GEW Bremen
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//  GLOSSE  //JA 13 - Ihr müsst es Euch verdienen!

Beamte, hört die Signale

10.12.2018 - Christian Gloede

Ist A13 noch dein Wille, geb sie auf die Totenstille.
Und brüll‘s heraus, noch vor der stillen Nacht:
 „Die GEW hat mir A13 gebracht!“
Doch schweißgebadet werd‘ ich wach und denke: Ach!
JA 13! Weil (Grundschul-) Lehrer*innen es verdienen!  
Trittbrettfahrer*innen auch?


Wofür?  Weil Frauen  ansonsten  mittelbar  diskriminiert  sind? Weil Richter*innen, die Erwachsene bestrafen auch nicht mehr verdienen, als die Richter*innen, die Jugendliche zur sozialen Arbeit verurteilen? Oder, wie die GEW 8fach auf ihrer Homepage  argumentiert,  weil  sie  Inklusion  umsetzen, sie  Kindern helfen, die Welt zu verstehen, weil sie eine lange wissenschaftliche  Ausbildung  haben,  weil  sie  kindbezogen  und theoretisch fundiert arbeiten, sie Persönlichkeiten ausbilden, sie Freude am Lernen  wecken,  sie  pädagogische  Reformen  anstoßen  und  – sowieso – alles mit guter Bildung beginnt?
Oder, weil es ein Verfassungsgebot ist, A13 zu kriegen, wie ein GEW-Rechtsgutachten unmissverständlich festgestellt hat?

Aber seien wir ehrlich. Sind wir nicht jahrelang mit A12 gut gefahren – zumal viele, die vor Willi Lemkes Senator*innenschafteingeste llt wurden ja noch A13er*innen sind/waren und wir über Jahre mit ihnen und vor allem auch den angestellten Kolleg*innen, die netto ja noch weniger haben als wir A12er*innen, zusammen an den gleichen, manchmal sogar denselben Tischen im Lehrer*innenzimmer saßen?
Und urplötzlich entsteht ein Bedürfnis nach mehr, geschürt von der Gewerkschaft, die euch einreden will, A13 sei das Gebot der Stunde.  

Sie, die GEW, also wir, rufen euch zur Androhung von Klagen auf, schreiben Musterwidersprüche für euch gegen die Ablehnung  der  Behörde,  die  nahezu  menschenrechtsverletzend scheint,  ebenso  wie  das  Vorenthalten  eines  Streikrechts  für Beamte, wobei das ja auch für die A14er*innen gilt, was auf den ersten Blick jedenfalls dann auch gerecht erscheint…
Und  vielleicht  sind  wir  gerade  hier  bei  dem  Gemeinsamen: 
Auch der Aufruf zum Streik wird nicht von allen, die aufgerufen sind, befolgt; ebenso wenig wie der Aufruf zum Protest gegen Nicht-A13.
Aber woran liegt das? Glauben wir, dass sich Gerechtigkeit von alleine Bahn bricht? Wie wurde Urlaub durchgesetzt, der  „Achtstundentag“,  die Lohnfortzahlung  im  Krankheitsfall, das Frauenwahlrecht?

Ja, so doof das auch ist, nichts Gutes kommt von allein…
„Uns aus dem Elend zu erlösen können wir nur selber tun“ heißt es in einem  alten  Volkslied,  will  heißen:  

Das herrschende (Besoldungs-) Recht
ist immer das (Besoldungs-) Recht
der Herrschenden.

Und warum sollten diese, egal ob sie Sieling, Linnert, Bogedan oder Meyer-Heder heißen, daran etwas ändern?
Und  „wir  selber“  heißt  nicht  „ihr  für  uns“,  sondern  „wir  mit euch“  oder  „ihr  mit  uns“;  und  die  A12er*innen,  die  keine Gewerkschaftsbeiträge  zahlen, sollten  A13  sowieso  erst  mit einem Jahr Verzögerung kriegen, wenn überhaupt, aber auch 
da ist herrschendes Recht wohl vor…

Altes Volkslied

Wacht auf, Beamte dieser Erde
die stets man zum A12sein zwingt!
Das Recht wie Glut im Kraterherde
nur mit Kampf zum Durchbruch dringt.
Reinen Tisch macht mit dem Bedränger!
Heer der Unorganisierten, wache auf!
A12 zu sein, tragt es nicht länger
für A13, strömt zuhauf!

|: Beamte, hört die Signale!
Auf zum letzten Gefecht!
Wir erkämpfen für A12er
nun das A13-Recht. :|

Es rettet uns kein höh'res Wesen,
keine Linnert, kein Sieling noch Tribun
Uns aus dem Elend zu erlösen
werden wir nun selber tun!
Leeres Wort: des A12er Rechte,
Leeres Wort: des Beamten Pflicht!
Unmündig nennt man uns und Knechte,
duldet die Schmach nun länger nicht!

Refrain:|: Beamte, hört die Signale!

In Stadt und Land, ihr GEWler
wir sind die stärkste der Partei'n
Die Trittbrettfahrer schiebt beiseite!
A13 muss jetzt unser sein;
Unser Beitrag sei nicht mehr der Raben,
Nicht der mächt'gen Geier Fraß!
Erst wenn wir A13 haben
scheint UNS die Sonn' ohn' Unterlass!

Refrain:|: Beamte, hört die Signale!

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