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Vielfalt von Lebensweisen

"In meiner Klasse gibt es keine“ oder „Heute ist das doch alles kein Problem mehr“ äußern manche Lehrer_innen , wenn es um lesbische, schwule, bisexuelle oder transgeschlechtliche Jugendliche und um Vielfalt von Lebensweisen als mögliches Unterrichtsthema geht.

Aber, es gibt sie doch, die nicht-heterosexuell lebenden Jugendlichen, wie eine aktuelle Studie aus Berlin bestätigt. Ihre Lebensrealität kommt nur im Schulalltag nicht vor und ihre Lebensweise ist häufig Gegenstand von Mobbing und Diskriminierung. Aus Angst vor täglicher Gewalt verbergen Schüler_innen oft ihre sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität in der Schule.

Hier setzt die Arbeit der Schulaufklärung des RAT&TAT-Zentrums ein. Sie nutzt das Wissen, dass persönlicher Kontakt zu offen lesbischen, schwulen oder Trans Menschen Homo- und Transphobie deutlich reduziert

16.11.2013 - ein Bildungsangebot des RAT&TAT-Zentrums für Schwule und Lesben e.V., Bremen | von Kimi Klemm

Wir wollen...

  • … ein Zusammenleben fördern, in dem Vielfalt als Bereicherung begriffen wird und Menschen ohne Angst verschieden sein können.
  • … Wissen über sonst häufig tabuisierte Themen in einem geschützten Rahmen vermitteln.
  • … Jugendliche in einer Entwicklung von Geschlecht und Sexualität stärken, die ohne Abwertung von anderen Lebensweisen auskommt und die sie selbst gestalten.

 

So arbeiten wir:

Die Veranstaltungen werden von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter_innen des RAT&TAT- Zentrums geleitet, die selbst lesbisch, schwul, bi oder trans* leben. Mit ihren persönlichen Erfahrungen - reflektiert und methodisch aufgearbeitet - geben sie den Jugendlichen die Möglichkeit, neue Blickwinkel zu erleben und Antworten zu finden. Die Dauer eines Workshops beträgt mindestens 90 Minuten.

Wir bieten an:

Bsp. Unterrichtseinheit zum Thema geschlechtliche und sexuelle Vielfalt
Was wissen Schüler_innen über Lesben, Schwule und Bisexuelle? Welche Kenntnisse haben sie über Trans* und intergeschlechtliche Menschen? Was heißt heterosexuell und warum gibt es Homophobie? Methodisch differenziert arbeiten wir mit den Einstellungen der Jugendlichen und sprechen mit ihnen über Geschlechterrollen, Gefühle, Sexualität und vieles mehr. Wir bieten Raum für die emotionale und rationale Auseinandersetzung mit Klischees und Vorurteilen, vermitteln Informationen und beschäftigen uns mit der Vielfalt von Lebens- und Liebensweisen.

 

Unser Angebot richtet sich an:

  • Schüler_innen ab der 7. Jahrgangsstufe aller weiterführenden, berufsbildenden oder privaten Schulen in Bremen und Bremerhaven
  • Gruppen, Projekte und Institutionen, die in den Bereichen Jugendarbeit und Jugendhilfe angesiedelt sind
  • Multiplikator_innen in der Sozialen Arbeit wie z.B. Lehrer_innen, Lehramtsstudent_innen, Referendar_innen, Studierende anderer pädagogischer Fächer, Erzieher_innen in der Ausbildung

Was ist das RAT&TAT-Zentrum?

Das RAT&TAT-Zentrum für Schwule und Lesben e.V. wurde 1982 in Bremen gegründet – es unterhält eine Beratungsstelle, das öffentliche Café KWEER und Raum für diverse Selbsthilfegruppen. Unser Beratungsangebot richtet sich an lesbische, bisexuelle, schwule und transidente Menschen, deren Angehörige, Multiplikator_innen und Interessierte. Seit Ende der 80er Jahre führen wir Aufklärungsarbeit in Bremer Schulen durch.

 

Wie kann ich das Angebot an meine Schule bringen?

In einem telefonischen Vorgespräch können Sie Ihre Fragen bezüglich Vorbereitung und Durchführung mit uns klären und einen Termin vereinbaren. Üblicherweise führen wir die Veranstaltung in unserem Zentrum in Bremen durch, kommen aber auch in Ihre Schule. Ansprechpartner_innen für diesen Bereich sind Bernd Thiede und Kimi Klemm.

 

Nachbemerkung

Das Bundesland Bremen hat derzeit keine eigenen, gültigen Richtlinien zur Sexualerziehung. Weder im Lehrplan noch in der Ausbildung der Lehrer_innen wird das Thema Aufklärung über Vielfalt von Lebensweisen aufgegriffen oder vorgeschrieben. Aktuell hat die Behörde eine entsprechende Verfügung (59/2013) herausgebracht.

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