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Schulisches Personal benötigt Anerkennung GEW: Drohung mit Disziplinarmaßnahmen ist nicht zielführend

Drohgebärden des Dienstherren dienen nicht dazu das Vertrauen in die Eigenverantwortung des schulischen Personals zu stärken.

08.10.2020

„Die Lehrkräfte und pädagogischen Mitarbeiter*innen in Schule zeigen auch während der Corona-Pandemie, dass sie sich der Verantwortung für gute Bildung stellen,“ sagt die Landesvorstandssprecherin der GEW, Elke Suhr. Sie arbeiten in vollen Klassen, die sich zum Teil nicht gut belüften lassen und in denen sich der Abstand zu den Schüler*innen häufig nicht einhalten lässt. Sie wechseln die Kohorten, um Fachbedarfe zu decken, Vertretungen zu übernehmen oder Betreuung zu gewährleisten. Der jahrelange Fachkräftemangel, der u.a. auf eine verfehlte bzw. fehlende Personalentwicklung zurückzuführen ist, verstärkt jetzt die Notwendigkeit des Kohorten­wechsels an vielen Stellen. Das Personal setzt sich somit während der Unterrichtszeit alltäglich einem erhöhten Risiko für die eigene Gesundheit aus.

Aber wenn das Personal jetzt in einem Risikogebiet Urlaub macht, wird mit disziplinarischen Ermittlungen gedroht. Gilt das eigentlich auch für das Personal, das im heimischen Risikogebiet Urlaub macht?

Es muss doch weiterhin um Vertrauen und Vernunft gehen. In diesem Sinne hat der Bremer Bürgermeister Herr Bovenschulte doch sicherlich auch gehandelt, als Bremen kein Beherbergungsverbot für Menschen aus Risikogebieten ausgesprochen hat.

Wenn den Übernachtungsgästen in Bremen vertraut wird, sich in der Pandemie besonnen und vernünftig zu verhalten, dann sollte dies doch auch dem Personal im eigenen Land zugestanden werde

ergänzt Suhr.

Für Nachfragen steht zur Verfügung:
Elke Suhr