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BildungssenatorinGEW zu den sechs Jahren mit Frau Bogedan

In den sechs Jahren ihrer Amtszeit hat sich Senatorin Bogedan bemüht, zwei - seit Jahrzehnten unterfinanzierte und dann zusammengelegte - Ressorts im Sinne einer fortschrittlichen Bildungspolitik zu gestalten.

17.04.2021 - Elke Suhr

Das Projekt war, nicht nur aufgrund der fehlenden Finanzierung, zum Scheitern verurteilt. Denn auch sechs Jahre sind zu kurz, um Veränderungen nachhaltig zu etablieren.

Nach jahrzehntelanger Unterfinanzierung des Bildungssystems zugunsten der schwarzen Null, ist es schwer, die marode Bremer Bildung im Sinne einer guten Bildungspolitik zu führen. Fehlendes Fachpersonal in KiTas und Schulen sowie längst überfällige Sanierungen und Neubauten prägen somit Frau Bogedans Amtszeit.

„Obwohl der Bildungshaushalt aufgestockt wurde, konnte sie ihr selbsternanntes Ziel, mit den anderen Stadtstaaten gleichzuziehen, nicht ansatzweise erreichen“

sagt Elke Suhr, Landesvorstandssprecherin der GEW.

„Frau Bogedan hat den inklusiven Grundgedanken stets aufrechterhalten und sich um mehr Bildungsgerechtigkeit bemüht. Aber als ‚fachfremde‘ Politikerin konnte sie die komplexen Problemlagen oft nicht richtig erkennen und einordnen,“

so Suhr. „Echte Bildungsgerechtigkeit lässt sich z.B. nicht durch stundenweises Aufstocken des Mathematikunterrichts an einzelnen Schulen erreichen. Auch ein Qualitätsinstitut kann keine Veränderungen herbeizaubern. Bildungsgerechtigkeit bedarf guter Finanzierung und guter Konzepte, die unter Beteiligung aller Akteur*innen entwickelt, umgesetzt, evaluiert und an die, sich stets verändernde, Realität angepasst werden.“

„Da sind z.B. die Anforderungen durch Flucht und Zuwanderung, die auch heute noch nicht ansatzweise gelöst sind,“ ergänzt die Landesvorstandssprecherin Barbara Schüll. 

„Als Bildungsgewerkschaft haben wir eine ernsthafte Auseinandersetzung, die auch hier zur Umsetzung größerer Bildungsgerechtigkeit führen kann, vermisst.“

Die Senatorin hat sich zwar um eine fortschrittliche Bildungspolitik bemüht, doch agierte sie letztlich oft im Top-down Verfahren. Das zeigt(e) sich besonders in der Coronapandemie.

„Gerade in dieser besonders herausfordernden Zeit wäre es für alle Beteiligten wichtig, wenn Entscheidungen gemeinsam beraten, demokratisch und transparent entschieden werden“

sagt Schüll.

Auch ihr Versprechen, das Schulverwaltungsgesetz im Sinne einer Wiederbelebung der innerschulischen Demokratie zu verändern, hat sie mit ihrem Vorschlag konterkariert. Es bleibt zu hoffen, dass sie sich in den verbleibenden Monaten auf ihr ursprünglich gemachtes Versprechen besinnt und den Entwurf erneut in die Beratung mit den relevanten Akteur*innen gibt.

„Als Nachfolger*in wünschen wir uns eine Person, die an einem konstruktiven Austausch interessiert ist, komplexe Problemlagen in einem inklusiven Bildungssystem richtig einschätzt und dann im Sinne einer bildungsgerechten, solidarischen und demokratischen Bildung die richtigen Weichen stellt“ ergänzt Suhr, „selbstverständlich stehen wir als Gesprächspartner*innen zur Verfügung.“                                                                              

Für Nachfragen steht zur Verfügung
Elke Suhr  |   Barbara Schüll 

 

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