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Schulsport

Sport hat sich in seinen Ausprägungen zu einer bedeutsamen Erscheinung in unserer Kultur entwickelt. Das Ansteigen der Freizeit gegenüber der Arbeitszeit und die Verringerung der körperlichen Belastung am Arbeitsplatz durch zunehmende Technisierung haben dem Sport in den Industrienationen eine neue Bedeutung verliehen. Sport in den Industrienationen ist u.a. ein Mittel zur Gesundheitsvorsorge, bedient den Wunsch nach einem Schönheitsideal und kann für den Menschen ein umfangreiches Spannungselement sein.

16.06.2010 - von Jürgen Hadtstein

Sport wird in der Regel vom Sporttreibenden als ein freudiges Tun begriffen und von persönlichen Erwartungen geleitet. Aus gesellschaftlicher Sicht hat der Sport deutlich mehr Aufgaben zu erfüllen: Gesundheitliche Zivilisationsschäden sollen ausgeglichen, Völker verbunden und politische Grenzen überwunden werden. Wichtige Werte und Normen sollen vermittelt und Persönlichkeit, Identitätsfindung und Selbstwertgefühl entwickelt werden. Sport wird zur Körper- und Bewegungskultur, in der sich der Mensch ästhetisch entfalten und entwickeln kann. Nicht zuletzt ist der Sport auch ein erheblicher Wirtschaftsfaktor.
Der Staat begreift die Förderung des Sports als wichtige öffentliche Aufgabe. Sport als Gesundheitsfürsorge, als Integration oder Gewaltprävention sind dafür Beispiele. Zudem soll der Sport eine völkerverbindende und repräsentative Funktion für den Staat erfüllen. Der Sport ist wohl in 15 Bundesländern als normiertes Staatsziel in den Landesverfassungen verankert, nur im Bildungsbereich der Länder wird er oft nebensächlich behandelt und als Kostenfaktor abgetan.
Der Schulsport benötigt auch in Bremen eine größere Aufmerksamkeit und darf in den Schulen nicht als organisatorisch schwierig zu bewältigendes Fach dargestellt und an andere Organisationen abgegeben werden. Darüber hinaus muss er in einer bewegungsarmen Lebenswelt auch für den außerschulischen Sport motivieren. Für diese Aufgabe sind qualifiziert ausgebildete Sportpädagogen notwendig, nur sie gewährleisten, dass alle SchülerInnen die Grundversorgung von drei Pflichtstunden im Schulsport erhalten.

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