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Schulfrieden?

Auf der Homepage der Senatorin für Bildung steht zu lesen: „Mit der Schulreform wurde auch ein zehn Jahre dauernder Schulfrieden beschlossen.“ Merkwürdig ist nur, dass wir in den Schulen nichts davon bemerken. Hier ist die Atmosphäre geprägt durch Umorganisationen und Personalmangel. Die Art von „Schulfrieden“, die 2009 zwischen der Regierungskoalition und der CDU vereinbart wurde, beinhaltete lediglich die Bestandsgarantie für die acht Bremer Gymnasien und die Umwandlung der Sek.-I-Zentren in Oberschulen. Jenseits dieses Parteienkompromisses wurden die Schulen unter Extrem-Belastung gesetzt:

16.07.2012

  • Die ehemaligen Schulzentren der Sek. I sollen sich von zweigliedrigen in integrierte Systeme umwandeln, während gleichzeitig die Förderzentren aufgelöst werden. Damit werden parallel zwei begrüßenswerte, aber sehr aufwändige Prozesse in Gang gesetzt, die ohne präzise Vorbereitung, materielle und personelle Verstärkung kaum zu bewältigen sind. Diese Unterstützung aber bleibt an entscheidenden Punkten aus.
  • Vielmehr wird die unproduktive Zerschlagung der Oberstufenzentren mit großem administrativen und materiellen Aufwand betrieben. Gleichzeitig wird der Bildungshaushalt gekürzt.
  • Und nicht zuletzt ist seit 2009 trotz des Parteienkompromisses der Anteil der im Gymnasium aufgenommenen SchülerInnen von 21,5% auf 28,9% erhöht worden. Zugleich gehen 9,7% aller Fünftklässler auf eine Privatschule, die Mehrheit davon auf ein Gymnasium.

Nicht alles, was sich Reform nennt, ist auch eine. Die gegenwärtige Oberschul- und Oberstufenpolitik legt der konservativen Forderung nach mehr Gymnasien den roten Teppich aus. Dabei sind deren Probleme mit der Schulzeitverkürzung unübersehbar.

Die Artikel unseres Themenschwerpunktes behandeln sowohl die Anstrengungen beim Aufbau der Oberschulen und die Auseinandersetzung um deren Rahmenbedingungen als auch die die Probleme und Konsequenzen der Schulzeitverkürzung am Gymnasium. Es klemmt an allen Ecken und Enden. Ein echter Schulfrieden sieht anders aus.

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