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Späher der Jugend

Die Möglichkeiten des Internet passen ideal zu den Bedürfnissen und Aufgaben der jugendlichen Lebensphase, meint das ServiceBureau Jugendinformation

16.09.2015

Jugendliche haben keine Probleme mit Medien und Mediennutzung, jedenfalls aus ihrer eigenen Sicht. Eltern oder Lehrer teilen diese Einschätzung selten. Sie sehen beim Thema Internet eher die Risiken als die Chancen. Genau diese Meinungsdifferenz will das ServiceBureau Jugendinformation (SBJ, www.servicebureau.de) neutralisieren oder mindestens verkleinern. Dieses Ziel verfolgt auch der Medienpädagoge Markus Gerstmann, Bildungsreferent im SBJ. »Jugendliche haben meistens eine unbedarfte Neugier, Eltern und vor allem Lehrkräfte versuchen sich dem Thema ›Umgang mit Medien‹ eher interlektuell zu nähern. Wir im SBJ übernehmen da eine Moderationsrolle.«

Im vergangenen Schuljahr waren Gerstmann und seine KollegInnen mehr als 30 Mal zu Fortbildungstagen in Bremer Schulen, vor allem in 5. bis 7. Klassen. Und eins regt das SBJ-Team immer an: »Smartphones sollten viel mehr und öfter zu einem Lernwerkzeug werden.« Aber in der Realität sieht es häufig anders aus. »Die mobilen Geräte sind im Unterricht häufig verboten, die Jugendlichen müssen ihre Smartphones verstecken oder versteckt nutzen«, so Gerstmann.

Das SBJ-Büro in der Grünenstraße liegt zentrumsnah, aber die MitarbeiterInnen warten nicht auf Besuch, sondern gehen dorthin, wo ihre Zielgruppen sind. »Unser Name ist für uns Programm: Wir arbeiten serviceund kundenorientiert.« Das SBJ will den Vorsprung der Jugend in Sachen Medien- und Internetnutzung nicht zu groß werden lassen, um so besser und langfristig Hilfestellungen geben
zu können. »Die Freizeit der Jugendlichen ist unterrichtsfremd. Viele Lehrkräfte haben es deshalb schwer, digitale Medien sinnvoll in den Schulalltag zu integrieren.«

Das gemeinnützige SBJ betreibt die Homepage »jugendinfo.de« – den Jugendserver für das Land Bremen und informiert über alle jugendrelevanten Themen. Mit dem unabhängigen und kostenlosen Angebot soll das Bedürfnis der jungen Menschen nach Information befriedigt werden. Im Leitbild des SBJ heißt es entsprechend: Vernetzte Medien spielen im Alltag der Jugendlichen eine wichtige Rolle. Uns ist es wichtig, dass sich Erziehende mit diesem Thema auskennen, damit sie Jugendlichen als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung stehen können. Wir erklären die Motivation des jugendlichen Handelns, weisen dennoch auf Risiken hin, werben für Gelassenheit und fördern die Kommunikation zwischen den Generationen. Denn nach Einschätzung der SBJ droht nämlich kein totaler Kontrollverlust durch die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen. »Die Heranwachsenen machen erstmal nichts falsch, aber der eine oder die andere braucht dennoch eine Medienkompetenzförderung
und vor allem gute Vorbilder. Der Umgang der Eltern mit digitalen mobilen Medien hat einen großen Einfluss auf das eigene Verhalten.«

Dass Stressfaktoren im Netz wie zum Beispiel Cyber-Mobbing Rechtsextremismus oder Sexting für Jugendliche bestehen, geht das SBJ offensiv an – zum Beispiel mit dem Fachtag »Netzspannung²« am 12. November. Die Vorträge im Lidicehaus »Klick für Klick zur sexuellen Selbstbestimmung«, »Neonazis im Weltnetz«, »Angriffe via Netz« oder »Werte-Navi fürs digitale Leben« soll informieren und über Handlungsmöglichkeiten aufklären.

ServiceBureau Jugendinformation
Grünenstraße 7, 28199 Bremen
Tel.: (04 21) 33 00 89-11
Homepage: www.servicebureau.de
eMail: serviceb@jugendinfo.de

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