftigten an Bremer Schulen auf, sich um 13 Uhr auf dem Marktplatz einzufinden und dort am Ende eines „politischen Spazierganges mit Protest-Charakter“ (durchaus auch mit Schüler*innen) Forderungen und Unmut zu artikulieren. Im Anschluss daran ziehen mindestens die teilnehmenden Lehrkräfte gemeinsam zur PV im Schlachthof.

]]>
Bremen Stadt Bremen
news-7672 Tue, 08 May 2018 18:48:00 +0200 Bildung, ja! Nur nicht für alle!? https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/bildung-ja-nur-nicht-fuer-alle/ Gemeinsame Erklärung des Flüchtlingsrat Bremen und der Projektgruppe "Gute Bildung für Geflüchtete" der GEW-Bremen Education, Yes! – Only Not for Everyone!?
Joint Statement for May Day 2018 by Bremen GEW and Bremen Refugee Council

The following joint statement is being distributed at May Day rallies, in Central Bremen, Bremen North and Bremerhaven.
These rallies are usually attended by well over 5,000 people.

Education, Yes! – Only Not for Everyone!?

Poverty and deprivation are so much part of the reality of Bremen that it hardly gets noticed when some thousand young refugees finish school and are left without further support by the Bremen Education Department (Bildungsressort.)

These young people don't have any real chance of an apprenticeship and never had the same chances in education which other children and young adults had.
In the two quick years of so called careers orientation and language development classes (Berufsorientierungs- und Sprachbildungsklassen), these young people were expected to achieve the same level of education which other young people achieved after nine years of school here.

Now they're being pumped out of the system and are being forced to compete in the jobs market without an adequate level of German and without vocational qualifications.

We won't let these young people down!

The Bremen Refugee Council and the Bremen State Branch of the Union of Education and Science (GEW) jointly demand:

  1. There should be a right for young people to stay at school after they turn 18. Staying at school after this ages should be based flexibly on the student's needs. It's not possible for young people to catch up 9 years of education in 2 years. These young people must be given the time to achieve the mainstream basic high school qualification (Erweiterte Berufsbildungsreife) and a level of German at at least the B1* level!
  2. There should be educational and vocational offers for all young people who'll be leaving a vocational college this summer – so that they are not threatened with losing their immigration status with a right to remain. These stabilization offers should be based on the reality of these young people's lives so that it's possible to integrate them into the society in a permanent, sustainable and useful way.

B1* level =  a similar level to a student at A Levels in a foreign language in the UK – See https://en.wikipedia.org/wiki/Common_European_Framework_of_Reference_for_Languages

If you want to get active in our campaign please contact

bi-projekt [at] hb-bremen [dot] de

info [at] fluechtlingsrat-bremen [dot] de

Online Info (some in English) at

www.fluechtlingsrat-bremen.de/schule/

www.gew-hb.de/projekt-gute-bildung-fuer-gefluechtete/

]]>
Schulsozialarbeit Berufliche Bildung Schule GEW Migration Bildungsgerechtigkeit Gleichstellung Artikel Stadt Bremen
news-14087 Sun, 29 Apr 2018 16:57:00 +0200 Grundschulverband: „Uns reicht es!“ https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/grundschulverband-uns-reicht-es/ Fakten statt Fake-News  Mit der vorliegenden Broschüre geht es dem Grundschulverband um die Versachlichung der Diskussion zu gesellschaftlich relevanten und sichtbaren Themen der Grundschulbildung – und um die eigentlich ausschlaggebende Frage danach, was Grundschulkinder heute wirklich brauchen. Schule Bildungsqualität Artikel Zeitschrift Stadt Bremen news-12393 Thu, 26 Apr 2018 12:35:00 +0200 Inklusion in Bildung und Politik ins Zentrum rücken! https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/inklusion-in-bildung-und-politik-ins-zentrum-ruecken/ Offener Brief/Stellungnahme des Eine Schule für Alle Bremen e.V. zur Entwicklung der inklusiven Beschulung in Bremer Schulen / Bremer Schulfrieden  

 

]]>
Schulsozialarbeit Schule Bildungsqualität Bildungssystem Inklusion Gleichstellung Artikel Bremen Stadt Bremen
news-14061 Wed, 25 Apr 2018 09:31:13 +0200 Neues aus Bremerhaven https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/neues-aus-bremerhaven/ Flott, flott ... Teil 2 + 3 Den am 8. März eingesammelten Schrott haben wir gut sortiert und verstaut. Nach den Osterferien soll er nun den eigentlichen Adressaten übergeben werden. "Der Kommune, was ihr gebührt, dem Land das seine ", so verblieben wir vor einigen Wochen. Schule Bildung weiter denken GEW Bildungsfinanzierung Artikel Bremerhaven news-13997 Mon, 16 Apr 2018 23:59:00 +0200 Wie weiter mit dem Bremer Schulsystem? https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/wie-weiter-mit-dem-bremer-schulsystem/ Vorwort zum Schwerpunkt Schulsozialarbeit Schule Bildungsgerechtigkeit Bildungsfinanzierung Bildungsqualität Bildungssystem Artikel Zeitschrift Bremen Stadt Bremen news-14007 Mon, 16 Apr 2018 23:58:00 +0200 70 Jahre GEW | 190 Jahre Bremer Lehrervereine | Teil 12 https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/70-jahre-gew-190-jahre-bremer-lehrervereine-teil-12-1/ Gegen Personalabbau und bildungspolitische Stagnation Die Bremer GEW von 1984 bis 1990 Die GEW in den sozialen Bewegungen

Bedeutend stärker als in den vergangenen Jahrzehnten war die GEW in den 1980er Jahren in die gesellschaftspolitischen Auseinandersetzungen eingebunden. Die Bremer GEW war aktiver Teil der Friedensbewegung, die sich 1981 gegen die Kalter-Kriegs-Rhetorik des US-Präsidenten Reagan und die Stationierung neuer Mittelstreckenraketen in Deutschland entwickelte. Auf Initiative von Kollegen des Gymnasiums Horn, die „gedient“ hatten, wurde Anfang 1981 die Aktion „Wir sind zum Kriegsdienst nicht mehr bereit“ gestartet, die ihren Höhepunkt am 22. Mai mit einer Kundgebung auf dem Marktplatz fand, auf der Wehrpässe eingesammelt wurden. GEW-Mitglieder waren in den folgenden Jahren nicht nur an den vielen Aktionen gegen die Raketenstationierung beteiligt, sondern organisierten an ihren Schulen auch Friedenswochen und konzipierten Unterrichtseinheiten.

Einen weiteren neuen Platz nahm die Frauenbewegung in der GEW ein, die sich in den 1970er Jahren mit der Kritik an der Dominanz der Männer in der Studentenbewegung und den Aktionen gegen den § 218 entwickelt hatte. 1981 wurde in der Bremer GEW ein „Ausschuss für Frauenfragen“ gegründet, der Themen wie Mutterschutz, Teilzeitarbeit und Diskriminierung am Arbeitsplatz zum Thema machte. Für Aufregung sorgte 1985 der Beschluss der Landesvertreterversammlung, in der Satzung die Funktionen in der weiblichen Form zu benennen, mit dem Verweis, dass mit der weiblichen Form stets auch die männlichen Kollegen gemeint seien. Es gab empörte Leserbriefe einiger Kollegen. (Diese Formulierung galt bis 2009 und wurde dann durch das große „I“ ersetzt.) Wichtige Arbeitsbereiche des Frauenausschusses waren Ende der 1980er Jahre das Landesgleichstellungsgesetz und die Koedukation.

Zum dritten spiegelte sich das Anwachsen der Anti-AKW-Bewegung stark in der GEW wieder. Dabei gab es heftige Debatten, da viele DKP- und SPD-Mitglieder das Gefahrenpotenzial und die Entsorgungsprobleme unterschätzten. Außerdem führten die DGB-Gremien die Arbeitsplätze der dort Beschäftigten als Argument an. 1981 weigerte sich der Landeshauptausschuss der Bremer GEW, zur Anti-AKW-Demonstration in Brokdorf aufzurufen, da es innerhalb der Gewerkschaft zu gegensätzliche Standpunkte gebe. Erst 1986, nach der Katastrophe in Tschernobyl, forderte die Bremer GEW den Sofortausstieg.

Und schließlich spielte auch die internationale Solidarität eine neue Rolle in der GEW. Dabei stand Nicaragua, das Land der sandinistischen Revolution, im Mittelpunkt. Nach Kontaktaufnahme mit der Gewerkschaft ANDEN wurde beschlossen, 1986 eine Arbeitsbrigade nach Corinto zu schicken, die dort eine Schule instand setzte. Außerdem wurde ein Container mit Spenden dorthin geschickt. Auch das Themenspektrum der BLZ erweiterte sich, es gab Artikel über Chile, Südafrika, El Salvador, Mexiko und Palästina.

Neue Schulreform-Initiativen

Der Schulentwicklungsplan von 1984 sah nicht nur Personalabbau und Schulschließungen vor, er war auch eine Absage an eine schnelle Integration der Sekundarstufe I auf Basis des Schulgesetzes von 1975. Stattdessen sah er auf lange Sicht große Schulzentren vor, in denen nach der Orientierungsstufe mindestens zweizügige Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialabteilungen vorgehalten wurden. Im Grundschulbereich setzte dagegen in den 1980er Jahren eine umfangreiche Reformdiskussion ein. Themen waren dabei die Integration der Ausländerkinder und von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die Berücksichtigung individueller Lernausgangslagen, der „Offene Unterricht“ und die Grundschule ohne Zensuren. Nach einer großen Grundschultagung 1986 gelang es, die Anerkennung von Lernentwicklungsberichten durchzusetzen.

 

In der Sekundarstufe I entwickelten sich mit der „Bürgerinitiative Gesamtschule Mitte“ und der „Bürgerinitiative Gesamtschule Neustadt“ Bewegungen, die der verordneten schulpolitischen Stagnation entgegentraten. In den Schulzentren wurde die Orientierungsstufe zur „Sortierungsstufe“ und in einigen Kollegien begann die Suche nach Alternativen. Die GEW veranstaltete 1987 die „Sek.-I-Tage“ als Diskussionsforum. Insbesondere die Hartnäckigkeit der beiden Bürgerinitiativen führte nach vielen Verzögerungen zum Erfolg: 1989 konnte die Gesamtschule Mitte mit der Arbeit beginnen.

Im Kampf um Arbeitszeitverkürzung

Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit stellte sich nicht nur für die GEW, sondern für alle Gewerkschaften die Frage nach einer Strategie zur „Umverteilung der Arbeit“. Führend war dabei die IG Metall, die ab 1983 eine umfangreiche Kampagne für die 35-Stunden-Woche entwickelte. 1984 gelang es ihr in der Tarifrunde, die 38,5-Stunden-Woche durchzusetzen. Die ÖTV schloss sich an, konnte aber nur zwei freie Tage für den Öffentlichen Dienst erreichen. Erst in der Tarifrunde 1988 setzte sie die 38,5-Stunden-Woche durch. Die GEW Bremen war an acht Schulen mit den Lehrkräften im Angestelltenverhältnis an den Warnstreiks beteiligt gewesen. Nun forderte sie die Übertragung der Arbeitszeitverkürzung auf die Unterrichtsverpflichtung. Dabei war das Klima in den GEW-Gremien dadurch belastet, dass sich die Befürworter eines Streiks aller Lehrkräfte für diese Forderung und die Skeptiker, die eine mangelnde Mobilisierung der Beamten befürchteten, zunehmend mit Misstrauen und Vorwürfen begegneten.

Im Oktober 1988 organisierte der Hamburger Landesverband einen ganztägigen Streik für eine Pflichtstundenreduzierung. Hierdurch ermutigt beschloss die Bremer Landesvertrterversammlung ebenfalls die Vorbereitung eines eintägigen Streiks. Die folgende Urabstimmung war ein Erfolg: Bei einer Beteiligung von 90% stimmten 82% für einen Streik mit der Forderung: „Eine Stunde weniger – 200 Neueinstellungen“. Am 23. Februar demonstrierten 5000 Lehrkräfte durch die Stadt. Das Echo war überwiegend positiv und der Senat reagierte: Es wurde eine Stundenreduzierung von 27 auf 26 für die Primarstufe versprochen. Dies löste in den Schulzentren, die den Streik überwiegend getragen hatten, Empörung aus. Der Landesvorsitzende Reiner Baltschun forderte einen weiteren zweitägigen Streik. Als eine a.o. LVV am 25. April in Anbetracht des Kräfteverhältnisses Bedenken anmeldete, trat er zurück. Die übrigen Mitglieder des Geschäftsführenden Ausschusses organisierten eine Befragung der Betriebsgruppen, die keine ausreichende Basis für eine solche Aktion erbrachte. Die erreichte Absenkung der Pflichtstundenzahl für die ca. 1000 Primarstufen-Lehrkräfte war für lange Zeit der letzte Teilerfolg im Kampf um Arbeitszeitverkürzung.

]]>
GEW Artikel Bremen Stadt Bremen
news-13991 Mon, 16 Apr 2018 23:44:00 +0200 Das Gespenst des Neoliberalismus Teil 1 https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/das-gespenst-des-neoliberalismus-teil-1/ Eine Geisterjagd in mehreren Teilen Schule Gesellschaftspolitik Privatisierung & Lobbyismus Artikel Zeitschrift news-13996 Mon, 16 Apr 2018 23:26:00 +0200 „Für ein gutes Bildungssystem muss man Geld investieren...“ https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/fuer-ein-gutes-bildungssystem-muss-man-geld-investieren/ Interview mit Rebecca Schwenzer und Kai Reimers (Fachgruppe Oberschule – Eine Schule für Alle) Schulsozialarbeit Schule Bildungsgerechtigkeit Bildungsfinanzierung Bildungsqualität Bildungssystem Inklusion Gute Arbeit Gleichstellung Artikel Zeitschrift Bremen Stadt Bremen news-14000 Mon, 16 Apr 2018 22:20:00 +0200 Inklusion droht an die Wand gefahren zu werden https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/inklusion-droht-an-die-wand-gefahren-zu-werden/ Die Fachgruppe „Inklusion und Sonderpädagogik“ diskutierte mit den bildungspolitischen Sprecher*innen der Fraktionen Schulsozialarbeit Schule GEW Bildungsfinanzierung Bildungssystem LehrerInnenbildung Inklusion Gute Arbeit Artikel Zeitschrift Bremen Stadt Bremen news-14005 Mon, 16 Apr 2018 19:24:00 +0200 Klare Analyse, schwache Empfehlungen https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/klare-analyse-schwache-empfehlungen/ Die Befunde und Empfehlungen der Evaluationsgruppe im Vergleich mit den Befunden und Forderungen der GEW-Fachgruppe Oberschule Aus den Empfehlungen der Evaluationsgruppe und den Forderungen der GEW-Fachgruppe:

Tests und Vergleichsarbeiten:

Evaluationsgruppe: „Ein zentraler Ansatzpunkt für die Weiterentwicklung liegt im Bereich der datenbasierten Schul- und Unterrichtsentwicklung.“

GEW-Fachgruppe: Keine Stellungnahme; die Diskussion läuft noch.

Ausstattung:

Evaluationsgruppe: „In Verbindung mit einer systematischen Bestandsaufnahme und Analyse der gegenwärtigen Ressourcenausstattung müssen vor dem Hintergrund der unveränderten soziokulturellen Disparitäten im Bildungserfolg Maßnahmen der differenziellen und bedarfsorientierten Ressourcenzuweisung entwickelt und umgesetzt werden, und zwar in deutlich stärkerem Ausmaß als bislang geschehen.“

GEW-Fachgruppe: „Die Senatorin für Kinder und Bildung soll der sozialen Spaltung der bremischen Schülerschaft zwischen Gymnasien und Oberschulen im Rahmen des Zwei-Säulen-Modells entgegenwirken. Insbesondere muss dabei den ungleichen Ausgangsbedingungen der einzelnen Oberschulen Rechnung getragen werden. Oberschulen in sozialen Brennpunkten sind durch eine besonders gute Ausstattung in ihrer Attraktivität zu erhöhen. Andernfalls droht die Akzeptanz dieser Schulform in der Elternschaft weiter zu sinken und die Oberschule sich zur Restschule zu entwickeln.“

Schulorganisation:

Evaluationsgruppe: „Um Unterschiede in der Schulnachfrage zu reduzieren, empfiehlt die Expertengruppe die Kooperation zwischen Schulen ohne eigene Oberstufe und den Oberstufen anderer Schulen weiter zu intensivieren und die Möglichkeit zum Erwerb des Abiturs an allen Schulen auch für die Eltern von Beginn an noch sichtbarer zu machen.“

GEW-Fachgruppe: „Die Oberschulen ohne Oberstufe dürfen nicht zu „Restschulen“ wer-den und müssen bei der Vorbereitung und Qualifizierung für die gymnasiale Oberstufe besonders unterstützt werden. Die Oberstufen der Oberschulen und der beruflichen Gymnasien sollen regionale Verbünde bilden, um attraktive und vielfältige Kursangebote anbieten zu können.“

Ganztag:

Evaluationsgruppe: „Angesichts eines insgesamt als erfolgreich zu bewertenden Ganztagsschulausbaus, ins-besondere im Primarbereich, sollte versucht werden, das erreichte Niveau zu halten.“

GEW-Fachgruppe: „Für den Ganztag muss ein Rahmenkonzept mit verbindlichen Ausstattungsstandards erstellt werden. Jede Ganztagsschule muss eine Mensa erhalten, in der vor Ort gekocht wird. Für den Freizeitbereich muss ein eigenes Budget bereitgestellt werden.“

Inklusion:

Evaluationsgruppe: „Spezifisch für den Bereich der Inklusion werden von der Expertengruppe folgende Maßnahmen vorgeschlagen:

Systematische Überprüfung der Ressourcenausstattung und deutliche Anstrengungen zur Rekrutierung von Fachpersonal und Besetzung der vakanten Stellen in den Schulen; Berücksichtigung der in den letzten Jahren deutlich angestiegenen Zahlen von Schülerinnen und Schülern mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf und mit geringen Deutschkenntnissen, der sich im Primarbereich mindestens ebenso deutlich abzeichnen dürfte wie im Sekundarbereich, bei der pauschalen Ausstattung mit Förderressourcen. Ausstattung der Schulen mit sonderpädagogischem Personal (z.B. Vorhalten von mindestens einer sonderpädagogischen Stelle pro 3-zügigem Jahrgang). Die vorgesehenen drei sonderpädagogischen Lehrerstunden pro Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf LSE liegen an der unteren Grenze, der für die Schulen angesichts insgesamt hoher Belastungen als verkraftbar wahrgenommenen Kapazitäten.“

GEW-Fachgruppe: „Das Bundesland Bremen muss wieder Sonderpädagogen an der Universität ausbilden (Ausbau und Weiterentwicklung des Studiengangs inklusive Pädagogik).

  • Die Ausbildungskapazität am LIS muss erhöht werden.
  • Die Doppelbesetzung in „Schwerpunktklassen“ muss sich auf den gesamten Unterrichtstag einschließlich der zusätzlichen Angebote AGs etc. erstrecken.
  • Wo keine Sonderpädagog*innen vorhanden sind, muss die Doppelbesetzung übergangsweise durch Regelschulkolleg*innen wahrgenommen werden.
  • Beide Schulformen (Gymnasien und Oberschulen) müssen die besonderen Aufgaben der inklusiven Beschulung von Kindern aller sonderpädagogischen Förderschwerpunkte wahrnehmen.“

Sozialarbeit:

Evaluationsgruppe: „Die Einbindung sozialpädagogischer Fachkräfte insbesondere in sozioökonomisch und soziokulturell besonders belasteten Schulen erweist sich als zielführend und sollte weiter ausgebaut werden. Die Einbindung in die ZuP-Struktur sollte systematisch unterstützt werden.“

GEW-Fachgruppe: „Die GEW fordert die Anhebung der Mindestausstattung mit Sozialpädagog*innen / Sozialarbeiter*innen auf ein Verhältnis von einer Stelle auf 150 Schüler*innen mit zusätzlichen Stunden für Schulen in sozialen Brennpunkten.“

Kooperationszeiten und Arbeitszeit:

Evaluationsgruppe: „Verbindliche, in den Stundenplänen verankerte Kooperationszeiten in den Jahrgangs- bzw. jahrgangsübergreifenden Teams und/oder Fachteams sollten in Abstimmung mit den Schulaufsichten in allen Schulen etabliert werden, um multiprofessionelle Kooperation und Handlungskoordination zu ermöglichen.“

GEW-Fachgruppe: „Die wöchentliche Pflichtstundenzahl der Lehrkräfte muss deutlich zugunsten von Unterrichtsplanung, Kooperation, Schulentwicklungsarbeit, Hospitation und Supervision abgesenkt werden.

  • Für Schulentwicklungsarbeit und außerunterrichtliche Aufgaben müssen Entlastungsstunden gewährt werden.
  • Durch kleinere Klassen (max. 20 Schülerinnen und Schüler) muss gerade an den Oberschulen eine wirksame Entlastung der Lehrkräfte von Lautstärke und Unterrichtsstörungen erfolgen
  • In Klassen mit Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf ist eine Doppelbesetzung Pflicht. In Lerngruppen mit schwieriger sozialer Zusammensetzung ist ebenfalls eine Doppelbesetzung notwendig.“

Perspektive des Gesamtsystems:

Evaluationsgruppe: „Die Expertengruppe sieht in der neuen Schulstruktur einen zukunftsfähigen und modernisierungsoffenen Rahmen und empfiehlt, die neu geschaffenen Strukturen beizubehalten.“

GEW-Fachgruppe: „Letztendlich können soziale Chancengleichheit und wirkliche Inklusion langfristig nur durch die Überwindung des Zwei-Säulen-Modells und die Einführung einer 'Schule für Alle' verwirklicht werden.“

]]>
Schulsozialarbeit Schule GEW Bildungsfinanzierung Bildungsqualität Bildungssystem Inklusion Gute Arbeit Artikel Zeitschrift Bremen
news-13999 Mon, 16 Apr 2018 19:23:00 +0200 Die soziale Spaltung wird reproduziert https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/die-soziale-spaltung-wird-reproduziert/ Das Zwei-Säulen-System im Vergleich der drei Stadtstaaten Gleiches System – unterschiedliche Voraussetzungen Hamburg: Der Ansturm auf das Gymnasium

In Hamburg gibt es zwar in der vierten Klasse eine Schulempfehlung, aber die Eltern können die Schulformen Gymnasium  und Stadtteilschule frei wählen. Im Juni 2016 verabschiedeten die Schulleitungen der Stadtteilschulen ein Positionspapier, in dem festgestellt wurde: „Das Ergebnis der Anmelderunde für die neuen fünften Klassen bestätigt den Trend der sozialen Segregation der Stadt. In diesem Jahr haben sich nur noch 42% aller Hamburger Schülerinnen und Schüler an der Stadtteilschule angemeldet. Setzt sich dieser seit Jahren andauernde Trend fort, … wäre das Zwei-Säulen-Modell gescheitert. Weder das Gymnasium noch die Stadtteilschule könnten ihren Bildungsauftrag erfüllen.“

Ebenso wie in Bremen wird die Aufgabe der Inklusion fast ausschließlich von den Stadtteilschulen und kaum von den Gymnasien wahrgenommen. Hierzu die Schulleitungen: „Heute blicken wir auf die Ergebnisse der Hamburger Bildungspolitik aus den letzten neun Jahren: Einem immer kleiner werdenden Teil der Hamburger Schülerinnen und Schüler, denjenigen, die sich selbst schon sehr anstrengen müssen, um ihre Bildungsnachteile aufholen zu können, werden die größten Herausforderungen unserer Zeit aufgebürdet. Diese 42% der Hamburger Schülerinnen und Schüler sollen dafür sorgen, auch Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf und nun auch den allergrößten Teil der neu nach Hamburg zugewanderten Schülerinnen und Schüler zu integrieren.“

Als Konsequenz fordern die Schulleitungen „eine Schule für alle Schülerinnen und Schüler“. In Reaktion auf diesen Alarmruf startete die Bildungsbehörde eine Imagekampagne unter dem Motto „Die Stadtteilschulen – Für alle die mehr wollen“. Es werden einzelne Schüler*innen abgebildet und ihnen Zitate in die Mund gelegt, wie „Ich will Hamburgs ersten Wolkenkratzer bauen. Und etwas großes schaffen“ oder „Ich will das Abitur. Mit 1,4“. Im Februar 2018 vermeldete Senator Rabe im Hamburger Abendblatt „stark steigenden Schülerzahlen“ für die Stadtteilschule. Es war der Behörde gelungen, den Gymnasialanteil von 58% auf 52% zu drücken. Dabei dürfte der abschreckende Umstand eine Rolle gespielt haben, dass über 900 Schüler*innen schon im sechsten Jahrgang das Gymnasium wieder verlassen, da sie dort keine Chance haben.

Die Redaktion der hlz, der Zeitschrift der GEW Hamburg, kommentierte die Image-Kampagne, wie folgt: „Wir erleben eine Einheitsschule an den zunehmend breiter werdenden Rändern der Gesellschaft. Das Gymnasium als alleinige Schulform in den Elbvororten und der Tendenz nach ähnlich segregiert im gesamten Speckgürtel, die Stadtteilschule entsprechend in den sozial abgehängten Gebieten nicht nur südlich der Elbe. Somit wurde die Hoffnung mancher, die das 2-Säulen-Modell von Anbeginn kritisch sahen, aber dennoch als 'Spatz in der Hand' in Sachen sozialem Ausgleich betrachteten, enttäuscht. … Wir wissen dabei sehr wohl um die Schwierigkeiten, die sich auftürmen, wenn ein gerechteres Schulsystem durchgesetzt werden soll. … Es bleibt die Notwendigkeit, sich für ein Schulsystem einzusetzen, das ohne Ausgrenzung auskommt und in dem Vielfalt nicht als Belastung, sondern als Bereicherung angesehen wird.“

Berlin: „Der Zusammenhang zwischen familiärer Herkunft und Kompetenzerwerb ist unverändert geblieben“

In Berlin hat eine Expertengruppe, die zum Teil mit der in Bremen personell identisch war, bereits zweimal, 2013 und 2017, die Auswirkungen des Zwei-Säulen-Systems untersucht. Die Befunde sind ähnlich wie in Bremen, obwohl es aufgrund der Vorgeschichte wichtige Unterschiede gibt: Die Aufteilung nach Schularten erfolgt erst nach der sechsten Klasse und der Anteil der Gymnasien ist weit höher als in Bremen. Von den Schüler*innen im siebten Jahrgang besuchten im Schuljahr 2017/18 46,5% das Gymnasium (Bremen im fünften Jahrgang 23,4%, s.o.). In ihrer Analyse der Fachleistungen schreibt die Kommission: „Der Zusammenhang zwischen familiärer Herkunft und Kompetenzerwerb ist unverändert geblieben.“ Insgesamt sind die Leistungen „weitgehend stabil geblieben“.

Ähnlich wie in Bremen gibt es auch bei den Integrierten Stadtteilschulen bzw. den Gemeinschaftsschulen große Unterschiede, und hierbei spielt die Frage, ob sie eine eigene Oberstufe haben, eine große Rolle. Vor allem die ehemaligen Gesamtschulen, die ja eine eigene Oberstufe hatten, sind hier im Vorteil: „Zu der Gruppe der besonders benachteiligten Standorte gehören nach der Reform bis auf wenige Ausnahmen ISS ohne eigene Oberstufe, insbesondere umgegründete Hauptschulen.“ Die spezifischen Fragen der Inklusion waren in Berlin nicht Teil des Untersuchungsauftrages.

]]>
Schulsozialarbeit Schule Bildungsgerechtigkeit Inklusion Artikel Zeitschrift Bremen
news-13989 Mon, 16 Apr 2018 17:32:00 +0200 „Vor allem die Leistungsschwachen sind zu fördern“ https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/vor-allem-die-leistungsschwachen-sind-zu-foerdern/ Bildungsforscher Prof. Dr. Kai Maaz hat die Evaluation der Oberschulen geleitet. Er hält die "Schule für alle" für wünschenswert, aber nicht jetzt Schule Bildungsgerechtigkeit Bildungsfinanzierung Bildungsqualität Bildungssystem Inklusion Gleichstellung Artikel Zeitschrift Bremen Stadt Bremen news-13994 Mon, 16 Apr 2018 16:35:00 +0200 Was sagen die Parteien? https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/was-sagen-die-parteien/ Kommentare der bildungspolitischen Sprecher*innen zum Evaluationsbericht Schulsozialarbeit Schule Bildungsfinanzierung Bildungsqualität Inklusion Gesundheit Artikel Zeitschrift Bremen Stadt Bremen news-13993 Mon, 16 Apr 2018 12:47:00 +0200 Eine Schule für alle als Leitgedanke https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/eine-schule-fuer-alle-als-leitgedanke/ Die Situation in Bremerhaven Schule Bildungsfinanzierung Gesundheit Mitbestimmung Artikel Zeitschrift Bremerhaven news-13990 Mon, 16 Apr 2018 12:33:00 +0200 „Sie sind vorläufig festgenommen!“ https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/sie-sind-vorlaeufig-festgenommen/ Wie steht es um den Artikel 9 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte - dem Schutz vor Verhaftung und Ausweisung Gesellschaftspolitik Internationales Gute Arbeit Mitbestimmung Beamte Artikel Zeitschrift Stadt Bremen news-13992 Mon, 16 Apr 2018 07:01:00 +0200 Kickender Cyborg trifft auf sprechenden Hamster https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/kickender-cyborg-trifft-auf-sprechenden-hamster/ Der Bremer Schulhausroman läuft wieder vom Stapel Schule Migration Inklusion Gleichstellung Artikel Zeitschrift Bremen Stadt Bremen news-13987 Mon, 16 Apr 2018 04:01:00 +0200 Wie weiter mit der U 50 Stunde? https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/wie-weiter-mit-der-u-50-stunde/ Warum die Sichtweise der Bildungsbehörde unsportlich ist Schule GEW Gute Arbeit Gleichstellung Beamte Artikel Zeitschrift Bremen Stadt Bremen news-14004 Mon, 16 Apr 2018 02:27:00 +0200 Alter Wein in teuren Schläuchen https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/alter-wein-in-teuren-schlaeuchen/ Evaluiert und dann? Schule GEW Bildungssystem Gute Arbeit Mitbestimmung Artikel Zeitschrift Stadt Bremen news-13998 Mon, 16 Apr 2018 01:25:00 +0200 Arbeitskreis Internationales organisierte Fortbildungsreise nach Groningen https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/arbeitskreis-internationales-organisierte-fortbildungsreise-nach-groningen/ Niederländisches Vakcollege oder deutsche Gesamtschule? Schule Internationales Bildungssystem Artikel Zeitschrift Bremen Stadt Bremen news-13986 Mon, 16 Apr 2018 01:21:00 +0200 Frischluft: Amoklauf mit Ballermann https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/frischluft-amoklauf-mit-ballermann/ Neue "Herausforderung" für Pädagogen (und die Demokratie? ) Schule Bildungsqualität Artikel Zeitschrift news-13821 Sun, 15 Apr 2018 16:47:00 +0200 Kosten für Klassenfahrten und Ausflüge müssen erstattet werden https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/kosten-fuer-klassenfahrten-und-ausfluege-muessen-erstattet-werden/ die Praxis sieht jedoch anders aus, obwohl Klassenfahrten und Exkursionen Dienstreisen sind. Verzichtsklausel

Reisekostenanträge mit einer Verzichtsklausel sind rechtswidrig [Urteile OVG Nordrhein-Westfalen v. 14.11.2012 Az. 1 A 1579/10 und BAG v. 16.10.2012 Az. 9 AZR 183/11]. Niemand ist verpflichtet zu fahren, wenn die Reisekostenerstattung nicht gewährleistet werden kann.

Freiwilliger Verzicht

Ein freiwilliger Verzicht seitens der Beschäftigten ist besonders fragwürdig, wenn sich Kolleg*innen noch in einem Ausbildungs- oder Probeverhältnis befinden. Außerdem erhöht das den Druck auf alle anderen, sich ebenso zu verhalten und vertuscht, dass das Budget der Schulen nicht ausreicht.

Umgang der Bildungsbehörde mit dem Reisekostenproblem

Die Bildungsbehörde hat sich zum Sachstand der „Reisekostenübernahme für Lehrerinnen und Lehrern bei Schulfahrten und Exkursionen“ [https://www.bremische-buergerschaft.de/drs_abo/2017-09-19_Drs-19-1245_069bb.pdf]  folgendermaßen geäußert: „Lehrkräfte, die Klassenfahrten begleiten, haben grundsätzlich Anspruch auf die Erstattung von Fahrtkosten, Aufwandsvergütungen für Verpflegung und Übernachtung sowie Nebenkosten (Kurtaxe, Eintrittsgelder…)“. Bagatell- bzw. Höchstgrenzen bezüglich möglicher Kostenanteile der Lehrkräfte existierten nicht. Die Gesamtkosten für Klassenfahrten seien jedoch laut Reisekostenrichtlinie vom 18. Juli 2011 begrenzt. Dort heißt es, dass „Lehrkräfte und Schulleitungen verpflichtet [sind], die Kosten für Klassenfahrten zu begrenzen“.

Unrealistische Pauschalen

In den Reisekostenbestimmungen von 2001 sind folgende Pauschalen festgelegt:

Aufwandsentschädigungen pro Tag:
Unterkunft 11 €; Verpflegung 12 €, an An- und Abreisetagen je 6 €
für die gesamte Fahrt: nachgewiesene Nebenkosten (Eintrittsgelder für Museen, Theater usw.) max. 13 €
Nachgewiesene Fahrtkosten am Aufenthaltsort: max. 11 €.
Fahrtkosten für die Hin- und Rückfahrt: werden erstattet.

In seinem Urteil vom 4. Mai 2017 stellte das OVG Lüneburg [ Az. 5 LB 6/16] fest, dass nachgewiesene Übernachtungskosten bei Klassenfahrten in Höhe von 30 €, im begründeten Einzelfall darüber hinaus, wohl angemessen sind. Außerdem wurde bemängelt, dass die Übernachtungspauschale nicht regelmäßig an die tatsächliche durchschnittliche Kostenentwicklung angepasst wurde. Das Urteil bezieht sich auf das Jahr 2013, die Beträge für die bremischen Aufwandsentschädigungen stammen aus dem Jahr 2001!!!

Umgang mit Freiplätzen

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist davon auszugehen, dass Freiplätze durch eine Umlage der Kosten auf die übrigen Teilnehmer erwirtschaftet werden. Laut Reisekostenrichtlinie vom 18. Juli 2011 dürfen Kosten aber nicht auf die Schüler*innen umgelegt werden.

Kontoführung

Laut Behörde muss jede Schule ein Schulsparbuch oder das Konto des Schulvereins zur Verfügung stellen.

Schlussfolgerung des PR

Da jede Schule, laut Behörde, für ihren Haushalt selbst verantwortlich ist, obliegt es den Schulen ihr Reisekostenbudget dem Fahrtenkonzept anzupassen. Alles andere würde bedeuten, dass die Kolleg*innen mit der Übernahme der Reisekosten die Ausstattung der Schulen finanzierten.

Die Verantwortlichkeit jeder Schule für ihr Budget geht auf das Bremer Schulverwaltungsgesetz zurück. In § 33 (2) 1 steht, dass die Schulkonferenz (Sk) über „die Aufteilung der der Schule zur eigenen Bewirtschaftung zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel“ beschließt. Unter § 33 (2) steht auch, dass die SK bei ihren Entscheidungen „Beschlüsse und Vorschläge der anderen Gremien, insbesondere der Gesamtkonferenz (Gk) zugrunde“ legt. Demnach muss die Beschlussvorlage für den Haushalt vor ihrer Verabschiedung der Gk vorgelegt werden. Die Gk kann der Sk auf dieser Grundlage eine Beschlussvorlage zur Fahrtenfinanzierung vorschlagen.

Wahrscheinlich werden Schulleitungen einwenden, dass das Gesamtbudget sehr knapp sei und bei einer Umverteilung andere wichtige Investitionen nicht getätigt werden könnten. Das mag richtig sein, kann aber nicht als Rechtfertigung dienen, die Kolleg*innen ihre Reisekosten selber übernehmen zu lassen. Dieser Einwand muss an die senatorische Behörde gerichtet werden, nicht an die Kolleg*innen.

Eine Sicherstellung der Reisekostenfinanzierung ist auch notwendig, da laut § 30 (2) BremSchVwG Entscheidungen der Schulgremien nur ausgeführt werden dürfen, wenn u. a. die haushaltsmäßigen Voraussetzungen gegeben sind. Da die Sk über die Fahrtenkonzepte entscheidet, wäre demnach ein entsprechender Fahrtenkonzeptbeschluss ungültig oder dürfte nicht von der Schulleitung umgesetzt werden, wenn der Schulhaushalt die Finanzierung der Fahrten nicht sicherstellt.

]]>
Schule Gute Arbeit Gleichstellung Recht Artikel Bremen
news-13664 Thu, 22 Feb 2018 19:16:00 +0100 Bremer Bündnis für Bildung (BBB) https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/bremer-buendnis-fuer-bildung-bbb/ Positionen und Forderungen zur Behebung des Lehrkräftemangels an Bremer Schulen Fachkräftemangel an belasteten Schulstandorten

  • Der ohnehin drängende Fachkräfte-Mangel an Bremer Schulen entwickelt sich  zunehmend dramatisch in Abhängigkeit vom Standort von Schulen. Einflussfaktoren sind:

Die regionale Lage einer Schule, die dort bereits bestehende Personalunterversorgung und die Belastungsfaktoren, die einem Schulstandort zugeschrieben werden; das sind Einschätzungen, die  Bewerberinnen und Bewerber bei ihrer Schulwahl leiten. Die Ungleichheit der Schulstandorte wird dadurch weiter zementiert.

Daher sind

  • erstens Anreize zu schaffen, welche die Attraktivität der betroffenen Standorte steigern, z. B. über Vereinbarungen zum Umfang der Unterrichtsverpflichtung, über Versetzungsregelungen, Zulagen und eine verbesserte personelle Ausstattung.
  • Zweitens muss die zentrale Steuerung des Personaleinsatzes eine gerechte Verteilung sichern. 
  • Gerade in den herausfordernden Stadtteilen ist der Einsatz gut ausgebildeter Fachkräfte unverzichtbar. Dies gilt insbesondere für die Grundschulen. Sie sollen bei allen Kindern das Fundament in den Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen legen; was hier fachlich misslingt, ist schwerlich aufholbar. Die ersten Klassen, bzw. die Schuleingangsstufe mit Klasse 1 und 2 dürfen keinesfalls zu einem „Probierfeld“ für nicht in diesem Fachgebiet ausgebildete Lehrkräfte und „Laienpädagogen*innen“ werden. Daher sollten Quereinsteiger*innen unter keinen Umständen  [Die Schulleitervereinigung Bremen e.V. (SLV) möchte „unter keinen Umständen“ durch „in der Regel nicht“ ersetzen.] in den Fächern Deutsch und Mathematik in den ersten Jahrgängen eingesetzt werden.
  • Die Zusage, für Lehrkräfte in besonders belasteten Stadtteilen (Sozialindikator 5) zwei Entlastungsstunden zu schaffen, ist als Signal begrüßenswert. Allerdings hat sich gezeigt, dass der Sozialindikator bildungspolitisch nicht das alleinige Kriterium sein kann, z. B. würde die Not von Schulen in Bremen Nord damit nicht behoben. Hier geht es nicht ohne Steuerung des Personaleinsatzes durch die verantwortliche Behörde. Zusagen für Schulen  auf Entlastungsstunden dürfen nicht aufgrund anderer Kriterien kurzfristig zurückgenommen werden, das zerstört die Planungssicherheit. Die Nachsteuerung von Mitteln durch den  Senat und die Senatorin für Kinder und Bildung ist in solchen Fällen erforderlich.

Qualifikationsstandards für Seiten- und Quereinsteiger*innen

  • „Die Grundlagen für eine berufliche Qualifikation von Lehrerinnen und Lehrern können nur durch ein entsprechendes Studium gelegt werden. Der Forschungsstand dazu, was die Professionalität von Lehrkräften und besonders von Grundschullehrkräften ausmacht, ist eindeutig. Professionelle Grundschullehrkräfte benötigen sowohl fundierte fachwissenschaftliche und fachdidaktische Kompetenzen in den grundschulrelevanten Unterrichtsfächern als auch eine bildungswissenschaftliche Ausbildung mit grundschulpädagogischen und grundschuldidaktischen Schwerpunkten“ (aus der Stellungnahme zur Einstellung von Personen ohne erforderliche Qualifikation als Lehrkräfte

in Grundschulen der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft DGfE, Sektion Schulpädagogik). Aus den genannten Gründen umfasst das Lehramt Primarstufe mittlerweile fast überall ein zehnsemestriges Studium plus Referendariat. Der massive Einsatz von nicht fertig oder unzureichend ausgebildeten Lehrkräften konterkariert dessen Bedeutung und missachtet den Bildungsanspruch vieler Kinder.

  • Die aufgrund des Fehlens fertig ausgebildeter Lehrkräfte erforderliche Beschäftigung von

Quer- und/oder Seiteneinsteiger*innen muss daher darauf ausgerichtet sein, die unverzichtbaren Standards der Ausbildung zumindest begleitend zu erreichen. Dies kann nicht über „Schnellkurse“ geschehen, sondern bedarf eines zwischen LIS, Universität und Bildungsbehörde abgestimmten Qualifizierungsverfahrens. Hier kann es auch nicht um freiwillige Fortbildung gehen, sondern um eine verbindliche Qualifizierung. Diese ist vertraglich festzulegen. Die Unterrichtsverpflichtung in dieser Phase soll nicht mehr als die Hälfte der vollen Unterrichtsverpflichtung betragen, um während der Ausbildungsphase nicht das Lernen der Anwärterin/des Anwärters zeitlich unmöglich machen.

Für Studierende muss gewährleistet sein, dass Unterricht und Unterrichtsvorbereitung die Studienverpflichtungen an der Universität nicht überlagern und dadurch die Qualität der Ausbildung in Frage stellen.

Qualifizierung – Bedingungen und Maßnahmen

  • Die Senatorin für Kinder und Bildung trägt für den Einsatz von Seiten- und Quereinsteiger*innen die politische Verantwortung und folglich auch für die Realisierung der Qualifizierung, das Landesinstitut für Schule und die Universität sind für die fachliche Umsetzung der Maßnahme zuständig. Das Bündnis für Bildung sieht dafür als geeigneten Weg - entsprechend der unterschiedlichen Anforderungen an Qualifizierung (unterschiedliche Voraussetzungen der Bewerber*innen) – einzelne Module zu entwickeln. „Die Äquivalente eines Vollzeitstudiums in den Disziplinen der Grundschulpädagogik und der Fachdidaktiken der grundschulrelevanten Unterrichtsfächer müssen erfüllt sein“ schlussfolgert dazu die DGfE in ihrer Stellungnahme.  Eine dementsprechende Personalplanung auch für die Aus- und Weiterbildungsinstitutionen ist zwingend erforderlich. 
  • Mehrere hundert Studierende (nicht nur für das Lehramt) sowie Kolleg*innen ohne abgeschlossene Lehramtsausbildung werden derzeit zur „Unterrichtsvertretung“ oder als „Seiteneinsteiger*in“ beschäftigt. Dass Studierenden im Rahmen ihrer Bewerbung für das Referendariat diese Zeit „angerechnet“ wird, kann bei der Zulassung zum Referendariat Berücksichtigung finden, sollte aber keinen Einfluss auf die Länge des Referendariats haben. Ihr unterrichtlicher Einsatz sollte nicht mehr als 10-12 Stunden betragen und nicht länger als ein Schulhalbjahr andauern [Die SLV wünscht bei dem Punkt keine Begrenzung auf ein Schulhalbjahr.], damit das Studium sinnvoll fortgeführt und zeitnah abgeschlossen werden kann (Sicherung der Qualität der Ausbildung).  
  • Kolleg*innen mit dem 1. Staatsexamen oder einem gleichwertigen Abschluss sollten ebenfalls ihre Qualifikation per Referendariat erlangen. Neben dem Fachnachweis sind didaktische und erziehungswissenschaftliche Kompetenzen erforderlich,  andernfalls müssen diese begleitend erworben werden.
  • Alle Einstellungen, die ohne Lehramtsqualifikation erfolgen, sind in Verbindung mit einer gegenseitigen Qualifizierungszusage (Bewerber*in/Senatorische Behörde) zu befristen. Für die Qualifizierung entwickeln LIS und Universität auf unterschiedliche Eingangsqualifikationen abgestimmte Module. Erst nach der erfolgreichen Qualifizierung werden die Lehrkräfte in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen.

Personalplanung und -entwicklung

  • Beim Einsatz von Seiten- und Quereinsteiger*innen sowie Studierenden müssen alle nicht-unterrichtlichen Tätigkeiten aktuell vom übrigen Kollegium der Schule getragen werden. Dies führt zu zusätzlichen Belastungen. Unstrittig ist daher, dass Schulen mit „Lehrkräften in unterschiedlichen Ausbildungsphasen“ spürbare Entlastungsstunden zur Anleitung und Begleitung benötigen. Hierfür muss ein Modul „Praxiscoaching“ entwickelt und zur Verfügung gestellt werden. 
  • Ausgebildeten Fachkräften, die familiär eingebunden sind in Kinderbetreuung und/oder eine Pflegesituation und deshalb in Teilzeit arbeiten, soll durch attraktive Rahmenbedingungen ermöglicht werden, auch mit höherer Stundenzahl berufstätig zu sein. Richtlinien und Maßnahmen für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Schuldienst müssen erarbeitet werden.
  • Bei im Ausland ausgebildeten Lehrkräften, die sich für eine Tätigkeit im bremischen Schuldienst bewerben, sollten analog zum Verfahren für Quereinsteiger*innen, die Qualifikationen (insbesondere die Deutschkenntnisse) geprüft werden, um danach den Bedarf an Weiterbildungsmodulen festzulegen. 
  • Solange der Fachkräftemangel so spürbar anhält, sind die Absicherung respektive die Befriedigung des Bedarfs an Schulen in Stadtteilen mit besonderen Problemlagen von hoher Bedeutung. Hier kommt der Schaffung von Anreizen und der zentralen Steuerung des Lehrkräfteeinsatzes eine wichtige Funktion und der senatorischen Behörde eine besondere Verantwortung zu. Das BBB fordert daher die sofortige Umsetzung einer zentralen Einstellung von Lehrkräften.

Das Bremer Bündnis für Bildung erwartet von der Senatorin für Kinder und Bildung eine auf die aktuelle Versorgungssituation ausgerichtete Personalbedarfsberechnung. Auf der Basis statistisch aktueller Daten ist die Berechnung für die kommenden Jahre transparent zu gestalten, um eine verantwortungsvolle und vorausschauende Personalplanung zu gewährleisten.

]]>
Schulsozialarbeit Schule GEW Bildungsgerechtigkeit Bildungsfinanzierung Bildungsqualität LehrerInnenbildung Inklusion Gute Arbeit Presse Bremen
news-2142 Wed, 21 Feb 2018 10:06:00 +0100 Bildungsurlaub ist jetzt Bildungszeit https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/bildungsurlaub-ist-jetzt-bildungszeit/ Artikel Bremen news-13516 Fri, 16 Feb 2018 23:59:00 +0100 Schule sanieren! Neue bauen! https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/schule-sanieren-neue-bauen/ Schule braucht Raum Schulsozialarbeit Schule Bildungsfinanzierung Gesundheit Artikel Zeitschrift Bremen Stadt Bremen news-13518 Fri, 16 Feb 2018 19:23:00 +0100 Neue Akzente für die Soziale Arbeit an Bremer Schulen https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/neue-akzente-fuer-die-soziale-arbeit-an-bremer-schulen/ Landesarbeitgemeinschaft Schulsozialarbeit setzt auf mehr Professionalität Schulsozialarbeit Schule GEW Inklusion Gute Arbeit Artikel Zeitschrift Bremen Stadt Bremen news-13510 Fri, 16 Feb 2018 17:44:00 +0100 Die Isolation aufbrechen https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/die-isolation-aufbrechen/ GEW-Bildungsdelegation nach Kobanê im Frühjahr 2018 Schule Gesellschaftspolitik Internationales Artikel news-13508 Fri, 16 Feb 2018 17:32:00 +0100 „Unter den gegebenen Bedingungen wäre ein Sondervermögen die beste Lösung“ https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/unter-den-gegebenen-bedingungen-waere-ein-sondervermoegen-die-beste-loesung/ Interview mit Prof. Rudolf Hickel Gesellschaftspolitik Artikel Zeitschrift news-13515 Fri, 16 Feb 2018 15:26:00 +0100 Der vergessene Jahrestag der Okkupation https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/der-vergessene-jahrestag-der-okkupation/ Fünfzig Jahre währt die Besetzung der palästinensischen Gebiete Internationales Artikel Zeitschrift Bremen Stadt Bremen news-13573 Fri, 16 Feb 2018 13:24:00 +0100 “Gewerkschaftliche Kampfkraft energisch umsetzen” https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/gewerkschaftliche-kampfkraft-energisch-umsetzen/ Die drei Landesvorstandsprecher/innen geben einen Ausblick auf das GEW-Jahr 2018 Schulsozialarbeit Studium Wissenschaft Kita Weiterbildung Berufliche Bildung Schule GEW Bildungsfinanzierung Bildungsqualität Inklusion Gute Arbeit Presse Bremen