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Hochschule Bremen ausfinanzieren - Studienplatzabbau stoppen!

An der Hochschule Bremen sollen 40% der Studienplätze bis 2018 gestrichen werden. Damit wäre Bremen das einzige Bundesland, das Studienplätze an einer Fachhochschule streicht. Diese Hochschulen nehmen anders als Universitäten Studienbewerber*innen ohne Abitur auf, damit stellen sie die soziale Durchlässigkeit sicher und haben eine wichtige Funktion im deutschen Bildungssystem. Dennoch ist das Problem klar, auch das Gutachten vom Wissenschaftsrat hat bestätigt, dass die Hochschule Bremen schon seit Jahren unterfinanziert ist. Deswegen wird die Hochschulleitung an ihren Kürzungsplänen festhalten. Nun ist der Bremer Senat gefragt, die Hochschule darf mit ihrem Finanzierungsproblem nicht allein gelassen werden. Die Grundfinanzierung der Hochschule Bremen muss erhöht werden, um den Studienplatzabbau zu verhindern.

16.11.2013 - Katharina Lenuck

„Step 2020“

Sollte die Hochschulleitung weiterhin an ihren Plänen festhalten und den strategischen Hochschulentwicklungsplan „Step 2020“ umsetzen, hätte dies auch Auswirkung auf die Lehre. Mit dem Plan hat sich die Hochschulleitung auf drei Hauptziele geeinigt: Das erste Ziel ist der Abbau der Studienplätze, das zweite Ziel die stärkere Einnahme von Drittmitteln und das dritte Ziel die Profilierung der Hochschule. Durch einen Abbau von Studienplätzen wären zahlreiche Studiengänge gefährdet. Die Hochschule zeichnet sich vor allem durch ihre kleinen und spezialisierten Studiengänge aus. Eine Kürzung von Studienplätzen ist an der Hochschule nur durch eine Kürzung von Studiengängen zu erreichen. Durch diesen Vorgang stehen Studiengänge wie Volkswirtschaftslehre und Journalistik vor einer Zusammenlegung oder der Schließung. Um mehr Drittmitteleinahmen zu erreichen, sollen Studiengänge zu dualen Studienprogrammen umgewandelt werden. In der Konsequenz werden in Zukunft Unternehmen über die Aufnahme von Studierenden an der öffentlichen Hochschule entscheiden. Unter der Profilbildung versteht die Hochschulleitung eine Ausrichtung der Hochschule auf die Bedarfe des Bremer Arbeitsmarktes. Dennoch sind die Kriterien dieser Profilbildung nicht klar. Momentan stehen vor allem Studiengänge der gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät vor der Streichung oder Zusammenlegung. Studiengänge, die damit zwar nicht typisch für eine Fachhochschule, aber gerade deswegen wichtig und erhaltenswert sind, werden gestrichen.

Unzuverlässige Wissenschaftsplanung

Nun ist es an der Zeit, dass der Senat in die Entwicklungen an der Hochschule eingreift und für eine ausreichende und sichere Grundfinanzierung sorgt. So hat die unzuverlässige Wissenschaftsplanung in Bremen die Lage der Hochschule in den letzten Jahren verstärkt. Mit der Verabschiedung des Hochschulgesamtplans IV im Jahr 2003 wurde der Hochschule noch ein Ausbau der Grundfinanzierung zugesichert. Im Hochschulgesamtplan V im Jahr 2007 wurde eine Stagnation der Grundfinanzierung festgelegt. Aber auch die damals beschlossenen 179 Stellen des wissenschaftlichen Personals waren niemals ausfinanziert. Die jährliche Kapazitätsrechnung zur Aufnahme von Erstsemesterplätzen geschieht jedoch auf Basis dieser Stellenzahlen. Die Folgen sind überarbeitetes Personal und schlechte Studienbedingungen.

Der vom Senat beauftragte Wissenschaftsrat zur Evaluierung des Hochschulsystems in Bremen hat trotzdem ein vernichtendes Urteil über die Hochschule Bremen gefällt. Es wird ein stärkerer Abbau von Studienplätzen empfohlen und Verwaltungsstellen sollen gekürzt werden. Zudem werden der Hochschulleitung Versäumnisse in dem Prozess der Hochschulumstrukturierung vorgeworfen. Diese Kritiken zeigen, dass auch der Wissenschaftsrat keinen anderen Ausweg als die Kürzung von Studienplätzen sieht. Da sich Jens Böhrnsen in einer Pressemitteilung vom Juni dennoch gegen einen Abbau von Studienplätzen positioniert hat, ist es spätestens seit der Veröffentlichung des Gutachtens an der Zeit, dass der Senat für eine ausreichende Grundfinanzierung der Hochschule Bremen sorgt, um den Studienplatzabbau und den Stellenabbau zu verhindern.

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