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ROSENAK-HAUS – schon mal gehört?

Schulprojekte, u.a. am SZ Helgoländer Straße, am SZ Walle und an der GSM, mit Hilfe pädagogischer Mitarbeiterinnen des Vereins ROSENAK-HAUS e.V. durchgeführt, erhielten öffentlich Auszeichnungen. Sie haben dazu beigetragen, dass im September 2011 in der Kolpingstraße 7 eine Erinnerungsstätte eröffnet werden konnte. Am historischen Ort soll an die Geschichte des Lebens jüdischer Menschen in Bremen erinnert werden:(„erinnern – aufklären – begegnen“, das sind die Ziele des Vereins.)

16.01.2012

Dr. Leopold Rosenak war bis zu seinem Tod 1923 der erste Rabbiner der jüdischen Gemeinde in Bremen. Das nach ihm benannte Haus wurde von 1927 bis 1938 als jüdisches Gemeindehaus genutzt. Es überstand – wenn auch verwüstet – die Reichspogromnacht, während die benachbarte Synagoge von Nationalsozialisten bis aufs Fundament niedergebrannt wurde.
Mitglieder des Vereins ROSENAK-HAUS kämpften erfolgreich gegen den Abriss des Hauses und schufen damit die Möglichkeit, am historischen Ort Erinnerungsarbeit zu leisten. Im Keller des Rosenak-Hauses und im erhaltenen Keller der Synagoge ist eine Ausstellung entstanden. Sie bietet unterschiedliche Möglichkeiten für einen Unterricht vor Ort.

Historische Fotos der unversehrten und der zerstörten Synagoge wirken besonders eindringlich auf die Betrachter, da sie am Ort des Geschehens stehen. (Die Anschläge auf die Synagoge in der Reichspogromnacht geschahen nicht irgendwo, sondern genau hier.) Porträts von Bremerinnen und Bremern, die in diesen Häusern ein- und ausgingen, erzählen von ihren Schicksalen. Eines dieser Bilder zeigt Herbert Goldschmidt. Seine im Rahmen eines Schulprojekts aufgenommenen Erinnerungen an die Pogromnacht 1938 und an den rettenden Kindertransport nach England können an einer Hörstation abgerufen werden.
Dass Jugendliche selbst dazu beitragen können, Erinnerungen wach zu halten beweist eine Medienstation. Ähnlich aufgebaut wie das Internetportal „Spurensuche“ enthält sie Rechercheergebnisse, die von Schülerinnen und Schülern zum Thema „jüdisches Leben“ in ihren jeweiligen Stadtteilen erarbeitet wurden. Hörstation und Medienstation können und sollten erweitert werden.
Informationen über das Leben jüdischer Gemeindemitglieder in Bremen und die Fragen, die sie bewegten in der Zeit zwischen 1929 und1936, werden auch auf ganz andere Weise zugänglich gemacht: auf einem Lesetisch sind Kopien der entsprechenden Jahrgänge des „Bremischen Israelitischen Gemeindeblattes“ in gebundener Form ausgelegt. Hier kann man blättern, lesen, recherchieren.
Neben der Ausstellung im Keller des Rosenak-Hauses soll im ehemaligen Synagogenkeller durch Wechselausstellungen eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem historischen Ort auf vielfältige Weise ermöglicht werden; z.Zt. hat die Künstlerin Elianna Renner, Meisterschülerin der Bremer Hochschule für Künste, den Raum durch eine Ton- und Videoinstallation mit dem Titel „Vor Ort“ gestaltet. - Ein Besuch in der Kolpingstraße 7 lohnt sich!

Kontakt und Info

Öffnungszeiten:
Donnerstag: 15h – 18h
Samstag : 12h – 16h
Führungen können nach Vereinbarung organisiert werden, auch in Verbindung mit einer Innenstadt-Exkursion von ca.30 Minuten zum Thema
Kontakt :
z. Zt. Nur durch eMail an : Rosenak-Haus [at] t-online.de

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