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FrischluftWuff, Wau-Wau- Know how

16.03.2020 - Wilfried Meyer

Der Fachkräftemangel spielt in vielen Bereichen noch überhaupt keine Rolle. Zum Beispiel in Umschulungsmaßnahmen bei aus Rumänien und Albanien an Deutschland vermittelte Straßenköter. Da sie in ihren Herkunftsländern keine Chancen auf Teilhabe an Wurst und Fleisch und PaddygreyPal oder so haben, sollen sie in vielen Bundesländern jetzt zu Schulsozialhunden ausgebildet werden. Ein knurrender großer Hund kann ein aggressives Kind schnell beruhigen und notfalls auch mit einem gelernt gezielten und kompetenzorientierten Biss zur Unterrichtsraison erziehen. Ruhe kehrt schnell ein und auch das Einnehmen der Plätze geschieht in gesteigerter Geschwindigkeit. Fehlen die Inklusionskräfte aller Orten kann man sich auf die Hundestaffel vom Rembertiring aus der Bildungsbehörde zu 100% verlassen. Selbst ein Amokläufer, der nach amerikanischem Vorbild in die Schulen eindringen würde hätte keine Chance. Denn dank kugelsicherer Hundewesten kann diesem Sozialarbeiter, dem schon erwähnten Fellmanager nichts passieren. Ein Kind oder Jugendlicher, der einmal zur Beruhigung zum Streicheln des Hundes geschickt wurde, oder einen Mischling aus Rumänien führen durfte, der hat an normalem Unterricht auch kein Interesse mehr, er ist einfach auf den Hund gekommen. Hatte man früher Springmäuse, Hamster, Schildkröten oder auch sprachlose Fische im Klassenraum, die es meistens nicht über die Sommerferien schafften, ist der Hund als treuer Begleiter des Menschen da erheblich anspruchsvoller. Er kann in allen Lebenslagen dienen und nur im äußersten Versorgungsnotfall wird er zu Ferienanfang oder nach dem Weihnachtsfest an der Autobahnraststätte anderen Herausforderungen zugeführt und am Mac Donalds Drive in angebunden. Gerade erreicht uns die Nachricht aus dem Saarland: „Das Saarland hat ein Pilotprojekt für Lehrkräfte zur Ausbildung von Schulbegleithunden abgeschlossen und die ersten 12 Teilnehmer*innen dafür zertifiziert.“ Neben oben beschriebenen Fähigkeiten „können die Schüler*innen durch verschiedene Übungen mit Hunden ihre Auge-Hand-Koordination und ihre Orientierung im Raum verbessern. Die unterschiedlichen Kooperationsspiele fördern zudem das Klassengemeinschaftsgefühl.“ (Zeitschrift Pädagogik,1-20, Seite 60) Das ging aber früher mit den Schildkröten auch, nur eben langsamer. Auf jeden Fall finden wir das Saarland toll. Es gibt ja auch in Heimen mit Demenzkranken auf dem Land Therapeuten, die im Stuhlkreis ein Schwein herumschicken. Die Kranken erinnern sich dann daran, dass sie früher viel mit Schweinen Kontakt hatten. Und wer kann das von sich nicht sagen. Nur den Begriff sollte die Behörde noch etwas schärfen. Hundeführer, also die Verbindung von Hund Blondie und Führer ist zwar wieder im Kommen, als Höcke-Hund oder als mein Gaulandführer-schleck-hechel-speichel Diener… Interessierte Leser dieser Frischluft-Rubrik wissen natürlich, dass die Redaktion immer auf ausführliche und genaue Recherche setzt. So auch diesmal im Internet: toll, was auf dem Gebiet schon alles die Pfote hebt und die Ohren spitzt. Beispiele gefällig? „Schulsozialhund „Lucky“ am Arbeitsplatz, dem Eutiner Voß-Gymnasium, ein Welpe…da er noch jung ist besucht er die Welpenschule“ oder heroisch ist die „Pfotenheldin im Einsatz“. Na einer geht noch: „ Labradoodledame Mayra ist von Beruf Schulsozialhund“ und man kann im „Bulldoggenforum“ chatten. Wir unterstützen all diese Bemühungen, möchten aber folgendes zu bedenken geben. Beim Digitalpakt fordern wir ein Schulkonzept, das möchten wir für den Hund auch sehen. Nur die Konferenz kann in Bremen pädagogisch entscheiden. Tut sie es nicht, kann nach Schulgesetz der Schulleiter entscheiden. Das führte an unserer Schule dazu, dass der Schulleiter zwei Möpse bestellt hat. Die besonders von Jugendlichen mit Migrationshintergrund ungern ausgeführt wurden. Irgendein Vorurteil haftet ihnen an. Außerdem muss wie beim Kabelanschluss der PCs der Hund an der Leine geführt werden. Es muss einen Wartungsdienst, Reinigungsdienst und Futterdienst geben, und das kann nicht wieder der Hausmeister übernehmen. Und ein Dach, welches nicht durchregnet wäre natürlich in Schule schwierig. Gut wäre Mehrsprachigkeit. Wir finden diese Idee der Staffelleitung in der Bildungsbehörde extrem gelungen und wünschen wie immer bei gut durchdachten Projekten viel Erfolg. Und die passenden kugelsicheren und tarnfarbengeschmückten Hundewesten gibt es z.B. unter http://www.laufender-keiler.de/ . In echt. Und was noch aus einem Diensthund werden kann: Ein Hund der amerikanischen Armee verfolgte in Syrien IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi bis zu dessen Tod. Nun ist das Tier auf dem besten Weg, in den USA ein Held im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus zu werden. Toll!