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OberstufeGemeinsame Aktionen statt Konkurrenz der Schulformen

Forderungen für faire Arbeitsbedingungen und gute Allgemeinbildung

 

16.03.2020 - Fachgruppe Gymnasiale Oberstufe

Seit 2018 gibt es in der GEW eine Fachgruppe, die sich der Anliegen all jener annimmt, die in der gymnasialen Oberstufe tätig sind. Dies betrifft Gymnasien ebenso wie einige Oberschulen und Oberstufenzentren. All drei Schultypen sind in unserer Gruppe vertreten. Deren Einzugsbereich reicht von den Gymnasien Horn und Kleine Helle über die Oberschule Findorff bis zum Schulzentrum Rübekamp im Bremer Westen. Ein wichtiger Aspekt dieser Zusammenarbeit über die 'Zweigliedrigkeit' hinweg ist, dass wir uns nicht mehr durch die verschärfte Konkurrenz der Schulformen und -standorte um Anwahlen auseinanderdividieren lassen wollen. Aus lebhaften Diskussionen sind einige gemeinsame Forderungen hervorgegangen. Diese haben sich in Antragsentwürfen bzw. Anträgen für den letzten Bremer Gewerkschaftstag niedergeschlagen. Sie geben einen guten Einblick in unseren Diskussionsstand.

Profiloberstufe

Einig waren wir uns in der Kritik daran, dass die Einführung der Profiloberstufe bei ständiger Aufwertung der Kernfächer die Wahlfreiheit der Schüler unnötig einschränkt. Unsere Forderung, lautet, wieder zu größerer Freiheit in der Fächerwahl zurück zu kehren.

Entlastung und fehlende Ausstattung

Natürlich fordern wir ebenso Entlastung für Kolleg*innen bei den Korrekturen während der Abiturprüfungen und die Reduzierung bürokratischer Aufgaben. Das Problem schlecht ausgestatteter Schulen haben wir im folgenden Antrag für den Gewerkschaftstag adressiert: „Um den Schüler*innen zu ermöglichen, sich in einer medial immer diffuseren Welt zurecht zu finden, muss die Schule die dafür notwendigen Fähigkeiten auch mit einer entsprechenden Ausstattung leisten können. Dies betrifft sowohl die Digitalisierung aber auch die Versorgung in den verschiedensten Fächern. Eine mangelhafte Ausstattung im naturwissenschaftlichen Unterricht, in den musischen und künstlerischen Fächern, sowie die fehlenden finanziellen Möglichkeiten im Sportunterricht, können nicht länger hingenommen werden.“

Kontroverse Diskussionen zu G8

In der Fachgruppe zunächst kontrovers diskutiert, dann aber doch zur gemeinsamen Forderung erhoben, war die Abschaffung von G8 in den Bremer Gymnasien. Wir einigten uns auf folgenden Antrag:

„Die Verkürzung des gymnasialen Bildungsganges führt zu Stress für die Schüler*innen und zu einer deutlich zu oberflächlichen Wissensvermittlung. Ein breites Allgemeinwissen und vor allem die Fähigkeiten zur Vernetzung dieses Wissens, waren schon immer Aufgabe der Gymnasialen Oberstufe. Weiterhin empfinden wir es als notwendig, dass neben der reinen Wissensvermittlung vor allem der kritische Umgang damit gefördert und gefestigt werden muss.(...) Ein weiteres Problem sind die nebeneinander existenten Systeme der Gymnasialen Oberstufe vor allem für die Schüler*innen, die für die Sekundarstufe II die Schulform wechseln. Der Übergang von den durchgängigen Gymnasien, die in das Gy8-Modell gezwungen werden, in eine GyO der Oberschulen, bringt oftmals enorme Bildungslücken mit sich, die auf dem Weg zum Abitur kaum ausgeglichen werden können. Grundsätzlich muss unsere Perspektive also die „Eine Schule für alle“ sein. Bis zur Umsetzung dieser bildungspolitischen Zielsetzung kann und darf es aber nicht Position der GEW sein, die Schüler*innen und Kolleg*innen diesen Problemen schutzlos auszuliefern“.

Dem Antrag war beim Gewerkschaftstag im November 2019 kein Erfolg beschieden, nicht einmal in einer abgeschwächten Form, bei der die Abschaffung von G8 Teil eines Gesamtpaketes sein sollte.

siehe auch: GEW sollte ihre Haltung zu Gy8 überdenken
sowie: Gymnasiale Bildung oder Einheitsschule?

 

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