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Was hast Du gelernt? Was hättet Du gerne gelernt?

Wie steht es mit der Lehrkräftebildung in Bremen aus? Was wird im Referendariat gelernt, was weniger? Die BLZ hat junge Pädagoginnen und Pädagogen gefragt, die vor kurzem ihren Vorbereitungsdienst beendet haben und seit Februar in Bremer Schulen unterrichten.

16.06.2016 - Karsten Krüger

Laura Guevara, Oberschule Hermannsburg:
Ich habe gelernt ganz viel im Umgang mit Schülern, wie man mit neuen Medien arbeitet, wie man Unterricht plant. Und ich hätte gerne gelernt, welche Pflichten man als Beamtin hat. Oder wie man ein schulinternes Curriculum entwickelt. Das müssen wir jetzt tun, ohne genau zu wissen wie. Ich weiß nur, dass es so etwas gibt und ungefähr, wie es aufgebaut ist, aber wenn man ein Curriculum komplett neu schreiben muss, ist das schwierig.

Mariola Brysch, Oberschule an der Julius-Brecht-Allee:
Ich wurde gut vorbereitet im gesamten Bereich Organisation. Ich bin eine bessere Managerin geworden. Ich vermisse es aber gelernt zu haben, wie ich mit Kindern und Jugendlichen aus anderen Ländern, die die deutsche Sprache nicht beherrschen, umgehen soll und wie ich sie in meinen Unterricht gut integriere. Da hätte ich mir  einen Workshop Experten gewünscht, die uns im EW-Seminar Beispiele und vor allem Methoden gezeigt hätten, wie man das macht.

Tim Sielker, Grundschule Parsevalstraße:
Wir hatten ein gutes EW-Seminar. Da haben wir viele Dinge gelernt. Wenn es Probleme gab oder auch mal etwas Privates, wir haben immer Gehör gefunden. Ich habe einen Verbesserungsvorschlag: Kurz vor den Lehrproben man hat Stress, gerade dann braucht man mehr Ruhe und Vorbereitungszeit. Ich wäre dafür, dass in dieser Zeit weniger Seminare stattfinden oder dass man entscheiden kann, ob man teilnimmt.   

Mario Zakhama:
Gelernt habe ich, vor allem guten Unterricht zu planen und vorzubereiten inklusive kooperative Lernformen, Gruppenarbeit und Handlungsorientierung. Ich hätte gerne noch mehr Hospitationen der Fachleiter gebrauchen können, aber deren Terminpläne waren ziemlich voll. Mehr Unterrichtsbesuche waren leider nicht zu organisieren.

Michel Landsmann, Neue Oberschule Gröpelingen:
Ich habe gelernt, mich in einer Schulstruktur zurechtzufinden und da meinen eigenen Standpunkt zu finden. Mich durchzusetzen im Kollegium, aber auch gegenüber den Schülern. Mehr zu beobachten als sofort zu reagieren. Was gar nicht vermittelt wurde, ist die Frage wie arbeite ich pädagogisch mit Förderschulkindern, wo kriege ich da Unterstützung, wo sind Anlaufstellen. Ich hatte einen Schüler in meiner neuen Klasse mit einer emotional-psychologischen Störung. Ich musste lange recherchieren, bis ich wusste, wie es mit ihm weitergeht. Da hätte ich mir vorher mehr Hilfe gewünscht. Der Schwerpunkt im Referendariat liegt im Fachlichen.

Marta Huhnholt, Wilhelm-Olbers-Schule in Hemelingen:
Im Referendariat habe ich gelernt, mich gut zu organisieren. Meine Zeit effektiv zu nutzen. Ich habe viele nette Menschen kennengelernt. Ich hätte gerne noch mehr pädagogisches Fachwissen in den Seminaren - vor allem in Kunst - vermittelt bekommen und mir noch mehr praktischen Input gewünscht. Es muss mehr darauf geachtet werden, dass die Mentoren ihre Aufgaben gewissenhaft erfüllen und den Referendarinnen verlässlich zur Verfügung stehen.

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