GEW Bremen
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Informationen für Eltern zum ganztägigen Warnstreik in Bremen!

14.02.2017 - Inge Kleemann

...was Eltern wissen sollten...

Liebe Eltern,

wie Sie vielleicht schon aus den Medien erfahren haben, laufen seit dem 18. Januar Tarifverhandlungen für die rund 800.000 Angestellten der Bundesländer. Dazu zählen auch fast 200.000 angestellte Lehrkräfte und hier in Bremen pädagogische Beschäftigte (Erzieher_innen, persönliche Assistenzen, Schulsozialarbeiter_innen und Sozialpädagog_innen...) an Schulen.

Die Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite haben bisher kein verhandlungsfähiges Angebot für eine Lohnerhöhung vorgelegt. Das ist eine klare Provokation, auf die die GEW reagieren musste, indem sie ihre Mitglieder zu Warnstreiks aufgerufen hat.

Natürlich wissen wir als verantwortungsbewusste Lehrer*innen und pädagogische Mitarbeiter*innen, dass Unterrichtsausfall bzw. Schulausfall für Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern eine große Belastung darstellt. Nur in den seltensten Fällen sind aber Arbeitskämpfe die Ursache dafür.

Vor allem die Grundschulen tragen hier eine besondere Last, die streikenden Kolleg_innen zu vertreten, ohne dass das wichtige Mittel  - nämlich die Arbeit zu bestreiken - wahr genommen wird und somit als wichtiges Druckmittel greift.

Was heißt das?

Beamtinnen und Beamte dürfen nach aktueller Rechtsprechung nicht aktiv am Streik teilnehmen.

Gleichwohl dürfen sie aber ebensowenig herangezogen werden, streikende Kolleg_innen zu vertreten; soll heißen: wenn eine Kollegin streikt, darf die Beamtin keine Streikbrecherin sein. Das ist im ersten Moment schwer nachvollziehbar; wir hoffen auf Ihr Vertrauen, dass wir Ihnen diese Belastungen für den Schulalltag nicht leichtfertig zumuten.

Völlig unbestritten fällt viel zu viel Unterricht aus,

  • weil die Bundesländer zu wenige Lehrkräfte einstellen, um unvermeidlichen Unterrichtsausfall pädagogisch sinnvoll zu vertreten
  • weil Lehrkräfte die stark gestiegene Arbeitsbelastung gesundheitlich nicht mehr durchhalten. Viele Lehrkräfte verzichten freiwillig auf Gehalt und arbeiten Teilzeit, um den Belastungen gewachsen zu sein – nur etwas mehr als die Hälfte der Lehrerinnen und Lehrer hat eine Vollzeitstelle.

Gute, verlässliche Bildung gibt es nur, wenn ausreichend Personal zur Verfügung steht und die Arbeitsbedingungen passen. Dafür streiken wir!

Daher sehen wir uns gezwungen, auch und gerade (!) als Pädagog*innen von unseren Grundrechten Gebrauch zu machen und zu streiken. Nur so können wir gegenüber den Arbeitgebern deutlich machen, dass wir hinter den Forderungen der Bildungsgewerkschaft GEW und den übrigen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes stehen. Wir fordern eine Gehaltserhöhung im Gesamtvolumen von sechs Prozent. Dabei geht es auch um den Gleichklang der Gehälter im öffentlichen Dienst. Denn die Gehälter der Beschäftigten des Bundes und der Kommunen liegen ab dem 1. Februar ca. vier Prozent höher als die der Landesbeschäftigten. Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) eilt auch in anderer Hinsicht voraus:

Dort gibt es in allen Entgeltgruppen eine sechste Erfahrungsstufe, die im Tarifvertrag der Länder (TV-L) in den höheren Entgeltgruppen fehlt. Für uns hört die Gehaltsentwicklung auf der Basis von Erfahrungsstufen schon nach zehn Jahren auf.

Deshalb ist es unvermeidbar, dass sich gerade die angestellten Lehrer*innen und pädagogischen Fachkräfte an den Warnstreiks spürbar beteiligen. Eine andere Möglichkeit, die berechtigten Forderungen durchzusetzen, gibt es nicht!

Wir danken für Ihr Verständnis und hoffen auf Ihre Unterstützung!

Ihre Lehrerinnen und Lehrer und pädagogischen Fachkräfte in der Bildungsgewerkschaft GEW

Die GEW fordert in der Tarifrunde 2017

  • Erhöhung der Tabellenentgelte im Gesamtvolumen von 6 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten!
  • Darunter deutliche Verbesserungen für den Sozial- und Erziehungsdienst der Länder
  • Die Einführung der Stufe 6 in allen Entgeltstufen
  • Erhöhung der Ausbildungsentgelte und der Entgelte der Praktikantinnen/Praktikanten um 90 Euro monatlich!
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