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Werken in der Grundschule - immer wichtiger!

Der handwerkliche Umgang mit Geräten, Gebrauchsgegenständen, Werk-Stoffen, Materialien, Modellen, Werkzeuge und Maschinen ist für Kinder spannend und wichtig. Ein Muss, sich damit in der Schule handelnd-forschend-konstruierend auseinander zu setzen. Dieses Ziel ist auch durchaus im Rahmenplan für den Sachunterricht so formuliert. Dieses Fach schult Fähigkeiten und Fertigkeiten, die ein karges Leben bei vielen Kindern und Jugendlichen führen.

16.12.2012 - von Wilfried Meyer

Hat schon der Sachunterricht in der aktuellen „Bildungs-Standards-Debatte“ einen unsinnig schweren Stand gegenüber seinen übermächtigen Schwestern Mathematik und Deutsch, verschwindet das Werken als eigenständige Domäne, wenn es denn in voller Klassenstärke unterrichtet werden muss.

Dabei ist Werken/Textiles Gestalten das bei der Schülerschaft neben Sport und Sachunterricht beliebteste Fach. Die alte Debatte vom Streit zwischen Hand-und Kopfarbeit soll hier nicht geführt werden, aber wir wollen die modernen Auffassungen eines gehirngerechten, begreifenden und somit handlungsorientierten Lernens hier besonders anführen. Besonders auch im Hinblick auf die vermehrte Anzahl von Kindern, die speziell im Fall der sozialen und bildungsmäßigen Benachteiligung immer weniger in diesen Fertigkeiten geübt sind. Diese Aufgabe kann unsere Schule nicht stemmen, wenn die Gruppengröße Klassenstärke erreicht. Und das ist doppelt wichtig im Zeitalter der Inklusion, welches hier anbrechen soll? So war die Lehrerstundenkürzung durch Herrn Lemke ein fatales Zeichen (Anmerkung: Kürzung der Lehrerstunden in der Ära Willi Lemke: Die Stundentafel für Sachunterricht + Textil + Werken in der Grundschule wurde zwar um 2 Stunden von 16 auf 18 erhöht, die Zahl der dazu gehörigen Lehrerstunden aber von 19 auf 18 gekürzt. Und damit entfiel die notwendige Doppelbesetzung für das Werken!). Die Integration von Werken nur als kurzfristiges Projekt, um die Ziele zu erreichen und die Welt der Kinder und Jugendlichen ein wenig transparenter zu machen, ist dafür nicht ausreichend. Im Gegenteil, beim momentanen Stand der Dinge , dass täglich Jugendliche im Schnitt 4 Bildschirmstunden und 18-27jährige 6 Stunden sitzend verbringen, wäre eine Ausweitung des im Wortsinn begreifenden, handelnden Tuns angezeigt. Aber Gerüchte verdichten sich, dass unter der Senatorin für Bildung und Wissenschaft an der Universität Bremen nach Sport und Behindertenpädagogik auch das Fach WAT aus dem Programm genommen wird! Die Professoren Bönkost/Schulz (siehe Interview) gehen davon aus: „Das Rektorat werde dem Studienfach Wirtschaft-Arbeit-Technik „die Ressourcen entziehen“, d.h. ein Beschluss des Rektorats zur Schließung des Studienfaches werde erfolgen. “Wenn es denn eine Neuauflage geben könnte, dann wohl nur ohne Technik und mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Prof.Schröder aus Oldenburg schreibt im Magazin der Senatorin Nr. 4/2012 zur Berufsorientierung: “Notwendig erscheint für beide Phasen, dass aufbauend auf Fakultas übergreifenden Pflichtinhalten eine fachdidaktische Konkretisierung in den Fächern erfolgt; diesbezüglich ist in besonderer Weise das Fach Wirtschaft/Arbeit/Technik gefordert.“ Ja was denn nun Frau Senatorin - ist das Fach so wichtig wie es Prof. Schröder aus Oldenburg in ihrer Broschüre über 4 Seiten ausführt und begründet, dann können sie es doch nicht abschaffen. Oder ist es unwichtig, dann ist ihre Broschüre Unsinn. Oder weiß die linke und rechte Hand wieder einmal nichts voneinander?! Wir halten an der Bedeutung des Faches Werken fest und fordern die Rücknahme der Kürzungen, um es wieder in Halbgruppen unterrichten zu können. Wer einmal die Augen von Kindern gesehen hat, wenn sie mit den selbstgeschaffenen Werkstücken eine Ausstellung machen oder diese mit nach Hause nehmen, weiß wovon wir reden.

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