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So geht Bildung heute:

Nur ganz kurz zu Willi Lemke sein Buch. Mehr ist es nicht wert. Kein Günter Grass oder Pamuk hatte soviel Werbung im Bremer WK. „Wie mir auf dem Bolzplatz von Bouake einmal ein Sponsorenball voll an den Hinterkopf flog“ und Freund Ban Ki-moon es nicht verhindern konnte. Ein toller Schinken, ein weiteres Machwerk von Leuten, die nicht denken wollen, die schreiben für Leute, die nicht gut lesen können und gern Interviews geben in denen sie nichts sagen für Leute, die das nicht hören wollen. Und das wird dann gedruckt. Aber wo er Recht hat, hat er Recht: „Es war manchmal zum Verzweifeln, was im öffentlichen Dienst möglich war.“

Was heißt war?

16.05.2010 - Nobelpreisverdächtigungen und Staffelläufe der Politik | von Wilfried Meyer

Wir erinnern uns: Fortbildungsverpflichtung für Lehrer ohne entsprechende Angebote, Altersteilzeit abgeschafft ohne Alternative, Arbeitszeitverlängerung durch Präsenzzeit, Schulgesetz mit Aushebelung vieler Rechte der Gesamtkonferenz, brachliegende Computernetze statt Schulen am Netz, Gammelschulen statt Sanierung .... das alles war (und ist) möglich im öffentlichen Dienst. Damit müssen wir uns weiter quälen während der Buchautor Lemke auch noch gegen angebliche pädophile Lehrer nachkartet.
Und neuerdings tauchte er auch bei den Paralympics auf, irgendwie durfte er mitmachen. Eine ganze Gruppe lief ohne Gehirn?
Den Staffelstab für Hindernisrennen über ständig aufgemachte Baugrubenlöcher hat er längst übergeben an Jürgens-Pieper. Statt uns `mal eine Pause zu gönnen, in der Dinge sortiert und eventuell auch Unterricht einmal schlicht vorbereitet, durchgeführt und ausgewertet werden könnte, um wirklich Qualität zu verbessern oder zu entwickeln, hetzt man die Lehrkräfte von einer Reform zur nächsten, „Hilfe ,schon wieder eine Reform!“ Das Wort verheißt längst nichts Gutes mehr: Citotests in der Grundschule, Selektion als Übergangsverordnung von Klasse 4 zu 5 mit Missbrauch der Standards und Mehrarbeit, Oberschule mit Schwerpunktklassen und Funktionsstellen, Inklusion mit Zubsen und Rebüzen. All das im Schnellschussverfahren schon im Sommer 2010 !
Jede(r), der gerade dran ist, macht ein neues Fass auf.
Im Ernst: Das schafft gebildetere Kinder und verbesserten Unterricht? Qualitätssteigerung?
Wir nennen es Hindernislauf und Arbeitsbehinderung und Gesundheitsbelastung.
Um mit ihren Worten zu sprechen: Viele möchten sich um das „Kerngeschäft“ Unterricht kümmern. Wir wollen endlich „Taten statt Daten“ sehen, die auch im Unterricht ankommen. Und wer schert sich um die Armut, die in Bremen immer bedauert wird, aber leider auch immer mehr anwächst? UN-Sonderbeauftragte?
Daten gibt es in Hülle und Fülle, wir wollen Lösungen und nicht jetzt schon wahlvorbereitendes Reform-Getöse. Oder etwa nicht ?

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