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Hearing mit Bremerhavener Kommunalpolitikern "Der Notfall ist eingetreten"

Am 13. September haben 200 Kolleg*innen den Schulausschuss aufgesucht. Den Kommunalpolitiker*innen wurde eine zusammenfassende Einschätzung zur Situation an den Schulen der Stadt mitgeteilt: „Der Notstand ist eingetreten“. Nach anschaulichen Berichten aus der Praxis wurde durch die Stellungnahmen der Parteienvertreter*innen schnell deutlich: Die Parteien brauchen weitere Zeit zum Nachdenken.

26.10.2016 - Informationen des Stadtverbandes Bremerhaven 10/2016

Als erste Anregung dazu haben wir unser Papier „7 Schritte zu einem Personalentwicklungskonzept“ zur Verfügung gestellt. Die Aktion im Ausschuss wurde mit dem Hinweis beendet, dass die Kolleg*innen klare Verbesserungen ihrer Arbeitssituation erwarten, und zwar durch Initiativen auf allen politischen Ebenen, je nach Zuständigkeit (Bund, Land, aber auch Kommune). Diese blieben die Parteien bisher schuldig. Für die Schulen der Stadt stehen sie aber in der Verantwortung. Deshalb lädt das Bremerhavener „Bündnis für Bildung“ bildungspolitische Sprecher*innen ausgewählter Parteien (SPD, CDU, Grüne, Linke, FDP, Piraten) ein zum

Hearing „Der Notfall ist eingetreten“

am Montag, dem 31. Oktober 2016  um 17.30 Uhr

in der Mensa der Schule am Ernst-Reuter-Platz.

Die gemeinsame Versammlung des Bündnisses, der Schulleitungen und der Betriebsgruppen-sprecher*innen beschloss in der vergangenen Woche eine Konkretisierung von Fragestellungen für das Hearing. Diese beziehen sich auf insgesamt fünf inhaltliche Blöcke:

    Block 1: Schulentwicklung zur Inklusion

    Entscheidend für die Schulentwicklung ist, den Unterricht zu gewährleisten und gleichzeitig den Schulen die Möglichkeiten und Ressourcen zur Weiterentwicklung zur Verfügung zu stellen: Welche Rolle spielen dabei

    • die Kürzung der Stundentafel
    • die Gewährung der Sonderbedarfe
    • die Sicherung der Fortbildung

    Block 2: Raumsituation an den Schulen

    Eine zeitgemäße Pädagogik benötigt Platz und eine ansprechende Atmosphäre:

    • Wie hoch muss ein Sonderprogramm „Schulsanierung“ angesetzt werden?
    • An welchen Standorten sind Schulneubauten zu errichten?

    Block 3: Ganztagsschulen

    Die existierenden Ganztagsschulen sind nur bis Sommer 2017 abgesichert.

    • Was passiert im Schuljahr 2017/18?
    • Wie soll das notwendige Personal gewonnen werden?
    • Wie wird der jeweilige tägliche Stundenumfang des Ganztagsangebots gesichert?

    Block 4: Pädagogisches Personal

    Die Forderung nach einem umfangreichen Personalentwicklungskonzept ist wiederholt vorgetragen worden. Besonders dringliche Fragen (eine Auswahl):

    • Wie können Referendar*innen in Bremerhaven für eine Weiterarbeit gewonnen werden?
    • Mit welchen Anreizen können Kolleg*innen in Bremerhaven gehalten werden, die das Bundesland wechseln wollen?
    • Wie wird abgesichert, dass jede Schule mindestens eine/n Sozialpädagog*in beschäftigt?
    • Lehrkräfte haben zusätzliche Aufgaben erhalten. Wie gelingt eine Entlastung (z.B. durch Aussetzung von Tests wie KEKS und VERA oder Verschlankung von Lernentwicklungsdokumentationen)?
    • Wie wird die Versorgung mit persönlichen Assistenzen sichergestellt?
    • Wie werden Kolleg*innen qualifiziert, deren Ausbildung noch nicht abgeschlossen ist.

    Block 5: Zusammenwirken von kommunaler und Landesebene

    • Welche politischen Initiativen ergreift Ihre Partei zur Verbesserung der Situation?

    Im Hearing wird der Versuch unternommen, möglichst präzise Antworten von den Politiker*innen zu erhalten. Damit das gelingt, haben wir in o. g. Sitzung einen straffen Ablaufplan abgestimmt. Danach liegt der Schwerpunkt darin, Antworten zu erhalten:

    • zu den Blöcken 1-4 erhalten die Parteien je 2 Minuten Redezeit;
    • anschließend an jeden „Block“ nehmen je 5 Zuhörer*innen in 1 Minute Stellung zu dem Gesagten:
    • Block 5 beginnt wieder mit 2 Minuten langen Stellungnahmen der Parteien, anschließend erfolgt eine offene Aussprache.

    Wir laden euch herzlich ein. Die Aktion im Schulausschuss hat Eindruck hinterlassen. Den sollten wirverstärken!

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