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PersonalratswahlPersonalrätin- Was macht man da eigentlich?

Am 18. März finden in Bremen die Personalratswahlen statt. In dieser Ausgabe stellen sich die Kandidatinnen und Kandidaten der GEW- Liste vor. Aber was macht ein Personalrat eigentlich?

 

16.02.2020 - Frauke Toppe

Durch das Personalvertretungsgesetz des Landes Bremen stehen den Beschäftigten im Öffentlichen Dienst ein wohl bundesweit einmaliges und besonderes Recht zur Mitsprache und Beteiligung an Abläufen, Entscheidungsprozessen und Planungsvorhaben zu. Das ist für die politisch Verantwortlichen und die Verwaltung nicht immer angenehm. Für die Beschäftigten stellt dies dagegen einen großen Schutz dar. Die Arbeit eines Personalrates wird durch dieses Gesetz sehr umfangreich und vielschichtig. Es gibt alltägliche Aufgaben wie Beratungen, Begleitung und Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen in Konfliktsituationen Schulleitung und Behörde, Anwesenheit bei Einstellungsgesprächen, Überprüfung von Vorhaben, Anweisungen und Entscheidungen der Behörde usw. Weiterhin sendet der Personalrat in viele Arbeitsgruppen der Behörde Vertreterinnen, die dort mitarbeiten und somit die Interessensseite der Beschäftigten einbringen. Gleichzeitig leistet er intern allgemeine Informationsarbeit und positioniert sich nach außen gegenüber Presse und Öffentlichkeit. Personalräte als Mitglieder der GEW fühlen sich natürlich in ihrem Vorgehen eng an die bildungspolitischen Ziele ihrer Gewerkschaft gebunden und versuchen diese im Personalrat voranzubringen.

Wenn man Mitglied des Personalrats wird, hat man anfangs Zeit, sich zu orientieren, die Abläufe, Prozesse und Aufgabenbereiche kennenzulernen. Dann spezialisiert man sich neben vielen anderen anfallenden Aufgaben auf einen Schwerpunkt. Ich bin seit 2012 im Personalrat. Mein Schwerpunkt wurde der Bereich Gesundheit. Daneben leitete ich gemeinsam mit einem Kollegen mehrere Jahre die Fraktion der GEW im Personalrat. Seit Februar 2019 bin ich Mitglied des Personalratsvorstandes. Auch in dieser Funktion haben wir die Aufgaben untereinander weitestgehend aufgeteilt.

 

Wie sieht ein Tag im Personalrat aus?

7.30 Ankunft im Personalrat, das Telefon klingelt bereits. Ein Schulleiter ist am Apparat und will mit mir einen Termin für ein BEM- Gespräch vereinbaren. Wir einigen uns auf einen Termin für die kommende Woche in seiner Schule.

7.40 Acht Beratungsanfragen aus meinem Fach sind zu sichten: Begleitung zu einem Dienstgespräch, Fragen zur beruflichen Wiedereingliederung, Fragen zur Dienstfähigkeit. Ich rufe die Personen im Laufe des Tages zwischen anderen Terminen an. Vier kann ich erreichen, eine davon telefonisch sofort beraten, mit dreien verabrede ich einen Termin in den kommenden Tagen, da sie ein persönliches Gespräch wünschen.

8.15 Fraktionssitzung der GEW bis 12 00 Uhr. Dort besprechen wir die inhaltlichen Themen, die gerade anstehen, z.B. Änderung des Teilzeiterlasses, Stärkung der Gesamtkonferenzen, Aufstockung pädagogische Fachkräfte, Einstellungen über die Stadtteilschule, Quer- und Seiteneinstiege und natürlich aktuelle Probleme aus Schulen. Außerdem geht es konkret um die Themen, bei denen wir direkt mit der Senatorin und der Staatsrätin verhandeln wollen.

12.00 Uhr Plenum des gesamten Personalrats mit der Frauenbeauftragten und dem Schwerbehindertenbeauftragten.

13.00 Mittagspause, danach versuche ich erneut weitere Beratungsanfragen telefonisch zu bedienen und bereite mich auf die Termine am Nachmittag vor.

14:00 Treffen mit Behördenvertretern. Thema: Teilzeiterlassänderungen. Familie und Beruf soll besser vereinbar sein.

15.00 Ich wechsle in der Behörde die Etage und nehme an einem Einstellungsgespräch teil.

16.00 Vorstandsarbeit am Schreibtisch: Versetzungen, Einstellungen, Urlaubsanträge prüfen und unterschreiben.

17.00 Tischvorlage für das nächste Treffen der AG „Experten_innen-Gruppe Sexuelle Belästigung“ lesen, Notizen dazu machen. Anschließend die zwei letzten Anfragen zurückrufen und Beratungstermine vereinbaren.

17.30 Heimfahrt

An manchen Tagen endet die Arbeit früher, manchmal gibt es aber auch noch Abendtermine.  Ich fange dann morgens später an oder gleiche Überstunden anderweitig aus. Aufgrund meiner Funktion im Vorstand bin ich nur noch an zwei Tagen mit insgesamt fünf Schulstunden in der Woche in meiner Stammschule und unterrichte. Ich mache die Arbeit im Personalrat gern und bin froh, dass wir in Bremen für die Beschäftigten diese Möglichkeiten der Interessensvertretung und Mitbestimmung haben.

 

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