GEW Bremen
Du bist hier:

Wie läuft es in den Inklusionsklassen?

Teilnehmer:

( Nur Männer? Wo bleibt da die Quotierung? Dies mag sich die geneigte LeserInnenschaft fragen. Es gab für das Gespräch zunächst acht Zusagen, von vier Kolleginnen und vier Kollegen. In den letzten Tagen mussten fünf KollegInnen wegen Krankheit oder kurzfristiger Schultermine absagen.)

Ulf Bergmann, Wilhelm-Kaisen Schule

Frank Dopp, Gesamtschule Ost

Marc Schönfelder, Gesamtschule Mitte

16.03.2012 - Ein Interview | Die Fragen stellte Jürgen Burger

BLZ: Liebe Kollegen, ihr seid alle Klassenlehrer von Inklusionsklassen. Wir haben einige Fragen vorbereitet.

  • Was ist neu für euch im Unterricht?
  • Wie habt ihr euch vorbereiten können?
  • Worin seht ihr aktuell für euch die größte berufliche Herausforderung?
  • Was folgt daraus für die SchülerInnen?
  • Was erwartet ihr von euren KollegInnen?
  • Was erwartet ihr von den Verantwortlichen in Schulverwaltung und Politik?

Ulf: Wir sind an der Wilhelm-Kaisen-Schule fünfzügig mit zwei Inklusionsklassen im zweiten Jahr. Ich hatte das Glück, dass die Kollegin Sonderpädagogin sich sehr früh gemeldet hat, wir konnten ein halbes Jahr vor Beginn schon planen. Außerdem habe ich eine gut gemischte Klasse, in der auch etliche leistungsstarke SchülerInnen sind. Da gab es Eltern, die sehr bewusst gesagt haben, wir ersparen uns den Stress mit dem Gymnasium, unser Kind soll auf die Oberschule. Wir haben ein Team, mit dem ich mich gut verstehe. Wir haben auch Differenzierungsräume, nicht die schönsten, aber immerhin. Und ich habe Eltern, die sagen, wir stehen dazu. Das ganze Umfeld ist also relativ gut, und trotzdem gehen wir auf dem Zahnfleisch. Alles, was auch nur einen Millimeter neben den Kernaufgaben liegt, Treffen mit Eltern oder Fortbildungen, das schaffen wir einfach nicht, das ist für uns nicht machbar. Dass wir jeden Abend miteinander telefonieren und uns am Wochenende die E-Mails hin und her schicken, ist normal. Meine Behauptung ist: Selbst unter idealsten Bedingungen geht vieles nicht. Dabei habe ich Inklusionskinder, die klasse sind, die Vertrauen haben und von ihren Eltern gemocht werden. Ich mäkele nicht über Arbeitszeiten, ich habe vor meinem Lehrerberuf zu wesentlich schlechteren Bedingungen gearbeitet. Trotzdem - Ich arbeite mich kaputt und mache nicht, was ich eigentlich machen müsste: Perspektivisch denken, auswerten, Planungen für einzelne Schüler machen, das schaffe ich nicht.

Frank: Ich bin an der Gesamtschule Ost und unterrichte die zweite Inklusionsklasse an unserer Schule. Wir sind sechszügig und haben bisher eine Klasse davon als Inklusionsklasse geführt, das wird sich im nächsten Jahr ändern. Wir sind also das zweite Team, das diese Erfahrungen macht. Auch ich kann sagen, dass die innerschulischen Bedingungen gut sind, d.h. das, was die Schule intern leisten kann, das leistet sie für uns – es fragt sich nur, ob sie das auf Dauer halten kann. In der Klasse sind 21 SchülerInnen, davon fünf Förderkinder, aktuell vier, weil wir ein Kind nach einem Vierteljahr einfach nicht mitziehen konnten und in das Förderzentrum überwiesen haben. Das wird künftig so nicht mehr möglich sein. Dann sind die Kinder zur Inklusion „verdammt“. Wir haben zwei Räume und können, wenn wir zu zweit sind, beide Räume nutzen. Ich habe ein hervorragendes Team, wie ich es mir nicht besser vorstellen könnte, das sich mit Unterstützung der Schulleitung zerrissen hat, als ich aufgrund einer Sportverletzung länger nicht in der Schule war. So ist es nicht zu dramatischen Ausfällen gekommen. All das ist stimmig. Was nicht stimmt, und das scheint ja nicht individuell zu sein, ist die Arbeitsbelastung. Wir waren zu den Herbstferien alle an einem Punkt, wo wir – wie du sagst – auf dem Zahnfleisch gingen. Wir waren nahezu überfordert mit der Situation, von der Intensität, mit der die Schülerschaft uns gefordert hat. Wir waren am Ende unserer Kräfte und dieser Zustand war so nicht haltbar. Wir haben daraufhin noch mehr Unterstützung eingefordert. Wir arbeiten als Team sehr eng zusammen. An der Integrations-Begleitstunde für den Klassenlehrer und den Sonderpädagogen nehmen fünf oder sechs Kollegen teil – aber das ist ihre private Zeit. Der ständige, fast tägliche E-Mail-Austausch über einzelne SchülerInnen kostet sehr viel Zeit. Es wäre eine Illusion zu meinen, wenn eine Klasse mit 21 Kindern zusammenkommt, darunter 5 Inklusionskinder, daraus würde sehr schnell eine homogene, liebenswerte Gruppe. Diese besondere Beanspruchung, von der ich glaube, dass sie ein Jahr dauern wird, vielleicht auch zwei, ist unter der Vorgabe von 14 Stunden Doppelbesetzung nicht leistbar. Wir leisten es trotzdem über unbezahlte, zusätzliche Arbeit. Das ist keine angemessene Versorgung. „Kleinere Klassen sind nicht bezahlbar“, viele andere Dinge „sind nicht bezahlbar“, das ist die Crux, dass hier ein System geschaffen werden soll mit unzureichenden Mitteln. Und das, finde ich, ist eine ziemliche Verantwortungslosigkeit.

Ulf: Und wenn ich lese, es sei alles vorbereitet, wir bräuchten uns nur ins gemachte Nest zu setzen, dann falle ich vom Glauben ab.

Frank: Es geht nicht nur um die Ressourcen, es geht gleichzeitig auch darum, dass das Team harmoniert.

Ulf.: Wenn es Stress im Team gäbe, das mag ich mir gar nicht vorstellen, was dann kommt.

Frank: Und dazu gehört eben ein Zeitrahmen, der auch den sozialen Austausch ermöglicht. Auch Supervision ist notwendig. In dieser ständigen Belastungssituation müssen Räume – auch zeitlich – vorhanden sein, um genau das aufzuarbeiten. Da hilft es nicht, Richtlinien formalisiert abzuarbeiten, wie sie uns kürzlich in einem Zeitungsinterview avisiert wurden.

Marc: Ich leite eine Klasse im sechsten Jahrgang und hatte am Anfang das Glück, zwei SonderpädagogInnen zu haben. Im Moment ist aber keine Sonderpädagogin mehr in der Klasse und ich bin Klassenlehrer, Fachlehrer und gleichzeitig der Sonderpädagoge ohne Ausbildung. Die Schule und die Schulaufsicht haben sich um Ersatz bemüht, es ist aber niemand gefunden worden. Ich habe nicht nur L-Kinder, das hält uns schon alle auf Trab, sondern auch einen V-Schüler. Wir haben am Ende des ersten Halbjahres der Schulleitung mitgeteilt, dass die Probleme so gravierend sind und wir so nicht weiterarbeiten können. Daraufhin hat der V-Schüler einen Assistenten bekommen. Trotzdem gab es weiter Probleme, und wir haben gegenüber Schulleitung und Behörde auf unsere Fürsorgepflicht für die Klasse hingewiesen und die Beendigung der inklusiven Beschulung beantragt. Die Behörde hat das abgelehnt und gesagt: „Das Kind hat ein Recht auf Inklusion.“
Die Doppelbesetzung fülle zum Großteil ich selbst aus, ergänzt durch eine Fachkollegin unseres Standortes und mit vier Stunden durch eine Sonderpädagogin von der Brokstraße. Ich habe auch ein sehr gutes Team, aber wir können uns aus Zeitgründen nicht regelmäßig treffen. Das schaffen wir einfach nicht. Eine Kollegin hat eine 10. Klasse, eine andere eine fünfte. Wenn ich denen vorschlage, dass sie sich neben der Arbeit in ihren Klasse häufiger mit mir wegen der Inklusionsklasse treffen sollen, kann es gut sein, dass die Kollegen wegen Überlastung krank werden oder ausfallen. Die Jahrgangsteams können sich, ebenfalls aus Zeitgründen, auch nicht so oft treffen.

Ulf: Wir treffen uns einmal die Woche, und zwar bis weißer Rauch aufsteigt.

Marc: Die Raumsituation ist nicht angemessen, Wir haben einen Differenzierungsraum für drei Klassen, es muss oft auf den Fluren gearbeitet werden. Eine Hospitantin vom REBUZ sagte: „Mit 22 Kindern in diesem Raum, das geht eigentlich gar nicht“. Ich bin froh, dass die Kinder einen Sitzplatz haben, besondere Ecken für individuelles Arbeitsmaterial kann ich gar nicht einrichten.
Der Unterricht in den 14 Stunden Doppelbesetzung läuft gut. Wir müssen natürlich ganz viel miteinander sprechen. Die SchülerInnen arbeiten in Tischgruppen und wir nehmen die Inklusionskinder selten heraus. Für die Nicht-I-Kids ist das teilweise auch schon ein Vorteil, dass sie zwei Lehrkräfte haben, die sie fragen können. Da sind wir beide ansprechbar. Und es gibt die Möglichkeit, mit einer Kleingruppe draußen zu arbeiten. Aber für die fachliche Kooperation haben wir viel zu wenig Zeit.

BLZ: Kann man sagen, dass die Kooperationszeiten viel zu knapp bemessen sind?

Ulf: Und auch die Fortbildungs- und Evaluationszeiten!

BLZ: Kooperationszeiten, Klassenfrequenz und Doppelbesetzungsstunden, das sind die Streitfragen. Was ist für euch denn am dringlichsten?

Marc: Das kann man gar nicht trennen. Wenn wir 14 Stunden Doppelbesetzung haben, dann haben wir auch viele Stunden ohne Doppelbesetzung. Und da muss ich auch allen Kindern gerecht werden. Da wäre es natürlich einfacher mit 2-3 Kindern weniger.

Frank: Wir haben schon zweimal den Plan geändert. Zunächst haben wir den Sonderpädagogen dort eingeplant, wo auch seine fachlichen Schwerpunkte lagen. Dann haben wir aber gemeinsam entschieden das zu ändern, weil an anderer Stelle, z.B. in Sport, Situationen entstanden, die so nicht haltbar waren. Gerade in der Findungszeit brauchen wir mehr Doppelbesetzung. Ich bedaure die Fachkollegen, deren Stunden nicht gedoppelt werden konnten. Da gehen teilweise Kollegen in ihren freien Stunden mit hinein – und das kann es auf Dauer nicht sein. Das ist wie Pech oder Glück: Entweder eine Person geht alleine unter und ist am Ende der Woche fertig, oder die andere Person „rettet“ die Situation und hat dann aber für sich selbst zu wenig Regenerationszeit. Dieser Zustand, der ja nicht öffentlich ist, kann so nicht weiter gehen. Frau Jürgens-Pieper hat im Interview davon gesprochen, sie habe sehr häufig „eine regelrechte Aufbruchsstimmung erlebt“. Wir waren auch begeistert, als wir anfingen. Wir sind immer noch begeistert, aber auch ernüchtert, und sagen: Wir können nicht auf Dauer so hineinbuttern mit unserer Empathie für die Kinder. Wir wissen, dass es gelingen kann, wenn die Besetzung stimmt. Für mich ist die Doppelbesetzung entscheidend, und Doppelbesetzung erfordert gleichzeitig Kooperationszeiten, wenn sie nicht rein technisch sein soll, also nach dem Motto: „Da gehen jetzt zwei Leute hinein, mal sehen, wie wir die Klasse 45 Minuten still halten“. Wenn es wirklich eine inhaltliche Qualität haben soll, dann braucht es den Austausch.

Ulf: Das sehe ich ganz genauso. Dabei muss man sagen, das hängt auch von der Zusammensetzung der Klasse ab.

Marc: Dazu gehört ja auch die Planung der Unterrichtseinheiten, das machen wir arbeitsteilig. Und wir wechseln auch die Rolle in der Klasse.

Ulf: Die Planung der Unterrichtseinheiten läuft bei uns inzwischen im Jahrgangsteam. Lehrer sind ja sehr eigen, aber da muss man dann einmal schlucken, für sich vielleicht noch die eine oder andere Änderung machen, und das übernehmen. Und die Sonderpädagogin kümmert sich mit ihrer Erfahrung darum, das dann auch noch didaktisch herunter zu brechen. Dabei habe ich viel gelernt.

Frank: In diesen Fragen haben die Gesamtschulen natürlich einen viel längeren Vorlauf als die Schulen, die sich jetzt von Schulzentren zu Oberschulen entwickeln. Jahrgangsteams und inhaltliche Verzahnung, die auch ein Stück Arbeitsersparnis mit sich bringt, fangen in vielen Schulen erst an und sind ein lohnender Ansatz. Aber was wir in den Gesamtschulen bisher haben, das muss ja für die Inklusion noch einmal wieder überarbeitet werden. Das habe ich durch die Individualität dieser Inklusionskinder in den ersten Monaten gelernt, dass ich noch viel mehr differenzieren muss, als bisher. Dieses Ausdifferenzieren ist eine große Aufgabe, die auch eine hohe Sensibilität erfordert, eine große Bereitschaft, sich auf die Kinder einzulassen, und zwar von jedem Fachkollegen. Und da komme ich immer wieder auf den Zeit- und Kraftaufwand, der dafür nötig ist. Dazu kommt in der 5. Klasse, die ja neu zusammengesetzt ist, ein großer Bedarf jedes Kindes an individueller Aufmerksamkeit. Nach einer REBUZ-Hospitation wurden wir gefragt: „Sagen Sie, Sie haben hier doch nicht nur fünf Inklusionskinder?“ Und das ist Realität. Es entstehen Rückwirkungen und völlig neue Fragen. Viele unserer Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Jahrgängen sehen das und haben großen Respekt, um nicht zu sagen Angst, die nächsten zu sein, die vor dieser Herausforderung stehen.

Ulf:. Wir haben in anderen Klassen unserer Schule begutachtete Kinder, denen erheblicher Förderbedarf attestiert wurde – gewährt wird er aber nicht. Was es auch gibt ist, dass Gutachten beim Weg aus der Grundschule verschwinden nach dem Motto „wir wollten ihm keine Steine in den Weg legen“. Und die Kollegen wundern sich.

Marc: Darüber haben wir uns schon sehr aufgeregt: In Mathe war ein Kind in der Grundschule in der Kleingruppe, in Deutsch gab es Einzelunterricht, und wir müssen das nach und nach herausbekommen. Das kann es doch nicht sein. Plötzlich hat man noch mehr Kinder mit speziellem Förderbedarf.

Ulf: Und in Zukunft will die Behörde die Förderstunden global vergeben und den Schulen sagen: „Seht zu, wie ihr klar kommt.“

Frank: Die ZUP-Leitung kann diese Probleme auch nicht alle lösen. Es ist sicher sinnvoll, diese Funktionsstelle zu haben, aber die praktische Arbeit können wir nicht an eine „ZUP-Fee“ delegieren.

Ulf: Als ehemaliger Hauptschullehrer frage ich mich, wie das mit den Abschlüssen werden soll. Ich habe I-Kinder, die können den Schulabschluss schaffen. Aber dafür müssen sie speziell gefördert werden.

Frank: Diese Kinder aber dürfen wir auch nicht aus den Augen verlieren. Man denkt ganz schnell: „Der läuft ja irgendwie mit“ – aber nur dann, wenn er genau die Beachtung bekommt, die er braucht. Die kann ich ihm aber längst nicht immer geben.

Marc: Und da sind wir wieder bei der Klassenfrequenz. Wir haben jetzt 17+5 in der Inklusionsklasse. Als ich an die GSM kam, waren dort, schon nach Frequenzerhöhungen, 22 in den Regelklassen. Davor waren es noch weniger. Jetzt werden uns 22 SchülerInnen in der Inklusionsklasse als positiv verkauft.

BLZ: Die Schüler/Lehrer-Relation an der GSM ist um ein Drittel schlechter als in der Startphase.

Frank: Das war an der GSO genauso. Ich habe vor 20 Jahren sogar mit 17 Schülern angefangen. Unter jedem Bildungssenator, beginnend mit Henning Scherf, kamen ein oder zwei Kinder dazu.

Marc: Vor der GSM hatte ich eine Realschulklasse mit 33 Schülern. Aber da habe ich noch einen ganz anderen Unterricht gemacht. Und die Heterogenität war eine ganz andere. Die Frage ist, welcher Anspruch gestellt wird.

Frank: Frage ist auch, wie die Suche nach neuen individuellen Lernwegen zusammengeht mit der ungeheuren Regelungs- und Prüfungswut, mit der Technokratisierung von Bildungsstandards, wie sie in den letzten 10 Jahren hier in Bremen eingeführt worden ist. Formen von Projektlernen, wie ich sie früher, als ich noch mehr Freiheiten hatte, praktiziert habe, habe ich inzwischen in die Tonne getreten. Dadurch geht natürlich inhaltliche Motivation, geht Begeisterungsfähigkeit verloren. Aber unter den Bedingungen der behördlich gewollten Abprüfungen „alle zwei Jahre wieder“ kann ich solche Projekte nicht mehr realisieren.
Marc: Es gibt auch ganz viele ungeklärte Fragen. Wenn z.B. ein Schüler in Englisch Einzelunterricht bräuchte, soll dies eine Sonderpädagogin regelmäßig leisten, die eigentlich für mehrere Kinder zuständig ist? Oder kann der Schüler nicht stattdessen stärker in Deutsch oder Mathe gefördert werden? Darüber kann dir niemand eine verbindliche Antwort geben.

BLZ: Die ganze Sache ist eigentlich ohne genaue Planung angefangen worden.

Frank: Erst wenn die Fragen auftauchen, dann setzt sich die Verwaltung hin und fragt sich “Wie regeln wir das?“ Die ersten Jahre pflügen wir das Feld.

BLZ: Was sollte die GEW tun? Die Probleme sind massiv. Die Forderung nach mehr Sonderpädagogen ist zurzeit kaum realisierbar, u.a. deshalb, weil unter Willi Lemke der Studiengang an der Uni geschlossen worden ist. Wir können erst einmal nur der Öffentlichkeit klar machen, dass der Prozess ohne Absicherung, begonnen worden ist.

Ulf: Ich würde mir als ersten Schritt mehr Kooperationszeiten wünschen. Und eine wissenschaftliche Begleitung ist auch wichtig. Es muss doch einen Gesamtüberblick geben: So läuft das, so könnte das laufen, da haben wir eine Vergleichsgruppe. Ich stochere im Nebel.

BLZ: Die Förderklassen in den Grundschulen wurden seit 1999 nicht ausreichend evaluiert.

Ulf: Jede Schülerleistung wird inzwischen getestet, und an so einer wichtigen Stelle wird nichts getan?

Frank: Ich möchte noch ein Buch empfehlen. Es heißt „Eine Schule für Alle - Inklusion umsetzen in der Sekundarstufe“ von mittendrin e.V., erschienen im Verlag an der Ruhr Es ist aktuell und gibt einen Überblick über die verschiedenen Bereiche und Ebenen, die mit Inklusion zu tun haben, von der Unterrichtspraxis bis zur Schulorganisation. Das Buch zeigt, dass es in zahlreichen, auch bremischen Schulen schon sehr viel Erfahrungswissen gibt, das meiner Ansicht nach vor Einführung der Inklusion in Bremen nicht ausreichend abgefragt und ausgewertet wurde. Da reicht es nicht, einmal einen Referenten einzuladen, der die Pralinenschachtel öffnet und vorzeigt.

BLZ: Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt.

Zurück