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VERA 8

Die VERA-8-Tests sollen ab Ende Februar unverändert durchgeführt werden. Die GEW hat dagegen protestiert und Änderungen gefordert, die zumindest die Arbeitsbelastung der Lehrkräfte reduzieren sollen.

16.01.2012 - GEW gegen unveränderte Durchführung | von Harry Eisenach

Nach der im Frühjahr 2011 durchgeführten Unterschriftensammlung der GEW gegen Testeritis mit über 500 Unterschriften vorwiegend aus den Grundschulen hatte Senatorin Jürgens-Pieper zwei Arbeitsgruppen zu VERA 3 und VERA 8 eingesetzt. Die GEW war daran beteiligt. Für VERA 8 ist die Arbeit mittlerweile beendet. Die Vera-3-AG wird ihre Empfehlungen erst im Januar (nach Redaktionsschluss) vorlegen.
Beide Arbeitsgruppen waren zum großen Teil mit MitarbeiterInnen der Behörde und des LIS besetzt. Mehrere Schulleitungen und jeweils 1 GEW-Vertreter (Wilfried Meyer, Harry Eisenach) sowie der Grundschulverband nahmen ebenfalls teil.
Aufgrund der Bitte der GEW-Fachgruppe Oberschulen kam es zu mehreren Stellungnahmen von KollegInnen, die den VERA-8-Test durchgeführt hatten. Gemeinsam war die Einschätzung, dass der Korrekturaufwand erheblich sei. Der mögliche Nutzen für die pädagogische Arbeit wurde vielfach bezweifelt: „Mehrere Stunden habe ich am PC gesessen und wofür?“ Vor diesem Hintergrund wurde „jegliche Aktivität für die Abschaffung von VERA 8 unterstützt“.
Die Ausgangslage der Arbeitsgruppen zeichnete sich schnell ab: Die Behörde wollte die Test-Akzeptanz in den Kollegien erreichen und das Verfahren verbessern. Die GEW wollte eine Diskussion über die Aussetzung oder Abschaffung der Tests.
In einer eigenen GEW-Stellungnahme zu dem Arbeitsgruppenergebnis wird es als nicht akzeptabel bezeichnet, wenn der kommende VERA-Durchgang unverändert durchgeführt wird. Neben der inhaltlichen Akzeptanz ist vor allem die zusätzliche Arbeitsbelastung ist für viele Lehrkräfte ein wesentliches Argument gegen Vera. Hier erwartet die GEW zusätzliche wirksame Veränderungen. Dazu haben wir konkrete Vorschläge eingebracht:

  1. In dieser Situation sind ein Moratorium, zumindest aber eine Gleichstellung der übermäßig belasteten Bremer Lehrkräfte mit der VERA-Situation in einigen anderen Ländern dringend notwendig! Dort wird in den Schulen teilweise nur in einem Fach ein Test geschrieben. So könnte der Betroffenenkreis reduziert werden!
  2. Viele Kolleginnen und Kollegen unterrichten in Jahrgangsteams und haben häufiger zwei oder drei Klassen in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch. Diese sind besonders belastet. Deshalb sollte jede Lehrkraft höchstens einen Klassen-VERA-Test durchsehen und die Daten eingeben müssen!
  3. Für die verbleibenden KollegInnen wäre entweder eine vergütete zeitliche Arbeitszeitreduzierung in Form eines zusätzlichen freien Tages oder eine zusätzliche Vergütung – wie bisher bei der Studierendenbetreuung – notwendig!

In der mehrheitlichen Empfehlung der VERA-8-AG wird die erste Forderung insoweit aufgegriffen, dass bei unveränderter VERA-8-Durchführung in 2012 in allen drei Fächern „für folgende VERA-Durchgänge mögliche Verfahrensumstellungen geprüft werden, z. B. die verbindliche Teilnahme an VERA in nur einem Fach und die freiwillige Durchführung in den beiden anderen Fächern.“ Außerdem werden die Schulen schon jetzt darauf hingewiesen werden, dass sie bei der Festlegung der Anzahl schriftlicher Arbeiten in der Jahrgangsstufe 8 die Durchführung von VERA berücksichtigen können.
Die Bildungssenatorin wird sich zu den Ergebnissen der AG äußern. Die GEW-Stellungnahme wird ihr ebenfalls zugeleitet. Die GEW erwartet auch für den diesjährigen VERA-8-Test weitere Veränderungen.
Die GEW-Stellungnahme und die AG-Empfehlungen können [hier...] auf der GEW-Homepage vollständig nachgelesen werden.

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