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Stiefkind LehrerInnenausbildung

Die Schulen stehen mitten in einem umfangreichen Generationswechsel.

16.10.2013

In der Stadtgemeinde Bremen sind ca. 2500 Lehrkräfte (42%), über 55 Jahre alt. Diese ungünstige Altersverteilung ist Ergebnis des langen Einstellungsstopps in den 80er und 90er Jahren. Ca. 300 jährlich werden in nächster Zukunft in Pension gehen. Um dafür wenigstens teilweise gewappnet zu sein, hatte die Bildungsbehörde vor zwei Jahren die Zahl der Ausbildungsplätze um 80 erhöht. Als dann jedoch die Restriktionen der Finanzsenatorin griffen, legte die damalige Bildungssenatorin im Senat eine Streichungsliste vor, in der alle zukunftssichernden Maßnahmen zum Abschuss freigegeben wurden, um die aktuelle Unterrichtsversorgung zu gewährleisten. Die 80 Ausbildungsplätze wurden wieder gestrichen. Einschließlich der Ausbildungsbeauftragten am LIS ging es dabei um 42 Stellen. Diese müssen unbedingt wieder bewilligt werden, um demnächst nicht in drastischen Personalmangel zu geraten.
Schon vorher wurde das Lehramtsstudium an der Universität Bremen fachlich eingeschränkt. Die Studiengänge Sport und Behindertenpädagogik wurden durch den „Hochschulentwicklungsplan V“ abgeschafft. Und SonderpädagogInnen werden überall dringend gesucht!
Darüber hinaus befindet sich die Referendarausbildung ohnehin in einem äußerst kritischen Zustand. Die Mentoren an den Schulen erhalten zu wenig Entlastung. Außerdem lässt die Menge des bedarfsdeckenden eigenverantwortlichen Unterrichts im Umfang von 10 Stunden (mit dem die ReferendarInnen ihre Ausbildung praktisch selbst finanzieren) viel zu wenig Zeit für Ausbildungsunterricht und Hospitationen. Eine Reduzierung des Bedarfsdeckenden Unterrichts wäre dringend angesagt, um die Ausbildungsqualität zu verbessern. Dies wäre auch ein Signal, das helfen könnte, damit die fertig ausgebildeten Lehrkräfte nicht anschließend wegen schlechter Erfahrungen Bremen verlassen.

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