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CoronaGEW Bremerhaven unterstützt die Initiative „Wir können Distanz“ der Schüler*innenvertretungen in Bremerhaven

GEW, Elternvertretung und Stadtschüler*innenring Bremerhaven wenden sich in offenem Brief an die Senatorin Bogedan

30.11.2020 - Peer Jaschinski | Stadtverbandssprecher Bremerhaven

„Seit Langem weist die GEW auf die Corona bedingten Gefährdungen im Schulalltag hin. Wir teilen die Sorge der Schüler*innen zum Umgang mit der Gesundheit der am Schulleben beteiligten Menschen in der momentanen Situation. Aus dieser Besorgnis heraus fordern wir wiederholt die Senatorin für Kinder und Bildung auf, die Reduzierung von Gruppengrößen, in Anlehnung an die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, umgehend einzuleiten,“ sagt Peer Jaschinski, Stadtverbandsvorstandssprecher der GEW Bremerhaven. „Über die Initiative der Schüler*innenvertretungen hinaus unterstützen wir Halbgruppenunterricht mit zusätzlicher Betreuung in den Grundschulen, sowie Halbgruppenunterricht mit sukzessiver Nutzung digitaler Medien in den Sekundarschulen. Nur durch die Einführung kleinerer Lerngruppen können Abstände eingehalten und der ÖPNV entlastet werden“, so Jaschinski weiter.

Für Nachfragen steht zur Verfügung: Peer Jaschinski
bremerhaven [at] gew-hb [dot] de

 

Mehr zum Thema:

Offener Brief von dem Stadtschülerring Bremerhaven, dem Zentralelternbeirat Bremerhaven sowie der GEW Bremerhaven (1,12,2020)

Schüler in Bremerhaven planen Homeschooling-Tag aus Protest vom 29.11.2020 (Weser Kurier)

Sehr geehrte Frau Senatorin Bogedan, 
wir -der Stadtschülerring Bremerhaven, der Zentralelternbeirat Bremerhaven und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Bremerhaven- sind besorgt über den Umgang mit der Gesundheit der am Schulleben beteiligten Menschen. 
Aus dieser Besorgnis heraus fordern wir Sie auf, die Reduzierung von Gruppengrößen in Anlehnung an die Empfehlungen des RKI umgehend einzuleiten. Wir unterstützen Halbgruppenunterricht mit zusätzlicher Betreuung in den Grundschulen und Halbgruppenunterricht mit sukzessiver Nutzung digitaler Unterstützung in den Sek 1 Schulen. Ziel muss es sein, jeder Person, die das Schulleben tagtäglich mitgestaltet, die Möglichkeit des Eigenschutzes vor einer Infektion zu bieten. Insbesondere in den Oberstufen sollte den Kollegien in Absprache mit den Schulleitungen und den Schülervertretungen mehr Freiheit zur Gestaltung ihres Unterrichts gegeben werden. Dies begründen wir mit der hinreichenden Selbstständigkeit und fortgeschrittenen Persönlichkeitsentwicklung der Schüler*innen, die die Oberstufen in Bremerhaven besuchen. 
Das Risiko sich mit dem Corona-Virus zu infizieren ist für die Menschen, die täglich die Oberstufen besuchen, gleichzusetzen mit dem Infektionsrisiko anderer Bürger*innen, sodass eine gleiche Bemessung des Infektionsschutzes in den Schulen stattfinden muss. Keine Schüler*in, keine pädagogische Kraft und keine Familie wünscht sich eine Infektion. Überall verbietet man Massenveranstaltungen und trotzdem werden an Bremerhavener Schulen tagtäglich Massenveranstaltungen mit bis zu 200 Schüler*innen abgehalten. Das Kohorten-Prinzip greift in den Oberstufen nicht und wird umso wirkungsloser, wenn die Schüler*innen sich mit anderen Bürger*innen in den überfüllten ÖPNV drängen. Die Schüler*innen, deren Lehrkräfte und Eltern verspüren bei steigenden Infektionszahlen unter den aktuellen Bedingungen des Schulbetriebs starke Verunsicherungen. 
Diesen Schwierigkeiten im aktuellen Schulbetrieb möchten wir durch die Einführung von kleineren Lerngruppen und Hybridunterricht entgegenwirken, damit schulstandortspezifisch unter Einbindung der Schulleitungen, die Abstände in den Jahrgängen der Einführungsphasen sowie der Qualifikationsphasen eins und zwei eingehalten werden können. Nur solange bis wir wieder unter den kritischen Wert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen gelangen. Eine politische Verschiebung des kritischen Schwellen-R-Werts auf 200 halten wir für unverantwortlich und fordern eine verbindliche Umsetzung der Empfehlungen des Robert Koch-Instituts vom 12.10.2020. Die Schulleitungen sollten dabei federführend in der Umsetzung agieren. 
Durch die Einführung des Hybridunterrichts und kleinerer Lerngruppen könnten Abstände eingehalten, der ÖPNV entlastet und ein gelockerter Umgang mit der Maskenpflicht im Klassenraum gefunden werden. Für die Jahrgänge, bei denen die Schulleitungen in Absprache mit dem Schulamt die Aufrechterhaltung des Dauerpräsenzunterrichts für notwendig erachten, sollten die notwendigen Voraussetzungen für einen sicheren Schulbetrieb durch Luftfilteranlagen und die Nutzung größerer Räume gewährleistet werden. 
Wir bitten Sie, die Sorgen der für den Schulbetrieb und unserer Gesellschaft wichtigen Personen ernst zu nehmen und unsere Forderungen umzusetzen. 
Mit freundlichen Grüßen 
 
Der Stadtschülerring Bremerhaven   
Der Zentralelternbeirat Bremerhaven 
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Bremerhaven 
Bremerhaven, den 01.12.2020